Die Cloud- und Container-Innovationen von Red Hat, Teil 2

Container - die Zukunft der Anwendungsbereitstellung

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Red Hat veröffentlicht Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host und erläutert seine Container-Strategie
Red Hat veröffentlicht Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host und erläutert seine Container-Strategie (Bild: Red Hat)

Die mit Abstand wichtigste der jüngst von Red Hat eingeführten Produktneuheiten ist „Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host“, das wenn man bei Red Hat zwischen den Zeilen liest, die Zukunft der Bereitstellung von Anwendungen im Enterprise grundlegend verändern wird. Ein Blick auf die strategische Bedeutung der Containervirtualisierung bei Red Hat.

Nachdem Datacenter Insider in der vergangenen Woche das gegenwärtige Produktportfolio von Red Hat beleuchtet und in einen systematischen Zusammenhang gestellt hat, fehlt noch ein detaillierter Blick auf die Container-Gedankenspiele der Rothüte.

So ist dem Beitrag von vergangener Woche noch hinzuzufügen, dass Red Hat inzwischen auch sein Storage Portfolio neu aufgestellt hat, da der quelloffene, von Inktank übernommene Objektspeicher „Ceph“ jetzt alle internen Qualitätssicherungsprozesse von Red Hat durchlaufen und offiziell unter neuem Namen „Red Hat Ceph Storage“ ergänzend zum auf „GlusterFS“ basierenden Storage Server (der ab sofort „Red Hat Gluster Storage“ heißt) Red Hats Software-definierte Storage-Palette definiert.

Außerdem hat Red Hat in der Zwischenzeit seine Geschäftszahlen des 4. Quartals 2014, sowie die Jahresbilanz für 2014 vorgelegt. Die eigenen sowie die Erwartungen der Wirtschaftsfachleuchte wurden noch deutlich übertroffen.

Ergänzendes zum Thema
 
Red Hat Quartals- und Jahreszahlen über den Erwartungen

Red Hats Container-Strategie

Dass Red Hat bereits im November letzten Jahres eine erste offizielle Beta-Version von RHEL 7 Atomic vorgestellt hat und nun bereits die stabile Version folgen lässt, lässt erahnen, welchen Stellenwert die Rothüte Containertechnologie im Allgemeinen und Docker im Besonderen zumessen.

Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host ist ein minimales Betriebssystem mit Docker als Kernanwendung, das Googles Open-Source-Orchestrierungssoftware Kubernetes und rpm-ostree unterstützt. Das für Linux-Container optimierte System läuft wahlweise direkt auf Hardware oder virtualisiert unter „RHEL OpenStack Platform“, „Red Hat Enterprise Virtualization“ oder „VMware vSphere“. So lassen sich. Applikationen für RHEL 6 oder 7 sicher und ressourcensparend in Containern entwickeln (um nur ein Anwendungsbeispiel zu nennen), wobei der Linux-Kernel mit Technologien wie Namespaces für die erforderliche Isolierung und Absicherung oder dank Cgroups dafür sorgt, dass Container gezielt die ihnen zugewiesenen Ressourcen des Hosts verwenden und nur die.

Interoperable Container

Ein wichtiges Merkmal von RHEL 7 Atomic Host ist rpm-ostree. RHEL 7 Atomic Host nutzt die Technik, um atomare Upgrades und falls erforderlich auch deren rückstandsfreien Rollback zu realisieren. Solche Upgrades in Form eines Gesamtpakets oder die zugehörige Rückabwicklung im Notfall sind auch in Systemen, wie CoreOS zu finden. Darüber hinaus können Nutzer mit „Google Kubernetes“ ganze Container-Cluster verwalten.

Red Hat lässt mit Red Hat Enterprise Linux Atomic Host durchblicken, wie sich das Unternehmen die Server-Zukunft vorstellt und zwar von monolithischen Anwendungen weg zu „Micro-Diensten“, welche sich direkt in Linux-Containern zu Applikationen zusammenbauen lassen. Wie einfach das laut Red Hat funktioniert, erläutert das Unternehmen in der Dokumentation zu RHEL 7 Atomic Host.

Dabei sorgt RHEL 7 Atomic Host nicht nur für die nötige Sicherheit, Red Hat stellt durch ein Netzwerk von Kooperationspartnern auch sicher, dass Container zwischen den Cloud- und Virtualisierungsplattformen von VMware, Microsoft, Amazon und Google austauschbar sind. Fertige Container-Images stehen momentan zum Beispiel von RHEL 6 und RHEL 7 zur Verfügung.

Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host bietet für das Aufbauen und Verwalten einer Container-Infrastruktur folgenden Funktionen:

  • Atomic-Updates und -Rollbacks arbeiten auf Basis eines Image-ähnlichen Update-Mechanismus. Ein Atomic-Update lässt sich in einem Schritt herunterladen und installieren. Die vorherige Version bleibt dabei erhalten und ermöglicht so ein einfaches Rollback, sollte es erforderlich werden.
  • So können Container Images im Docker-Format als Applikations-Container installiert werden und ablaufen.
  • Red Hat bietet unternehmensweiten Support für Container, welche die Plattform-Images von Red Hat Enterprise Linux 6 und 7 oder zertifizierte Container der ISV-Partner von Red Hat verwenden.
  • Die Container-Orchestrierung mit Kubernetes ermöglicht den Aufbau umfangreicher Unternehmens-Applikationen. diese können aus verschiedenen Container-Services bestehen, die in Clustern von Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host laufen.
  • Die erhöhte Sicherheit auf Basis von SELinux, Cgroups und Kernel Namespaces genügt standardmäßig selbst militärischen Sicherheitsanforderungen und schützt effizient jeden einzelnen Container in einer Multi-Container-Umgebung.
  • Durch die Unterstützung von super-privilegierten Containern erhalten Management-Applikationen einen sicheren Zugriff auf den Host und andere Container. Mit einem super-privilegierten Container sind Anwender in der Lage, Software von Drittanbietern zu installieren. Das Atomic-Kommando "Inherent" von Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host vereinfacht das Erstellen und Betreiben von super-privilegierten Containern.
  • Das zertifizierte Ecosystem von Red Hat gewährleistet die Portabilität von Applikationen innerhalb einer Open Hybrid Cloud. Dies ermöglicht eine sichere und zuverlässige Implementierung von Containern auf physikalischer Hardware, auf zertifizierten Hypervisoren, einschließlich Red Hat Enterprise Virtualization, VMware und Microsoft Hyper-V, und zusammen mit zertifizierten Public Cloud Services wie Amazon Web Services und Google Platform.

Red Hat über RHEL Atomic Host 7

Red Hat selbst hat seine Container-Strategie gegenüber der Fachpresse im Vorfeld der Veröffentlichung Anfang März umfassend erläutert. Laut Red Hat repräsentieren Linux-Container die nächste Generation von Applikationsarchitekturen in Unternehmen und „ermöglichen den Aufbau eines effizienten, beliebig kombinierbaren Systems kompakter Micro-Services“.

Diese lassen sich in komplexe Applikationen integrieren, sind aber dennoch so flexibel, dass sie sich problemlos an neue IT-Anforderungen anpassen lassen. Container-Applikationen interagieren genau wie traditionelle Applikationen mit dem Betriebssystem, wobei das System dafür sorgt, dass ein Linux-Container nur den tatsächlich gewollten und keinen schädlichen oder bösartigen Code enthält.

Jim Totton, Vice President und General Manager, Platforms Business Unit bei Red Hat " RHEL 7 Atomic Host 7 ist weit mehr, als ein neuer Baustein im Red-Hat-Portfolio"
Jim Totton, Vice President und General Manager, Platforms Business Unit bei Red Hat " RHEL 7 Atomic Host 7 ist weit mehr, als ein neuer Baustein im Red-Hat-Portfolio" (Bild: Red Hat)

Red Hat bietet für RHEL 7 Atomic Host den gleichen professionellen Support an, wie seit fast 13 Jahren für Red Hat Enterprise Linux und hat dazu mit Red Hat Connect for Technology Partners ein umfassendes Partnerprogramm mit dem Ziel etabliert, ein dynamisches Ecosystem von Technologieunternehmen zu fördern, deren Container-Lösungen mit Red-Hat-Produkten laufen oder in diese integriert sind.

Die Mitglieder sollen Zugriff auf das „Red Hat Container Development Kit“ (CDK), eine Sammlung von Tools und Ressourcen erhalten, die es Entwicklern ermöglicht, Container-Applikationen auf Docker-Basis für das Ecosystem von Red Hat zu erstellen und zu pflegen. Gleichzeitig bietet Red Hat Connect for Technology Partners den Mitgliedern zur Unterstützung des Container-Lebenszyklus Zugriff auf Dokumentationen, Wissensdatenbanken und Foren, sowie auf spezielle Zertifizierungs-Tools.

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