Die „Private Cloud Machine“ Dell VRTX, das Datacenter fürs Büro

Redakteur: Wilfried Platten

Die IT-Welt spricht wieder über „konvergente“ oder „integrierte“ Systeme. Mit „VRTX“ hat Dell jetzt ein „datacenter-in-box“ im mittelstandsaffinen Formfaktor im Angebot.

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Als Tower oder im Rack-Gehäuse: Dell VRTX.
Als Tower oder im Rack-Gehäuse: Dell VRTX.
(Bild: Dell)

Selten, aber immer mal wieder, gibt es Produkte, Lösungen oder Services, da fragt man sich: Warum gibt es das erst jetzt? Warum ist noch niemand vorher darauf gekommen?

Das Dell VRTX, so viel vorab, gehört in diese Kategorie. Der Name VRTX steht für den mathematischen Begriff Vertex. Er bezeichnet in der Geometrie die Ecke eines Polygons, in der Graphentheorie ist er ein Synonym für einen Knoten. Schöne Story, aber erklärungsbedürftig. Manch einer dürfte zudem eher an Vortex denken, sei es nun Science Fiction, Thriller oder Computerspiel.

Passender als diese kryptische Abbreviation wäre vielleicht der Name „The Private Cloud Machine“ (Copyright beim Autor). Er bezeichnet exakt das, wofür VRTX steht: ein kompaktes Rechenzentrum für mittelständische Unternehmen, die ihre IT als Teil ihrer Kernkompetenz sehen und als Innovationstreiber für ihr Geschäftsmodell nutzen wollen, und die deshalb zumindest für kritische Anwendungen nicht vorhaben, in die Public Cloud zu gehen. Als ganz besonders „VRTX-anfällige“ Zielgruppe sieht Dell Unternehmen mit Filialen oder Niederlassungen.

Kompakt und flexibel

In einem rund 50 Kilogramm schweren – für Datacenter-Dimensionen könnte man auch sagen „leichten“ – Tower- oder Rack-Gehäuse (5U) verbindet VRTX Server-, Storage- und Netzwerkfunktionen.

Die Server-Module entsprechen den Dell Poweredge 520 oder 620, die Speichereinheiten (HDD oder SSD) sind „direct attached“ (DAS). Der integrierte Switch für ein oder zehn Gigabit Ethernet besitzt 16 interne und acht externe Ports.

Einziges nicht redundantes kritisches Bauteil ist (noch) der RAID-Controller (Shared PERC8). Aber das soll sich in der nächsten Ausbaustufe noch in diesem Jahr ändern.

Gesteuert wird das alles mit einer einheitlichen, nach ersten Eindrücken übersichtlichen und komplexitätsreduzierenden Konsole für das System-Management. Über sie lassen sich beispielsweise die PCIe-Ports schnell und komfortabel den gewünschten Server-Knoten zuordnen. Das Management kann sowohl lokal, als auch remote erfolgen.

Reife Leistung

Bei der Hardware-Ausstattung wurde eng mit dem langjährigen Technologiepartner Intel kooperiert. So kommen Prozessoren ("Xeon E5"), Chipsätze, Ethernet-Adapter und die optionalen SSDs aus selbigem Hause. „Wir haben Dell schon zu einem sehr frühen Stadium dieses Projekts begleitet", so Thomas Kellerer, Business Development Manager bei Intel. "Zumal wir selbst mit dem 'Modular'-Server vor Jahren ein ähnliches Konzept entwickelt haben. Aber die Zeit war damals offensichtlich noch nicht reif dafür.“

Doch jetzt, wo die einschlägigen Auguren das dritte Zeitalter der IT nach Mainframe und Client/Server ausgerufen haben, scheint das Timing perfekt. „Wir sind aktuell der einzige Anbieter, der ein solches System im Portfolio hat. Diesen Vorsprung wollen wir nutzen“, erklärt Jürgen Renz, Deutschland-Geschäftsführer von Dell, mit vergnügt blinzelnden Augen.

„Deshalb wurden in den letzten Wochen viele Gespräche und Demonstrationen mit Dell-Kunden, potenziellen Neukunden und Partnern geführt. Und eine solch extrem positive Resonanz haben wir noch nie erlebt. Es scheint tatsächlich so, als hätten viele nur darauf gewartet, ihre bestehenden Server-Storage-Networking-Inseln endlich mit einer Appliance wie der VRTX konsolidieren zu können.“

Interessant für ISVs und vor allem im Preis

Ganz besonders attraktiv soll VRTX als integrierte Plattform für ISVs sein, die deshalb auch zu den ersten Ansprechpartnern von Dell gehören. Aber auch bei Systemhäusern und -integratoren, die bislang das manchmal mühselige Geschäft der Evaluation und Kombination von einzelnen Komponenten und Systemen selbst erledigt haben, sieht Dell sich mit dem neuen Angebot gut positioniert (siehe: Link).

Die Einstiegspreise in die VRTX-Welt dürften bei knapp 13.000 Euro liegen, vernünftige Konfiguration bei etwa 15.000 Euro starten.

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