Icahn lässt den Dell-Gründer gewähren Dell bleibt bei Michael Dell

Redakteur: Harry Jacob

Jetzt hat Michael Dell endlich freie Bahn: Investor Carl Icahn will ihm nicht länger in die Quere kommen. Der streitbare Milliardär zieht sich zurück – mit einem Gewinn von angeblich bis zu 70 Millionen Dollar.

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Michael Dell kann nun mit breiter Zustimmung zu seinen Plänen rechnen – Widersacher Carl Icahn zieht sich zurück.
Michael Dell kann nun mit breiter Zustimmung zu seinen Plänen rechnen – Widersacher Carl Icahn zieht sich zurück.
(Bild: Dell)

Michael Dell hat es schon fast geschafft. Am Donnerstag, 12. September 2013, werden ihm die Aktionäre wahrscheinlich die Zustimmung erteilen, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Dann kann er, unbehelligt von Quartalsberichten und ohne Rücksicht auf Kursschwankungen und Renditewünsche der Aktionäre, das Unternehmen nach seinen Vorstellungen umbauen. Drei Mal war die Abstimmung über seine Pläne bereits verschoben worden. Nun sieht es danach aus, als könnte er bald loslegen.

Lange Zeit stand ihm dabei ein Mann im Weg: Carl Icahn, gefürchteter Investor, der gerade eben mit seinem Engagement bei Apple Schlagzeilen macht. Er will dieser Tage mit Tim Cook darüber sprechen, dass die Aktionäre an den Barreserven Apples beteiligt werden sollten, die sich auf über 110 Milliarden Dollar belaufen.

Plus für die Aktionäre...

Bei Dell hat Icahn zwar seine ursprünglichen Pläne nicht durchsetzen können, aber immerhin hat er für die Aktionäre – und damit auch für sich selbst – einen Aufschlag von Seiten Michael Dells und seines Finanz-Partners Silver Lake durchgesetzt. Zuletzt hatten sie das Angebot um 10 Cent pro Aktie erhöht und außerdem einer Sonderdividende von 13 Cent und einer garantierte Dividende von 8 Cent für das dritte Quartal zugestimmt.

Im Gegenzug musste das Board von Dell den geänderten Abstimmungsregeln zustimmen, nach denen nicht abgegebene Stimmen nicht – wie sonst üblich – als Gegenstimmen gezählt werden. Die Änderung in diesem wichtigen Punkt hat Icahn letztendlich bewogen, sich zurückzuziehen. Der Kampf gegen Michael Dells Pläne sei dadurch beinahe aussichtslos geworden.

...und die eigene Tasche

Der streitbare Investor räumte das Feld aber nicht ohne eine erneute Spitze gegen das Management: Er habe viel für die Aktionäre erreicht, indem er eine Nachbesserung des Angebots erzwungen habe. Dies sei eigentlich die Aufgabe des Boards gewesen, wetterte Icahn in einem Brief am Montag Abend.

Auch für ihn hat sich das Engagement gelohnt: Zwischen 55 und 70 Millionen Dollar Gewinn soll er in kurzer Zeit eingefahren haben.

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