Virtual-Core Customer Cloud der Kamp Netzwerkdienste im Test, Teil 3

Das Gesamturteil: Die Kamp-Virtualisierungssoftware ist spannend

| Autor / Redakteur: Thomas Bär / Ulrike Ostler

Viele Aussichten für die Produktentwicklung

Alles in allem ist die Variante von Kamp im Vergleich zu den großen Konkurrenten VMware, Microsoft oder Citrix im Detail noch nicht ganz so ausgefeilt. Viele Funktionalitäten stehen, so versicherte uns der Hersteller, aber auf der aktuellen Roadmap für das erste Quartal 2012.

Einstellungsmöglichkeiten für SNMP oder automatischen E-Mail-Versand bei Ausfall von Systemen oder Verlassen von zuvor definierten Rahmenparametern sucht der professionelle Administrator in der von uns getesteten Version noch vergeblich. Ist eine permanente Überwachung der Server erforderlich, so müsste der Admin ansonsten diese an einer anderen Stelle konfigurieren.

Dass bei einem Ausfall einer Komponente dies rot leuchtend in der Oberfläche dargestellt wird gefällt. Für die Automatisierung im Batch- beziehungsweise Skriptbetrieb wäre natürlich eine Konsole eine Bereicherung, damit würde sich aber das Produkt von der primären Kundenzielgruppe entfernen.

Der Umgang mit Snapshots

Künftig wird es, zumindest im Zusammenspiel mit iSCSI-Storages, die Möglichkeit geben, zwischen zwei vSevern in einem vRack virtuelle Maschinen zu verschieben, um beispielsweise eine Hardware für Wartungsarbeiten komplett freizubekommen. Bei Verwendung von lokalen Festplatten würde dieses Feature keinen Sinn machen – niemand möchte eine 50 Gigabyte umfassende Maschine über einen 100 Megabit-Switch von einem Server zu einem anderen Server verschieben müssen.

Die Konkurrenz von Kamp wirbt mit den Möglichkeiten „Snapshots“ anlegen zu können. Dieses Feature bietet Virtual-Core in dieser Form nicht. Technisch betrachtet ist dies für den Anbieter auch nur schwierig umzusetzen, da Virtual-Core Raw-Devices auf den Storages nutzt. Raw-Devices nutzen die direkte Hardware und sind entsprechend schnell im Einsatz, jedoch ist der Snapshot-Support somit auch von den Fähigkeiten des Storage-Systems abhängig.

Die derzeit noch angekündigte Unterstützung für Export und Import von VMs über ein NFS-Share im lokalen Netzwerk bietet zumindest eine Möglichkeit den aktuellen Stand einer VM wegzusichern. Dies wäre sicherlich die Grundlage für einen weiteren Wunsch aus Sicht eines Admins: der Erstellung einer VM aus einer bestehenden VM heraus.

Der Autor:

Thomas Bär ist seit mehr als zehn Jahren als freier, ausgebildeter IT-Fachjournalist für verschiedene IT-Titel tätig Schwerpunkt seiner Arbeiten sind IT-Security, Server/Systems/Client-Management und der Einsatz von IT-Systemen in professionellen Umgebungen

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