Recycling und neue Produkte bei Dell Dell im Rechenzentrum und in der Hybrid Cloud

Redakteur: Ulrike Ostler

Vor Jahren zog sich Dell aus dem Geschäft mit Cloud-Services zurück. Stattdessen heißt die Devise: Dell stattet Service-Provider und Rechenzentrumsbetreiber mit adäquater Technik aus, die sowohl Cloud als auch herkömmliche IT befähigen. Ob das mit der EMC-Übernahme so bleibt? Der Fokus der diesjährigen „Dell World“ lag jedenfalls auf Produkten für den Aufbau und sicheren Betrieb kosteneffizienter Rechenzentren.

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Die Ausrichtung der Dell-Produkte für das Rechenzentrum soll diesen fünf Maßgaben folgen.
Die Ausrichtung der Dell-Produkte für das Rechenzentrum soll diesen fünf Maßgaben folgen.
(Bild: Dell)

Die vorgestellte Technik und Dienstleistungen aus dem Hause Dell sollen Unternehmen dabei unterstützen, ihre Rechenzentren mit Mission-Critical-Applikationen kosteneffizienter und hochverfügbar zu betreiben. Die IT-Infrastrukturen lassen sich einfach erweitern und an neue Anforderungen anpassen. Sie basieren auf neuen Servern und Storage-Arrays, hyper-konvergenten High-End Appliances, Data-Protection-Software sowie IT-Deployment- und Automation-Diensten:

  • Die Dell Datacenter Scalable Solutions (DSS) richten sich an Telekommunikationsdienstleiter und Hosting-Anbieter.
  • Die High-End Storage- und All-Flash-Arrays sollen die Einstiegshürden von Flash-Anwendungen senken.
  • Die All-Flash, hyperkonvergenten „XC Appliances“ eignen sich für anspruchsvolle Anwendungsszenarien.
  • Mit den „Dell Pro Deploy Enterprise Services“ können Unternehmen neue IT deutlich schneller implementieren.
  • Das „Dell Application Modernization Portfolio“ bietet umfassende, individuell anpassbare Services zur Modernisierung von Applikationen.

Dell kündigt die ersten Server für Datacenter Scalable Solutions an

Im August dieses Jahres hat Dell mit Datacenter Scalable Solutions (DSS) einen neuen Geschäftsbereich gegründet. Er adressiert gezielt die speziellen technischen Anforderungen von Branchen wie Internet-Infrastruktur, Öl und Gas sowie Forschungseinrichtungen mit ihren komplexen IT-Umgebungen. Nach intensiven Gesprächen mit mehr als 200 Unternehmen in diesem wachsenden Markt stellt Dell jetzt die ersten DSS-Server vor, die sich durch eine hohe Flexibilität und Skalierbarkeit bei geringeren IT-Infrastrukturkosten auszeichnen.

Das Modell „Dell DSS 7000“ ist einer der branchenweit dichtesten Storage-Server und auf künftiges Wachstum vorbereitet. Er basiert auf der hyperskalierenden Architektur der Technik „Data-Center-Solutions XA90“ und bietet in einem 4-HE Gehäuse bis zu 720 Terabyte Speicher. Das enthält maximal 90 3,5-Zoll-Festplatten und zwei Dual-Sockel-Server-Knoten. Cloud-Provider können damit eine leistungsfähige IT-Infrastruktur mit niedrigen Dollar-pro-Gigabyte-Kosten für Objekt- und Blockspeicher aufbauen.

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„Dell DSS 1500“, „DSS 1510“ und „DSS 2500“ sind neue 1-HE- und 2-HE-Server, wie sie Service- und Cloud-Provider in ihren typischen Anwendungsszenarien einsetzen. In ihrem schlichten Design bieten die Server flexible Speicher- und IO-Optionen, ein dem Baseboard-Management-Controller (BMC)-Standard entsprechendes System-Management und die aktuellsten „Xeon“-Prozessoren von Intel. Anwender können mit diesen Systemen Performance erzielen und ihre operative Effizienz erhöhen.

High-End Storage-Arrays und sehr niedrige All-Flash-Kosten pro Gigabyte

Zusammengenommen bilden das Dell-Storage-Array Flaggschiff „SC9000“, ein 12-Gbit/s-SAS-Erweiterungsgehäuse und eine Array-Software die neue High-End-Lösung der „SC“-Produktlinie. Die Dell Storage-Lösung „SC9000“ basiert auf der 13. Generation von „Dell Poweredge“-Servern, ist in Konfigurationen mit reinem Flash- oder Hybrid-Speicher erhältlich, bietet 40 Prozent mehr IOPS (Input Output Operations per Second) – inklusive der Möglichkeit, bis zu 385.000 IOPS (1) zu erzielen – und einen mehr als doppelt so hohen Datendurchsatz (2) als die vorherige SC-Produktgeneration. Pro Array stellt das Storage-Array SC9000 bis zu drei Petabyte Bruttokapazität bereit.

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Hinweis:Basis für die Angaben von bis zu 385.000 IOPS bilden Dell-interne Tests im August 2015, bei denen SC9000-Controller mit SCOS 6.7 und IOmeter sowie 100 Prozent Lesezugriffe, 100 Prozent sequentielle Zugriffe und eine Sektortransfergröße von 8000 zum Einsatz kamen. Die tatsächliche Performance ist abhängig von der Konfiguration, Verwendung und fertigungs-bedingten Unterschieden.

Die Angaben für den doppelten Datendurchsatz Basis dafür bilden Dell-interne Tests im August 2015 mit SC9000, einem 12-Gbit/s-SAS-Erweiterungsgehäuse und den passenden Festplatten im Vergleich zu einem SC8000 mit 6-Gbit/s-SAS-Erweiterungsgehäuse. Bei den Tests wurden sequentielle Schreibzugriffe und SSDs von Dell überprüft. Auch hier gilt: Die tatsächliche Performance ist abhängig von der Konfiguration, Verwendung und fertigungsbedingten Unterschieden.

Real ist aber, dass die Software „Dell Storage Center 6.7“ eine Reihe neuer Funktionen enthält. Dazu zählen etwa das so genannte Live Volume Auto-Failover für eingebautes Disaster Recovery ohne Ausfallzeiten sowie eine Host-seitige Datensicherung von Oracle-, Microsoft- und VMware-Umgebungen.

Neue Datenkompressionsfunktionen ermöglichen bei den Flash-Kapazitäten Einsparungen um bis zu 93 Prozent. Wie die Dell-internen Tests im August 2015 und Best-Case-Ergebnisse für Daten von „Microsoft-SQL“-Applikationen ergaben. Innovationen wie der branchenweit erstmalige Einsatz der „TLC-3D-NAND“-Technologie in einer performanten und auf lange Lebensdauer ausgelegten Konfiguration ermöglichen weitere Kosteneinsparungen. Die SC9000-Produktlinie bietet laut Dell die branchenweit niedrigsten Kosten-pro-Gigabyte-SSD-Kapazität.

Dell baut XC-Appliance-Portfolio für Software-Defined Storage weiter aus

Die neuen, ab sofort verfügbaren „Dell XC Web-Scale Converged Appliances“ kombinieren Rechenleistung, Speicherplatz und Netzwerk sowie VMware-Software in einem Gehäuse. Unternehmen sind damit in der Lage, die Effizienz in ihren Rechenzentren zu steigern und die Total Coast of Ownership zu reduzieren. Mit den neuen Lösungen unterstützt Dell das hohe Interesse von Unternehmen an hyper-konvergenten Lösungen.

(Hyper-)konvergente Systeme integrieren Storage, networking, Compute und System-Management.
(Hyper-)konvergente Systeme integrieren Storage, networking, Compute und System-Management.
(Bild: Dell)

Dieses besteht zumindest weltweit. Das Marktforschungsunternehmen IDC rechnet im Zeitraum von 2016 bis 2019 in diesem Segment mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von nahezu 60 Prozent; es soll bis 2019 ein Volumen von 3,9 Milliarden Dollar erreichen (IDC Worldwide Hyperconverged Systems 2015–2019 Forecast, Doc # 255614, April 2015).

In Deutschland scheint sich die Konvergenz langsamer zu etablieren. Hand Schramm von Dell in Deutschland sagt: „ Wir haben die Kunden in der Vergangeneheit ja auch geradezu zum klassischen SAN geprügelt, weg vom direct attached storage. Jetzt fühlt sich der deutsche Kunde damit wohl – und es funktioniert ja auch.“

Netzwerkfrösche und Storage-Störche

Gegenüber diesem Ansatz sind die (hyper)-konvergenten Systeme geradezu eine Revolution. Die Appliance „XC6320“ ist das neueste Mitglied in dem Appliance-Portfolio von Dell. Sie enthält vier Server-Knoten mit mehr als 44 Terabyte Speicher in einem 2U-Formfaktor. Wie alle Appliances können darauf verschiedene Hypervisoren laufen: ESXi, Hyper-V und KVM, darauf virtuelle Maschinen und Controller VMs, eine pro Knoten ist notwendig.)

Vor rund einem Jahr packte Dell erstmalig Nutanix auf seine Appliance.
Vor rund einem Jahr packte Dell erstmalig Nutanix auf seine Appliance.
(Bild: Dell)

Darunter bildet sich quasi automatisch ein Storage-Pool, der sowohl Snapshots erlaubt, Clones, Kompressionen, De-Duplikationen und Analysen. In der Ebene unterhalb, dort wo normalerweise Switches angesiedelt sind, brauchen Administratoren nichts mehr einrichten. Nach Angaben von Hans Schramm kommen die „Netzwerk-Frösche“ mit dieser Art der Netzwerk-Implementierung gut klar, denn sie kennen das Prinzip „alles Ethernet“. (Abbildungen 7 und 8: Networking-Produkte von Dell)

Die „Server-Karpfen“ gewöhnten sich ebenfalls sehr schnell an den Gedanken einer Standard-Hardware. Schwer täten sich in der Regel jedoch die Storage-Störche; denn die Komplexität ihrer Systeme sei plötzlich futsch.

Einer der deutlichsten Vorteile: Damit lassen sich der benötigte Platz für Racks und die benötige Strom- und Kühlinfrastruktur bei Service-Providern und sehr großen, automatisierten Rechenzentren von Unternehmen deutlich senken. Die neuen All-Flash-Knoten „Dell XC630-10F“ und „XC6320-6F“ bieten eine hohe Leistung und geringe Gesamtkosten beim Einsatz von Data-Tiering-Flash-Lösungen, die auf der tatsächlichen Nutzung der Daten beruhen.

Dell-Software für Datensicherung und -wiederherstellung

„Dell Appassure“ wird abgelöst – nicht sofort, versteht sich. Die nächste Generation der Software „Dell Data Protection“ | „Rapid Recovery“ – mit der Möglichkeit der Datensicherung in die Cloud – integriert bekannte Funktionen von Dell Appassure mit anderen Dell-Lösungen und eliminiert Ausfallzeiten in den IT-Umgebungen von Unternehmen (siehe: Abbildung 5).

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Rapid Recovery enthält die Technik „Rapid Snap for Applications“. Damit lässt sich der relevante Status einer gesamten Applikation, einschließlich eines RTOs (Recovery Time Objective) nahe Null und einer Berücksichtigung ständiger Datenaktualisierungen, problemlos erfassen.

Neu ist die Funktion „Rapid Snap for Virtual“; sie basiert auf „Dell vRanger“ und ermöglicht eine agentenlose Datensicherung in VMware-Umgebungen. Sie entdeckt und sichert automatisch die von einem ESXi-Host bereitgestellten virtuellen Maschinen.

vRanger wird günstiger

Ferner hat Dell die Leistungsfähigkeit von Dell vRanger, das es weiterehin geben wird, einer skalierbaren Lösung zur Datensicherung von virtuellen Umgebungen, verschlankt „durch weniger Management-Schnickschnack“ sowie das Pricing vereinfacht. Nach Angaben von Stefan Rabben, Dell Deutschland, wird die Software zudem preisgünstiger. Die einfach anzuwendende Bare-Metal-Restore (BMR)-Funktion aus Cloud-Archiven verstärkt die leistungsfähigen Cloud-Connectivity- und Recovery-Funktionalitäten.

„Rapid Recovery Repository“ (R3) mit Verschlüsselung und eine Client-seitige Deduplikation basieren auf der „Rapid-Data-Access“ (RDA)-Protokolltechnik. RDA ermöglicht Direct-to-Target-Backups und reduziert damit den Aufwand für die Deduplikation deutlich. Zusammengenommen führt dies zu schnelleren Snapshots, kürzeren Datentransferzeiten und einer besseren Skalierbarkeit, so Dell.

Dell Pro Deploy Enterprise Suite beschleunigt die Implementierung

Die „Dell Pro Deploy Enterprise Suite“ (siehe: Abbildung 6) enthält drei Deployment-Services, Schulung und Zertifizierung und schafft so die Basis für die zügigere Inbetriebnahme eines zukunftsfähigen Rechenzentrums.

Mit „Dell Pro Deploy Plus“ sollen Unternehmen in kurzer Zeit neue Technologien integrieren und langfristig die Performance ihrer kritischen Systeme optimieren können.

Dell Expert Deployment ermöglicht eine deutlich schnellere Implementierung und eröffnet Unternehmen damit bislang ungenutzte Innovationspotenziale.

Auch Channel-Partner sind in der Lage, die Deployment-Services zu nutzen und damit ihr Leistungs- und Serviceportfolio zu erweitern. Mit Hilfe spezieller Schulungen und einer Zertifizierung unter der Bezeichnung „Dell Deployment Services Competency“ können Partner und Kunden die gleiche Storage- und Netzwerkexpertise wie Dell-Mitarbeiter erwerben.

Dell baut Application Modernization Portfolio aus

Viele Unternehmen, die in ihren Rechenzentren neue Technologien einführen wollen, müssen dazu auch ihre Applikationen auf andere Plattformen migrieren oder neu designen. Für diese Anwendungsszenarien eignet sich das neue Dell Application Modernization Portfolio, eine umfassende Sammlung integrierter Softwarelösungen zur Vereinfachung und Modernisierung von Applikationen. Als Ergebnis der Implementierung sollen Unternehmen schneller auf neue Anforderungen reagieren können.

Durch die Zusammenfassung der Modernisierungsangebote in einem gemeinsamen Framework können die Mitarbeiter von Dell Services auch sehr komplexe Konfigurationen in Unternehmen effizienter neu gestalten. Nach dem Baukastenverfahren lassen sich vorkonfigurierte Lösungen und Modernisierungstechnologien optimal kombinieren.

Verfügbarkeit:

  • Die Dell Datacenter Scalable Solutions DSS 7000, 1510, 1500 und 2500 sind ab sofort verfügbar;
  • Die Storage-Angebote Dell Storage SC9000, Dell Storage Center 6.7, Dell Storage SC400 und SC420 sind ebenfalls ab sofort erhältlich;
  • Dell Data Protection | Rapid Recovery wird im Verlauf des vierten Quartals 2015 als kostenloses Upgrade für Anwender von Dell Appassure verfügbar sein;
  • Die Dell XC6320 Appliance ist ab sofort verfügbar, und die All-Flash-Knoten Dell XC630-10F und XC6320-6F werden im November 2015 erhältlich sein;
  • Die Dell Pro Deploy Enterprise Suite und die Dell Deployment Services Com-petency sind ab sofort verfügbar;
  • Das Dell Application Modernization Portfolio ist ab sofort als Teil der Dell-Services-Application-Modernization-Lösungen erhältlich.

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