Crisp und PAC sind sich sicher:

Container haben sich durchgesetzt

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

Immer mehr Container werden zur Portierung von Apps und Workloads herangezogen.
Immer mehr Container werden zur Portierung von Apps und Workloads herangezogen. (Bild: gemeinfrei, trackmetal/Pixabay / CC0)

Container-Technologien sind zu einer Basis-Technologie im Werkzeugkasten agiler DevOps-Teams avanciert. Virtuelle Maschinen haben sich als zu kompliziert erwiesen.

Software läuft nicht auf jeder Plattform gleich gut. Anwendungen, die auf einem Desktop oder Laptop entwickelt wurden, machen ziemlich sicher Probleme bei der nachfolgenden Migration auf die Zielplattform. Zudem wird für die Portierung eine virtuelle Maschine, die sich in der Praxis aber als zu komplex erwiesen hat, um auf Anwendungsebene schnell und einfach die benötigten Stacks zu installieren.

„Ein Nachteil von virtuellen Maschinen ist, dass jedes Mal eine komplette Plattform angelegt werden muss, um eine Anwendung auszuliefern“, erläutert Björn Böttcher, Senior Analyst, AI & Data Practice Lead, bei Crisp. „Dies führt zu einem unnötigen Verbrauch von Zeit und Ressourcen. Zwar sind die virtuellen Kopien der physikalischen Server bereits effizienter, jedoch tragen sie immer noch einen erheblichen Overhead mit sich herum.“

Container statt virtueller Maschinen

Diese in Entwicklerkreisen wohl bekannten Probleme haben dazu geführt, dass im Zuge von DevOps immer mehr Container zur Portierung von Apps und Workloads herangezogen werden. Mit ihnen lässt sich eine Software über unterschiedliche Plattformen und Infrastrukturen „bewegen“, ohne dabei ständig an die jeweiligen Voraussetzungen für das Deployment und den Betrieb angepasst werden zu müssen.

Denn die Voraussetzungen, um mit Containern in der Entwicklung zu starten sind sehr gering. „So gering sogar, dass Container sogar auf einem kleinen und Ressourcen schwachen Gerät wie einem Raspberry Pi laufen“, so Böttcher. Container ermöglichten das Verpacken von Anwendungen in ein einheitliches Format. Ein Container kapsle hierzu die eigentliche Anwendung und ihre notwendigen Abhängigkeiten wie Bibliotheken in einen virtuellen Container, welcher sich dann auf jedem beliebigen Linux und Windows System ausfuhren lässt.

„Dies erhöht den Portabilitätsgrad und die Flexibilität. Und genau auf diese kommt es bei der Definition einer Hybrid-Cloud-Strategie an“, so der Analyst. So hätten mittlerweile viele Unternehmen Container als Mittel der Wahl für die Abstraktionsebene der unterschiedlichen IT-Infrastrukturplattformen ausgewählt.

Kubernetes boomt

Einen zusätzlichen Aufschwung bekamen Container noch durch die Open Source Container Orchestrierungs- und Management-Lösung Kubernetes. Durch diese von Google initial bereitgestellte Software ist ein enormer Boom entstanden und die Entwicklung schreitet durch die vielen Projektbeteiligten sehr schnell voran.

Für Entscheider sollte damit längst klar sein, dass Container-Technologien mehr als nur ein Marketing-Hype sind und eine der entscheidenden Technologien in der Anwendungsentwicklung und dem Betrieb für die nächsten Jahre darstellen. Gerade als Grundlage für mehr Portabilität von Anwendungen und Systemen im Kontext des Hybrid- und Multi-Cloud-Betrieb sind Container nicht mehr wegzudenken“, erläutert Böttcher.

Er empfiehlt, spätestens jetzt in Container-Technologie zu investieren und Know-how aufzubauen sowie erste Anwendungen in Multi Cloud-Umgebungen zu portieren oder neu zu entwickeln. Aber: OpenStack und Container reduzieren zwar die Komplexität, Multi Cloud-Umgebungen sind aber eine Herausforderung für sich. Container als Mittel, zwei Clouds zu „überbrücken“, überfordert schnell ein IT-Team.

Viele Clouds sind alleine kaum zu bewältigen

„Die Herausforderungen von Multi-Cloud-Ansätzen sind den Unternehmen durchaus bewusst. Die technologische Komplexität wird ebenso wahrgenommen wie die kaufmännische. Auch die Datenintegration wird kritisch gesehen“, berichtet PAC-Analyst Wolfgang Schwab. Aufgrund der hohen Komplexität ihrer Multi-Cloud-Lösungen arbeiten bereits 45 Prozent der Befragten mit einem externen Dienstleister zusammen und 37 Prozent planen eine Zusammenarbeit innerhalb der nächsten zwei Jahre, so das Ergebnis der Trendstudie „Multi-Cloud und Cloud Managed Services im Manufacturing-Umfeld. ".

Böttcher empfiehlt Unternehmen, ihre Rechenzentrums- und IT-Betriebskonzepte auf „Containerability“ hin zu überprüfen und entsprechend weiterentwickeln. Dazu zählt, Verträge und Service Modelle mit externen Providern anzupassen und gegebenenfalls neue Provider auszuwählen. Auf jeden Fall müssen Container als technologische Komponente im Kontext von agilen Methoden und Service-basierten Architekturen eingeführt und strategisch verankert werden – egal, ob in der eigenen Anwendungsentwicklung oder als Vorgaben für externe Dienstleister.

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