Rechtzeitig zur Supercomputing Conference 2016 in Salt Lake City

Cray macht von sich reden

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Die XC40 ist das derzeit zweistärkste System von Cray.
Die XC40 ist das derzeit zweistärkste System von Cray. (Bild: Cray Inc.)

Cray hat es mit einem weiteren Supercomputer des Typs XC40 in die Spitzenränge der Top500-Liste geschafft. Noch stärker ist eine XC50 in der Schweiz. Und die Nachfolge-Generation ist bereits absehbar.

Die Supercomputing Conference hat ein altes Thema wieder: Cray. Der Altmeister des Highend-Computings macht mit mehreren Plätzen im vorderen Feld der Top500 von sich reden. Vor einem halben Jahr fand sich der Name Cray fünf Mal in den Top Ten: eine XC30, drei XC40 und an der Spitze eine Cray XK7. Das Bild hat sich mächtig verschoben, das System XK7 steht nur noch auf Platz 3, immerhin ist die Firma aktuell mit vier Systemen auf den zehn Spitzenplätzen vertreten.

Zahlen mit 15 Nullen

Auf Platz 10 findet sich eine Cray XC40 „Theta“, die verbunden mit einem Cray-Speichersystem Sonexion 3000 in der Argonne Leadership Computing Facility (ALCF) am Argonne National Laboratory läuft. Dieses System arbeitet mit Xeon-Phi-Prozessoren („Knights Landing“) von Intel, die jeweils 68 Cores haben. Es kommt auf eine Leistung von 8 Petaflop/s, ausgeschrieben pro Sekunde 8.000.000.000.000.000 Gleitkommaoperationen.

Auf Basis der selben Maschine geht es noch fixer. Der „Cori“-Supercomputer am National Energy Research Scientific Computing Center in Berkeley ist ebenfalls eine Cray XC40. Die steht mit 14 Petaflop/s auf Platz 5. Auf Platz 3 steht die erwähnte XK7 „Titan“ am Oak Ridge National Laboratory mit 17,6 Petaflop/s.

Europas schnellster Computer steht in der Schweiz

Der nächste Shoopting-Star mit dem Label Cray steht derzeit auf Platz 8, eine Cray XC50. Dieses System steht am Schweizer Supercomputing Center (CSCS) und bringt es auf 9,8 Petaflop/s. Es verbindet Xeon-Phi-CPUs mit den Grafikbeschleunigern P100 Tesla von Nvidia.

Das Schweizer System hat den Namen „Piz Daint“ von seiner Vorgängerin übernommen, einer XC30, die es nach mehreren Ausbaustufen zuletzt auf 6,3 Petaflop/s brachte. Ein weiteres Upgrade machte es zu einer XC50 mit gut 50 Prozent mehr Durchsatz. Übrigens ist das neue Piz Daint-System in Sachen Energieeffizienz das zweitbeste in den Top500.

Aber China einsam an der Spitze

Solche Maschinen können allerdings mit dem, was in China derzeit auf die Beine gestellt wird, bei Weitem nicht mithalten. Der lange mit Abstand führende Tianhe-2 („Milky Way-2“) in Guangzhou mit seinen 33 Petaflop/s ist selbst deklassiert worden. Am National Supercomputing Center in Wuxi steht der Sunway TaihuLight, der gleich auf 93 Pflop/s kommt.

Die US-Amerikaner wollen sich die Dominanz allerdings nicht länger bieten lassen. Intel und Cray sind seitens der Industrie zentrale Mitwirkende in einem Projekt CORAL, dem die Forschungseinrichtungen Oak Ridge, Argonne und Lawrence Livermore Labs zuarbeiten. In diesem Rahmen arbeitetet Cray mit Intel am nächsten Top-System „Aurora“. Das soll 2018 fertig sein und dann 180 Petaflop/s leisten.

Cray hat zu alter Stärke zurückgefunden

Cray scheint also wieder ganz oben im Highend angekommen zu sein. Es gab einmal eine Zeit, da waren zuerst Vektorrechner, dann massiv-parallele Systeme von Cray das Maß der Dinge in der IT. Dann kamen mehr und mehr Supercomputer auf der Basis von Standardprozessoren. Mit Cray ging es um die Jahrtausendwende den Bach herunter, der einstige Name Cray Research verschwand ganz.

Aber als Cray Inc. arbeitete sich das Unternehmen wieder in Spitzenpositionen empor, indem es sich auf Intel und Nvidia sowie deren Chips setzte, die aus Standardarchitekturen in neue Leistungshöhen gehoben wurden. Der Beitrag von Cray besteht vor allem in der Netzwerktopologie und speziellen Chips dafür, I/O-Technik, stromsparende Kühltechnik sowie ein Cray Linux Environment mit eigenem Systemmanagment und einer speziellen Programmierumgebung

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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