IFS: Fünf Faktoren verändern die Fertigungsbranche

Das prägt die Fabrik der Zukunft

| Autor: Ludger Schmitz

In der Fabrik der Zukunft werden nicht mehr Einzelgeräte für High-Tech-Anmutung sorgen, sondern sie wird von der Vernetzung der Systeme geprägt sein.
In der Fabrik der Zukunft werden nicht mehr Einzelgeräte für High-Tech-Anmutung sorgen, sondern sie wird von der Vernetzung der Systeme geprägt sein. (Bild: Dieter Pschmann, pixelio.de)

Die IT ist das Rückgrat von Industrie 4.0. Sie ist dabei nicht nur der Anlass von Neuerungen, als auch die technische Grundlage von Neuerungen, deren Kern eigentlich auf anderen Gebieten liegt. Neben die Werker im Blaumann treten die „White Collar“-Kollegen aus der IT.

Im Vergleich zum Hype um das Internet der Dinge ist dessen Gegenstück in der Produktion, Industrie 4.0, gefühlt „out of fashion“. In der Praxis dürften die Verhältnisse genau umgekehrt sein; es tut sich allerhand in den Werkhallen. Innovative Technologien machen die Produktion nicht nur schneller, flexibler und agiler. Sie ziehen auch neue Organisationsformen und einen kulturellen Wandel nach sich.

IT wird das Fundament von fünf Trends

Der ERP-Anbieter IFS, der seit über 30 Jahren Unternehmenssoftware für Produktionsunternehmen entwickelt, benennt fünf Faktoren, welche Trends die Produktion von morgen prägen. In allen Fällen bildet die IT die entscheidende Basis.

1. Stärkere Lokalisierung

Fertigungsunternehmen werden künftig noch wesentlich stärker ausdifferenziert und verteilter sein. Kleinere, aber dafür mehr Standorte sorgen dann dafür, dass sie einen besseren Zugang zu lokalen Ressourcen haben und auf neue Marktanforderungen direkt vor Ort reagieren können. Das ermöglicht ihnen, ihre Supply Chains zu optimieren, agiler zu sein und die Lieferzeiten deutlich zu verkürzen. Daneben wird es aber auch weiterhin sehr große Fertigungsstandorte geben, an denen die Unternehmen ihre größten und wichtigsten Teile herstellen oder montieren.

2. Fortschreitende Digitalisierung

Durch die stärkere Lokalisierung der Supply Chain spielt die Informationstechnologie in Zukunft eine noch größere Rolle, als das in der Branche ohnehin schon der Fall ist. Ein Beispiel dafür ist der 3D-Druck. Er wird es etwa ermöglichen, dass ein lokaler Vertriebsstandort zumindest bei kleineren Ersatzteilen einfach die Blaupause herunterlädt und sie direkt vor Ort druckt.

Darüber hinaus wird die zunehmende Verbreitung von Cloud Computing und des Internets der Dinge eine neue Generation intelligenter Objekte hervorbringen, die Fertiger mit Echtzeitdaten versorgen können. Sensoren von Anlagen und Maschinen, die bei Kunden installiert sind, liefern den Herstellern dann beispielsweise selbstständig wertvolle Informationen für die Wartung und Instandhaltung, mit deren Hilfe sich bessere After-Sales-Services erbringen lassen.

3. Ausweitung von Kooperationen

Produktionsunternehmen gehen künftig deutlich mehr Partnerschaften ein und arbeiten wesentlich enger zusammen, als sie das heute tun. Zum einen werden sie Partnerschaften mit Universitäten schließen, um sich frühzeitig die besten Talente zu sichern. Aber auch untereinander werden sie stärker kollaborieren.

In ersten Ansätzen hat dies beispielsweise der britische Hersteller von Transportverpackungen Loadhog bereits realisiert. Er hat mit einem seiner wichtigsten Zulieferer ein Austauschprogramm für Auszubildende ins Leben gerufen, von dem beide Unternehmen profitieren.

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