Backup und Recovery sind plötzlich wieder en vogue

Datensicherungsfirmen kaufen sich vermehrt Know-how ein

11.03.2010 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

Der Gesamtumsatz des Backup-Markts stieg im angegebenen Zeitraum von ca. 2,5 Mrd. Dollar auf fast 3,0 Mrd. Dollar. (Quelle: Gartner)
Der Gesamtumsatz des Backup-Markts stieg im angegebenen Zeitraum von ca. 2,5 Mrd. Dollar auf fast 3,0 Mrd. Dollar. (Quelle: Gartner)

Backup und Recovery sind im Rechenzentrum zur Routine geworden und begeistern weder Anwender noch Anbieter - bislang zumindest. Jetzt aber ist der Markt im Umbruch. Getrieben von mehr Datenwachstum einerseits und neuen technischen Möglichkeiten wie Server-Virtualisierung andererseits, ergeben sich viele neue Anforderungen an die Datensicherung.

Die Anbieter von Programmen für Backup und Wiederherstellung versuchen, die Bewegungen im Markt für sich zu nutzen und ihr Angebot mit neuen Diensten und Dienstleistungen aufzumöbeln.

Eine schnelle Möglichkeit, das eigene Produktportfolio zu erweitern, liegt im Zukauf von Technik, also der Übernahme von Unternehmen. Fast alle großen Anbieter haben sich in der Vergangenheit dieser Methode bedient und werden es wohl auch in Zukunft tun.

Der Markt wächst stetig

Denn das Geschäft mit Produkten für Backup und Recovery gilt als solider Wachstumsmarkt mit einem Volumen von 2,94 Milliarden Dollar im Jahr 2008. Das sind 14,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet zwar – konjunkturbedingt – für 2009 einen leichten Rückgang auf 2,90 Milliarden Dollar, aber schon in diesem Jahr soll wieder mehr verkauft und die Drei-Milliarden-Dollar-Hürde genommen werden.

Das durchschnittliche weltweite Umsatzwachstum (CGAR = Compound Annual Growth Rate) bis 2013 soll bei jährlich 3,7 Prozent liegen. Kein Wunder also, dass sich jedes Unternehmen einen möglichst großen Teil vom Kuchen abschneiden möchte und das gelingt oft schnellsten durch Firmenzukäufe.

Highlight Übernahme von Data Domain

Dabei ist die Anzahl der Übernahmen im Speichergeschäft seit 2006, als 50 Firmen ihre Besitzer wechselten, bis 2009 (nur mehr 17 Übernahmen) stetig gesunken. Der eifrigste Zukäufer von Know-how ist Speicherspezialist EMC, der es seit 1994 auf mehr als 60 Firmenaufkäufe bringt und sich im vergangenen Jahr weitere fünf neue Unternehmen einverleibte.

Spektakulär war sicherlich der Kampf mit dem Konkurrenten Network Appliance um Data Domain. Rund 2,1 Milliarden Dollar war der Tucci-Company der Erwerb von Techniken zur Deduplizierung wert.

Dabei ist EMC nur die Nummer drei im Markt für Backup- und Recovery-Software in verteilten Umgebungen. Unangefochten an der Spitze liegt Symantec mit den beiden Top-Produkten „Netbackup“ und „Backup Exec“.

Zusammen erreichen diese beiden Programme 2008 laut Gartner einen Marktanteil von 43,7 Prozent, gefolgt von IBM mit 15,7 Prozent und EMC mit 11,4 Prozent. Von den Top Drei Anbietern hat aber nur EMC im vergangenen Jahr Firmen zugekauft.

EMC kaufte Dedup-Funktionen, VM-Backup, Ressourcen-Management ...

Allein anhand der Einkäufe von EMC lassen sich gut die Trends im Markt ablesen. Neben der Daten-Deduplizierung spielt sicherlich die Datensicherung von virtuellen Maschinen eine wichtige Rolle: EMC, schon Eigentümer von VMware, kaufte im vergangenen Jahr noch FastScale Technology hinzu.

Das Unternehmen hatte sich auf die Entwicklung von Software zur besseren Auslastung von Servern konzentriert. Die „Composer Suite“ dient dem Ressourcen-Management und wird in EMCs „Ionix“-Portfolio eingegliedert.

Der Composer soll dafür sorgen, dass mehr virtuelle Maschinen auf einem Server eingerichtet, der Speicherbedarf reduziert und die Verwaltung von herkömmlichen, virtualisierten und auf Cloud-Techniken basierenden Umgebungen vereinheitlicht wird.

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