Die schöne neue Welt der Applikationen steckt fest

Datacenter-Infrastrukturen sind unsensibel und verstehen ihre Anwendungen nicht

| Autor / Redakteur: Ralf Sydekum* / Ulrike Ostler

Keine Bewegung auf Layer 4 bis 7

Falls Application-Services für Layer 4-7 existieren, sind sie in der Regel statisch und isoliert. Sie können weder das Rechenzentrum und die Netzwerkinfrastruktur dynamisch optimieren noch Schutz vor bekannten und unbekannten Bedrohungen bieten oder Applikationen zuverlässig über ein Portfolio von Public und Private Clouds hinweg bereitstellen.

Ist die RZ-Infrastruktur Applikations-zentriert, lassen sich auch Veränderungen auf der Ebene 4 bis 7 im Netz wahrnehmen.
Ist die RZ-Infrastruktur Applikations-zentriert, lassen sich auch Veränderungen auf der Ebene 4 bis 7 im Netz wahrnehmen. (Bild: unclesam/ Fotolia.com)

Während Virtualisierung die Computer- und Storage-Infrastrukturen tatsächlich gewandelt hat, hinkt die Entwicklung der Netzwerkinfrastrukturen hinterher. Initiativen wie SDN (Software Defined Networking) haben das Ziel, die genannten Probleme zu lösen, doch sogar diese Ansätze greifen zu kurz.

Während sie versuchen, die netzwerkzentrierten Herausforderungen, die den heutigen Netzwerk-Fabrics inhärent sind, zu adressieren, fehlt es noch an umfassendem Support für die Application Services (Layer 4-7). Da aber die Unterstützung der Applikationen eine zentrale Funktion des Netzwerks darstellt, muss jede neue Netzwerkarchitektur beide Bereiche adressieren – sowohl die Netzwerkschicht (Network Layer) als auch die Anwendungsschicht (Application Layer).

Die alten Modelle stoßen an ihre Grenzen

Ein neuer, adäquater und in die Zukunft gerichteter Ansatz muss applikationszentriert sein und sich nicht nur an Geräten oder am Netzwerk orientieren, sondern an den Anwendungen. Applikationen müssen ohne Einschränkungen, dabei gleichzeitig kontrolliert bereitgestellt werden – und das am besten ortsunabhängig, zu jeder Zeit, sicher, schnell, einfach und verlässlich.

Software Defined Application Services (SDAS) ist ein neues Modell, um Anwendungsdienste (Application Services) zuverlässig und flexibel bereitzustellen. SDAS kombiniert innovative Entwicklungen aus den Bereichen Skalierbarkeit sowie Programmierbarkeit und setzt auf einer Entkopplung der Data und Control Plane auf.

Erst diese Kombination ermöglicht es, die Application Delivery Services auf alle Anwendungen flexibel, sicher und standortunabhängig auszuweiten. Dieser Ansatz ermöglicht Service Injection, Bereitstellung, Automatisierung und Orchestrierung über ein einheitliches Framework aus gebündelten Ressourcen.

Eine SDAS-Fabric

Eine SDAS-Fabric bietet somit eine Basis, um flexible Application Services aufzubauen, bei Bedarf auch außerhalb der eigenen Rechenzentrumsgrenze und innerhalb von Cloud-Umgebungen. Der Grund hierfür liegt in der zur Verfügung gestellten Flexibilität und Datenkonsistenz, die benötigt wird, um Services in einem dynamischen Umfeld zu skalieren und zu verwalten.

Applikationen, die über Netzwerke und in unterschiedlichen Umgebungen laufen, sind zahlreichen Herausforderungen in Bezug auf Performanz, Sicherheit und Verfügbarkeit ausgesetzt. Diese Bedenken auszuräumen, wird immer komplexer. Besonders, wenn Cloud Computing eine Rolle spielt, werden häufig zahlreiche Lösungen verschiedenster Hersteller benötigt, was ein konsistentes Management derselben erschwert.

Diese Inkonsistenz ergibt sich aus dem Datacenter-Stack, bei dem die Anwendungsbereitstellung ziemlich statisch bleibt – trotz der zentralen, oftmals geschäftskritischen Rolle, die sie spielt. Cloud Computing und SDN haben sich entwickelt, um bestimmte wirtschaftliche und operative Probleme zu lösen. Jedoch gelingt es diesen Ansätzen nicht, den Herausforderungen, die insbesondere Applikationen oder gar Änderungen von Applikationsarchitekturen betreffen, flexibel zu begegnen.

Ralf Sydekum: „Ein neuer, adäquater und in die Zukunft gerichteter Ansatz muss applikationszentriert sein und sich nicht nur an Geräten oder am Netzwerk orientieren.“
Ralf Sydekum: „Ein neuer, adäquater und in die Zukunft gerichteter Ansatz muss applikationszentriert sein und sich nicht nur an Geräten oder am Netzwerk orientieren.“ (Bild F5 Networks)

Der Appell

Heute müssen Service Provider und Unternehmen Application Services effizient vorhalten und dabei den Anforderungen und Bedürfnissen individueller Nutzer und Services gerecht werden. Mehr denn je müssen heute Skaleneffekte genutzt sowie flexible, erweiterbare Application Services schnell und sicher zur Verfügung gestellt werden.

Mit dem Einsatz standardisierter Mechanismen über Rechenzentren hinaus bis in Cloud-Umgebungen hinein lassen sich Zeitaufwand und Kosten reduzieren. Darüber hinaus schaffen sie die Möglichkeit, neue Applikationen und Architekturen einzusetzen.

* Ralf Sydekum ist Manager Field Systems Engineering DACH bei F5 Networks.

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