IDC veröffentlich Zahlen für 2014 bis 2018 zum IT-Markt in Deutschland

Daten und Security sollen 2015 Priorität eingeräumt werden

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Die Analysten von IDC wagen eine Prognose bezüglich der IT-Ausgaben über das Jahr 2015 hinaus.
Die Analysten von IDC wagen eine Prognose bezüglich der IT-Ausgaben über das Jahr 2015 hinaus. (Bild: Coloures-pic / Fotolia.com)

Das Wirtschaftswachstum (Bruttoinlandsprodukt) in Deutschland erfüllt die am Jahresanfang prognostizierten zwei Prozent Wachstum für 2014 wahrscheinlich nicht. Das hat auch Einfluss auf den IT-Markt.

Der IT-Markt in Deutschland beträgt nach Schätzung von IDC rund 61,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2018 soll er 67,2 Milliarden Euro groß sein.
Der IT-Markt in Deutschland beträgt nach Schätzung von IDC rund 61,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2018 soll er 67,2 Milliarden Euro groß sein. (Bild: IDC)

Für das laufende Jahr errechnen die IDC-Analysten ein Marktvolumen in Höhe von 61,2 Milliarden Euro. Bis 2018 werden sich die Ausgaben deutscher Firmen für IT um jährlich 2,6 Prozent auf dann 67,2 Milliarden steigern.

Die für dieses Jahr angegebene Verteilung auf Hardware (21 Prozent), Software (31 Prozent) und Services (48 Prozent) soll sich in den kommenden fünf Jahren trotz Cloud-Computing nicht wesentlich verschieben, prognostiziert Matthias Zacher, Senior Consultant beim Marktforschungsinstitut IDC: „Die Ausgaben für Cloud-Computing betreffen nicht nur den Bereich Services, sondern auch Hard- und Software, wenn man auch die Investitionen für private Clouds berücksichtigt.“

Auch Open-Source-Bestrebungen schlagen sich noch nicht in bare Münze um. Zwar sind derzeit einige Aktivitäten vor allem der großen Hersteller zu verzeichnen, die OpenStack-Anwendungen mit Rundum-Services praktikabel machen, dafür aber dann auch Geld verlangen. Keine Gefahr sieht Zacher für kostenpflichtige Desktop-Software, da sich Linux und Konsorten dort zumindest bislang nicht durchsetzen konnten.

IT-Ausgaben geordnet nach Unternehmensgrößen

Besonders interessant sind die IT-Ausgaben, geordnet nach der Unternehmensgröße. Während große Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter in diesem Jahr für knapp die Hälfte (48 Prozent) aller deutschen IT-Investitionen verantwortlich waren und die kleinen (19 Prozent) und mittelgroßen (21 Prozent) Firmen zusammen 40 Prozent der IT-Einkäufe tätigten, halten sich die großen Mittelständler zurück.

Sie fragten nur 12 Prozent aller IT-Produkte nach. Für IDC-Analyst Zacher ist das ein Hinweis darauf, dass diese Unternehmen besonders effektiv aufgestellt und IT-mäßig bestens organisiert sind. „Der gehobene Mittelstand arbeitet sehr effizient und hat seine IT im Griff.“

Dass das verarbeitende Gewerbe den Löwenanteil an den IT-Ausgaben tätigt, überrascht nicht, wohl aber die Tatsache, dass die Logistikbranche mit nur einem Prozent zu Buche schlägt. Offenbar führte der Umbruch in diesem Bereich mit dem wachsenden Online-Geschäft einerseits und den Bestrebungen, an den Stadträndern große Warenverteilungszentren zu errichten, noch nicht zu Mehrausgaben für IT.

Sabrina Stadler, IDC-Consultant, erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem der Handel mehr in IT investieren wird.
Sabrina Stadler, IDC-Consultant, erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem der Handel mehr in IT investieren wird. (Bild: IDC)

Finanzwirtschaft und Öffentliche Hand liegen vorne

Laut Zachers Kollegin Sabrina Stadler, IDC-Consultant, sollen aber immerhin die IT-Ausgaben des Handels, die derzeit nur 2,3 Prozent vom Gesamtmarkt ausmachen, bis 2018 überproportional steigen, also mehr als das durchschnittliche Wachstum von 2,6 Prozent im Jahr erreichen. Nach dem verarbeitenden Gewerbe geben die Betriebe der Finanzwirtschaft mit 16,6 Prozent und die öffentliche Verwaltung (11,3) in diesem Jahr das meiste Geld für IT-Produkte aus.

Bis 2018 müssen die Versorgungsunternehmen am meisten in die Tasche greifen und in IT investieren. Insbesondere die Abkehr von Atomkraft mit der dazu notwendigen Umorientierung auf andere Energieformen sowie der Ausbau der Leitungsnetze lässt auch die IT-Ausgaben dort überproportional steigen: IDC schätzt, dass Versorger jährlich 4,4 Prozent mehr für IT ausgeben, während die öffentliche Verwaltung jährlich nur 1,1 Prozent mehr in IT investiert.

Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC: „Datenanalyse und Security-Themen werden 2015 deutsche Firmen besonders beschäftigen.“
Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC: „Datenanalyse und Security-Themen werden 2015 deutsche Firmen besonders beschäftigen.“ (Bild: Uwe Noelke)

Für das kommende Jahr erwartet Zacher, dass Unternehmen sich verstärkt mit den gesammelten Daten beschäftigen werden. „Datenhaltung und –analyse auch von unstrukturierten oder semi-strukturierten Daten wird 2015 im Zentrum stehen, weil Unternehmen damit wirklich Umsatz und Gewinn erzielen können.“ Ebenso wichtig bleibt der Dauerrenner Security, wo derzeit viele Entwicklungen auf den Markt kommen. Denn eines bleibt auch für 2015 konstant: Das Ringen um wirtschaftliche Vorteile, das auch vor Kriminalität und Wirtschaftsspionage nicht Halt macht.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

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