EDL-G verlangt regelmäßige Überprüfung des eigenen Stromverbrauchs

Da ist noch mehr drin: Aus Energie-Audits Gewinn schlagen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Energie-Audits oder -Monitoring? Viele Firmen ziehen kaum Nutzen aus den gesetzlichen Vorgaben.
Energie-Audits oder -Monitoring? Viele Firmen ziehen kaum Nutzen aus den gesetzlichen Vorgaben. (Bild: CC0: intographics/ Pixabay / CC0)

Seit 2015 sieht das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) vor, dass Unternehmen einer gewissen Größe, so genannte Nicht-KMUs, regelmäßige Energie-Audits durchführen müssen. Eine Strafe? Eine Plage? Oder doch ein Gewinn?

Häufig werden die Energie-Audits nach den Prüfungen als erledigt angesehen und die Ergebnisse landen unbeachtet im Regal. Besonders im Hinblick auf die Kosten, die die Angelegenheit mit sich bringt, stellt sich jedoch die Frage nach Wirtschaftlichkeit. Denn die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen führt in der Regel zu erheblichen finanziellen Einsparungen, sodass sich sowohl das Audit als auch die Investitionen in die neuen Lösungen in kurzer Zeit amortisieren.

Außerdem gibt es Hilfe. Von der Durchführung der Audits über die Konzeption des Sparplans bis zur Umsetzung und Überwachung der einzelnen Schritte stehen Dienstleister wie die KBR GmbH zur Verfügung.

Patrick Unkauf, Energie-Management-Beauftragter bei KBR und BAFA-gelisteter Energie-Auditor, erläutert: „Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, fordert von Nicht-KMU alle vier Jahre die Durchführung eines Energie-Audits nach DIN EN 16247. Dabei wird der gesamte Energie-Einsatz und -verbrauch eines Unternehmens systematisch erfasst und analysiert, Energie-Effizienzmaßnahmen abgeleitet und Potenziale zur Kostensenkung aufgezeigt.“

Kaum zu glauben

Nach Ausführung des Audits wird von einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro abgesehen. Eine zwingende Umsetzung der ermittelten Sparmaßnahmen ist allerdings nicht vorgesehen.

„Das Energie-Audit ist ein wichtiges Instrument, um Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung der Energiekosten festzustellen. […] Der wirtschaftliche Nutzen des Energieaudits ist daher nicht zu unterschätzen“, ist das BAFA laut Website überzeugt. Doch gerade dieser wird von den Unternehmen oft vernachlässigt.

Die Umstellung auf LED-Technik gehört zu den bevorzugten und einfach durchzuführenden Maßnahmen. Weitere Stellen, bei denen sich in den meisten Fällen Kosten senken lassen, sind Heizungsanlagen, Druckluft und Pumpen.
Die Umstellung auf LED-Technik gehört zu den bevorzugten und einfach durchzuführenden Maßnahmen. Weitere Stellen, bei denen sich in den meisten Fällen Kosten senken lassen, sind Heizungsanlagen, Druckluft und Pumpen. (Bild: KBR Kompensationsanlagenbau GmbH)

Unkauf weiß aus Erfahrung: „Das ermittelte Einsparpotenzial kann bis zu 15 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs betragen. Trotzdem sehen viele Unternehmen keinen Bedarf zu handeln.“ Zwar würden die seit 2015 vorgeschriebenen Energie-Audits regelgemäß durchgeführt, die meisten Firmen beließen es jedoch dabei, den Vorschriften Genüge zu tun, und leiteten keine weiteren Schritte ein. So laufen nicht nur die für das Audit aufgewendeten Geldmittel ins Leere, auch die Ausgaben der Unternehmen für Strom sind viel höher als eigentlich nötig.

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Über die KBR Kompensationsanlagenbau GmbH

Entwicklung eines geeigneten Sparkonzepts

Bereits die Realisierung des Energie-Audits selbst birgt großes Einsparpotenzial. Günstig wirkt sich dabei unter anderem die Beauftragung spezialisierter Dienstleister aus, die bei der Ausführung der Audits und der Erstellung eines geeigneten Konzepts helfen.

Nach Angaben des Anbieters ist das „Energy + Punkt“-Programm von KBR besonders umfassend, in dessen Rahmen unter anderem auch Vorträge, Workshops und Schulungen angeboten werden. „In etwa acht Wochen ist das Audit durch KBR mit einer mobilen Messung durchführbar. Dabei halten wir uns streng an die durch die Norm festgelegten Vorgaben. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verantwortlichen im Unternehmen wird im Anschluss ein geeignetes Konzept erarbeitetet, um den größtmöglichen Nutzen für den Kunden zu erreichen“, erläutert Unkauf.

Zuverlässige Dienstleister empfehlen im Zuge des Energie-Audits nicht nur Maßnahmen zur Reduzierung der energiebezogenen Leistung und unterstützen Unternehmen bei deren Umsetzung, sondern messen anschließend auch deren tatsächlichen Erfolg.
Zuverlässige Dienstleister empfehlen im Zuge des Energie-Audits nicht nur Maßnahmen zur Reduzierung der energiebezogenen Leistung und unterstützen Unternehmen bei deren Umsetzung, sondern messen anschließend auch deren tatsächlichen Erfolg. (Bild: KBR Kompensationsanlagenbau GmbH)

Sinnvoll ist es im nächsten Schritt, die Maßnahmen auf den nötigen Kosten- und Zeitaufwand hin zu beleuchten. „Häufig werden dadurch Möglichkeiten aufgedeckt, wie mit geringen oder gänzlich ohne finanzielle Mittel der Energiebedarf des Unternehmens stark eingeschränkt werden kann. Darunter fällt beispielsweise eine Reduzierung des Drucks in der Druckluftanlage um 1 bar, die oft zu Energieeinsparungen von bis zu sechs Prozent führt“, so Unkauf weiter.

Auch die Umstellung auf LED-Technik gehört zu den bevorzugten und einfach durchzuführenden Maßnahmen. Weitere Stellen, bei denen sich in den meisten Fällen Kosten senken lassen, sind Heizungsanlagen und Pumpen. Für komplexe Änderungen sollte allerdings zusätzlich der Rat eines Experten eingeholt werden.

Erfolgsfaktoren für eine effektive Kostensenkung

Unkauf empfiehlt, mit einem offenen Auge durch das Unternehmen oder die Organisation zu gehen und zu hinterfragen, ob einzelne Vorgänge tatsächlich in dieser Form nötig sind. „Oft können Prozesse, die schon seit Jahren immer gleich ablaufen, ganz ohne Unkosten effizienter gestaltet werden“, so der Energiemanager.

Für eine effektive und langanhaltende Einsparung sollten die eingesetzten Maßnahmen zusätzlich kontinuierlich überprüft werden. Auf diese Weise werde die tatsächliche Wirksamkeit der einzelnen Aktionen ermittelt.

In regelmäßigen Abständen sollten aussagekräftige Daten zu den Energiequellen und Hauptenergieverbrauchern eingeholt und ausgewertet werden. Dies kann beispielsweise über intelligente Messgeräte wie das "Multimess D4" mit Display der Multimess-Familie geschehen.
In regelmäßigen Abständen sollten aussagekräftige Daten zu den Energiequellen und Hauptenergieverbrauchern eingeholt und ausgewertet werden. Dies kann beispielsweise über intelligente Messgeräte wie das "Multimess D4" mit Display der Multimess-Familie geschehen. (Bild: KBR Kompensationsanlagenbau GmbH)

Für diesen Zweck sollten in regelmäßigen Abständen aussagekräftige Daten zu den Energiequellen und Hauptenergieverbrauchern eingeholt und ausgewertet werden. Dies könne beispielsweise über intelligente Messgeräte aus der „Multimess“-Familie geschehen.

Aber auch Dienstleister wie KBR können diesen Service bieten: „KBR empfiehlt im Zuge des Energieaudits nicht nur sinnvolle Maßnahmen zur Reduzierung der energiebezogenen Leistung und unterstützt Unternehmen bei deren Umsetzung, sondern misst anschließend auch deren tatsächlichen Erfolg als Nachweis für seine Kunden“, sagt Unkauf.

Neben den angestrebten technischen Veränderungen darf jedoch ein weiterer Faktor nicht außer Acht gelassen werden, der das Ergebnis merklich beeinflusst: die Einstellung der Mitarbeiter. „Der größte Energie-Einspareffekt ergibt sich dann, wenn die Mitarbeiter verstehen, warum es wichtig ist, zum Beispiel in den Pausen das Licht auszuschalten oder Druckluft zu sparen. Hier bietet KBR auch eine Bewusstseinsschulung für die Mitarbeiter vor Ort an“, so Unkauf weiter.

„Häufig werden durch ein qualifiziertes Sparkonzept Möglichkeiten aufgedeckt, wie mit geringem Aufwand der Energiebedarf des Unternehmens stark eingeschränkt werden kann“, erläutert Patrick Unkauf, Energie-Management-Beauftragter bei KBR und BAFA-gelisteter Energie-Auditor.
„Häufig werden durch ein qualifiziertes Sparkonzept Möglichkeiten aufgedeckt, wie mit geringem Aufwand der Energiebedarf des Unternehmens stark eingeschränkt werden kann“, erläutert Patrick Unkauf, Energie-Management-Beauftragter bei KBR und BAFA-gelisteter Energie-Auditor. (Bild: KBR Kompensationsanlagenbau GmbH)

Die Alternativen zum Energie-Audit

Das EDL-G lässt noch zwei Alternativen zum Energie-Audit zu: die Einführung eines zertifizierten Energie-Management-Systems nach DIN EN ISO 50001 oder die eines Umwelt-Management-Systems EMAS laut der Verordnung Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates.

Damit diese Ausnahmeregelungen greifen, müssen durch die Systeme mindestens 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Unternehmens abgedeckt werden. Damit sind sie zwar mit einer höheren finanziellen und zeitlichen Belastung verbunden, doch in der Regel ergeben sich ausgeprägtere Einspareffekte, da ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess angestrebt wird.

Den Vorgaben entsprechend müssen hierbei die Energiekosten und Einsparpotenziale offengelegt und die CO2-Emissionen reduziert werden, wodurch sich zum Teil Steuererleichterungen und EEG-Umlage-Erstattungen ergeben. Darüber hinaus ist die ISO-Norm weltweit anerkannt und kann so im internationalen Markt Wettbewerbsvorteile bieten.

Was praktikabel ist und die Politik will

Welche Lösung sich besser eignet, muss jedes Unternehmen selbst entscheiden. Laut Unkauf lassen sich jedoch bisher folgende Tendenzen feststellen: „Durch den Austausch mit anderen Auditoren kann man sagen, dass eher Unternehmen beziehungsweise Organisationen des produzierenden Gewerbes ISO 50001 einführen und die des nicht produzierenden Gewerbes das Energie-Audit nach DIN EN 16247 bevorzugen.“

Den nächsten Schritt sieht Unkauf allerdings bei der Gesetzgebung: „In Zukunft sollte verankert werden, dass priorisierte Maßnahmen umgesetzt und nachgewiesen werden müssen. Es wäre zudem von Vorteil, für große Unternehmen die Einführung der ISO 50001 vorzuschreiben. Nur so wird es möglich sein, auch in einigen Jahren noch die politischen Vorgaben zur Energiewende einzuhalten.“

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