OSB Alliance veröffentlicht Mitgliederumfrage 2015 Das Open-Source-Business floriert

Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Die deutschen Anbieter von Open-Source-Software erwarten für das laufenden Jahr zweistellige Umsätze. Open Source ist in der Wirtschaft angekommen; Kritik gibt es an politischen Rahmenbedingungen.

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(Bild: Klaus Traub, pixelio.de)

Die Open Source Business Alliance hat die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage unter ihren Mitglieder veröffentlicht. Die Zahlen werfen Schlaglichter auf ein Segment der IT-Branche, das den Gründerzeiten entwachsen ist. Die Anbieter wachsen, aber mit Bedacht.

Die kleinen Startups machen sich

Rund 185 Mitglieder hat die OSB Alliance, mit großer Mehrheit sind es Softwarehäuser. Das waren vor wenigen Jahren durchweg Kleinbetriebe, deren Mitarbeiterzahl man an einer Hand abzählen konnte. Inzwischen hat sich das Bild verschoben: 36 Prozent der OSB-Alliance-Mitgliedsfirmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. 42 Prozent zählen 10 bis 99 Mitarbeiter. Noch mehr Leute zählen 21 Prozent der Mitglieder. Das sind vor allem deutsche Tochtergesellschaften.

Die Open-Source-Branche ist optimistisch für den Verlauf des Jahres 2015. Im Durchschnitt erwarten diese Firmen ein Umsatzwachstum von 16 Prozent. Gleichermaßen viele, nämlich jeweils 31 Prozent, gehen von Umsatzsteigerungen bis zehn oder zwischen elf und 20 Prozent aus. Mit mehr als 20 Prozent rechnen sogar 22 Prozent. Vier Prozent erwarten einen Umsatzrückgang und 13 Prozent Stagnation.

Neue Mitarbeiter sind gesucht

Ihr weiteres Wachstum gehen die Open-Source-Anbieter allerdings nicht mit Karacho, sondern mit Bedacht an. Genau die Hälfte von ihnen wollen ein bis vier weitere Mitarbeiter einstellen, 16 Prozent fünf bis zehn neue Fachkräfte. Neun Prozent haben mehr als zehn Arbeitsplätze frei. 19 Prozent planen keine Neueinstellungen.

Peter Ganten, Vorsitzender der OSB Alliance
Peter Ganten, Vorsitzender der OSB Alliance
(Bild: Univention)
Rund die Hälfte der Unternehmen misst dem Einfluss der Politik hohe Bedeutung bei. Ihrer Ansicht nach sollte Open Source in der IT-Politik eine „sehr großen/großen“ Stellenwert haben. Die Firmen versprechen sich von einem größerem Engagement der Politik Verbesserungen ihres Geschäftsumfelds. Mit der Arbeit der aktuellen Regierung in dieser Hinsicht ist die Branche jedoch nicht zufrieden.

Transparenz von Open Source wird Anwendern wichtig

In den Kontext von Megatrends wie Cloud Computing, Mobile und Big Data stellt Peter Ganten, Vorsitzender der OSB Alliance, das zweistellige Wachstum der Open-Source-Firmen. Dabei wirke ein Faktor für das Geschäft: „Zusätzlich spüren wir immer deutlicher die Bedeutung der mit Open-Source-Software verbundenen Transparenz für Geschäftskunden.“

Ganten hebt die zunehmende wirtschaftspolitische Bedeutung der jungen Open-Source-Sparte hervor. „Unsere Mitglieder wollen massiv neue Arbeitsplätze schaffen und Deutschland mit Open-Source-Software so zum digitalen Wachstumsmarkt Nr. 1 machen. Herausforderungen dabei sind der auch von uns immer deutlicher zu spürende Fachkräftemangel sowie die mangelhafte Unterstützung der Open-Source-Wirtschaft durch die Politik.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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