Qualitätsmanagement führt in der IT ein Mauerblümchen-Dasein

Das Software-Testing ist von gestern

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

"Solid as a Rock"? Das ist ohnehin ein sehr unpräziser Begriff.
"Solid as a Rock"? Das ist ohnehin ein sehr unpräziser Begriff. (Foto: Wikimedia, Mike Beauregard / CC BY 2.0)

Das Testing beginnt, indem man Anwendungen für die User freigibt? Man möchte doch hoffen, dass es das nicht mehr gibt. Aber zum Abschluss neuer Softwareentwicklungen scheint immer noch wenig planvolles Vorgeben weit verbreitet zu sein.

„Das haben wir immer so gemacht.“ So scheint in den meisten Unternehmen die Devise zu lauten, wenn es um die Qualitätssicherung neuer Applikationen geht. Doch heute geht es nicht mehr um hausinterne Anwendungen, deren Fehler man den Mitarbeitern schon mal einige Wochen oder Monate zumuten kann. Zunehmend gibt es Apps und andere Prozesse, die Externe, vor allem Kunden und Interessenten nutzen. Fehler machen schnell ein schlechtes Image, betreffen direkt das Geschäft. Von der Sicherheit wollen wir gar nicht erst reden.

PAC befragte 200 IT-Verantwortliche

Accenture wollte wissen, ob sich die neuen Anforderungen bei den Anwenderunternehmen auch in neuen Testing-Strategien niedergeschlagen haben und hat dazu das Beratungsunternehmen PAC mit einer Untersuchung beauftragt. Die Pierre Audoin Consultants befragten 200 Testing- und IT-Verantwortliche in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die kamen aus verschiedenen Branchen in den führenden Industrieländern Europas.

In der Umfrage erklärten mehr als drei Viertel der Unternehmen, dass der Ausbau ihrer digitalen Präsenz in den nächsten zwei Jahren für die IT Priorität habe. Dabei legen sie Wert auf die Qualität durchgängiger Geschäftsprozesse. Das Zusammenspiel neuer Anwendungen mit bestehenden wird wichtiger. Und natürlich: Mehr als 90 Prozent der Unternehmen haben Funktions- und Sicherheitstests ganz oben auf der To-do-Liste.

Sie wissen, was sie nicht tun

Die Realität scheint trüber auszusehen: Gerade 18 Prozent der befragten europäischen Unternehmen haben so etwas wie eine Strategie zum Testen von Anwendungen. Anders gesagt: Vier von fünf Firmen testen, wie es gerade so kommt. Und das kann schon mal knapp werden. Denn mehr als 85 Prozent der Befragten rechnen mit Ausgabenbeschränkungen für ihre Testing-Teams. Sie vertrauen zugleich auf eine dann engere Zusammenarbeit mit den Geschäftsverantwortlichen.

Die meisten Unternehmen nutzen heute ein Flickwerk verschiedener Testing-Ansätze. Die Mehrzahl nutzt heute verschiedene Tools von Eigenentwicklungen über Open Source bis hin zu kommerziellen Werkzeugen. In gleicher Weise sind die Ansätze vielfältig; sie reichen von Virtualisierung und Testen in Produktion (!) bis zur Simulation. In mehr als 60 Prozent der Unternehmen testet ein und dasselbe Team digitale Services und bestehende Applikationen.

Testing-Strategien neu definieren

„Social, Mobile, Analytics, Cloud und zunehmend das Internet der Dinge machen eine Neudefinition der bestehenden Testing-Strategien notwendig. Nur die Kapazitäten auszuweiten, reicht nicht aus“, kommentiert Matthias Rasking, Leiter der europäischen und südamerikanischen Testing-Aktivitäten von Accenture, die Befunde. „Unternehmen müssen verbesserte Prozesse und Tools entwickeln sowie Spezialisten finden, um ihre digitalen Applikationen zu testen, die Performance zu überwachen und die Sicherheit ihrer gesamten IT-Plattform zu gewährleisten.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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