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Wie es euch gefällt Consumerize Your Enterprise: die Folgen von iPad und Co.

| Autor / Redakteur: Karl Busl / Ulrike Ostler

Mit der steigenden Popularität von Laptops kam der IT-Trend ins Rollen. Durch die Markterfolge von Blackberrys, iPhones, iPads und Co. Gewann dieser erheblich an Fahrt. Marktforscher sprechen von „Consumerization of IT“. Damit beginnt ein Kampf gegen Windmühlen oder ein vernünftiges Workplace-Management.

Consumerization of IT beginnt, damit dass anwenderfreundliche Devices Eingang in die Unternehmens-IT finden und setzt sich etwa in Self-Service Portalen fort, in denen Anwender IT gleichermaßen einkaufen können.
Consumerization of IT beginnt, damit dass anwenderfreundliche Devices Eingang in die Unternehmens-IT finden und setzt sich etwa in Self-Service Portalen fort, in denen Anwender IT gleichermaßen einkaufen können.

Eine aktuelle Umfrage unter Studenten und jungen Angestellten brachte ein erstaunliches Ergebnis auf die Frage, worauf sie bei der Wahl eines Arbeitgebers achten. Für viele Berufsstarter aus Nordamerika, Asien und Europa zählen der Zugang zu iPhone und Facebook mehr als das Einkommen.

So sagte ein Drittel der Befragten, die freie Wahl der Geräte während der Arbeit sei ihnen wichtiger als der Lohn, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht. Jeder Dritte versteht darunter auch die Möglichkeit, von zuhause aus oder unterwegs arbeiten und von extern auf Firmen-Netzwerke zugreifen zu können.

Sogar 71 Prozent finden es selbstverständlich, Firmengeräte auch für private Zwecke einsetzen zu dürfen. Arbeit und Privatleben gehen immer mehr ineinander über.

Bring Your Own Device ist keine Ausnahme mehr

Der Siegeszug mobiler Alleskönner hat die IT-Landschaft jedenfalls von Grund auf verändert. Früher war es noch möglich, die Rechnerwelten in Arbeits- und Privatumgebungen zu unterteilen. Inzwischen wollen immer mehr Anwender ihre persönlichen Mobilgeräte auch im Geschäftsumfeld einsetzen.

Die Preise für Smartphones sinken und Anwender bringen ihre leistungsstarken Endgeräte mit zum Arbeitsplatz. Sie sehen es außerdem als selbstverständlich an, dass sie benötigte Anwendungen eigenständig herunterladen können und Sofortzugriff auf Apps und Services haben.

The Trend is Your Friend

Aus diesem neuen Selbstverständnis der Anwender heraus ergeben sich für IT-Organisationen erhebliche Konsequenzen. Administratoren müssen das veränderte Benutzerverhalten in ihre Gesamtstrategie einbeziehen, wenn sie die Belange der Unternehmens-IT in Einklang mit anwenderorientierten Anforderungen bringen wollen.

Denn der Wechsel des User-Verhaltens hat auch Konsequenzen für die IT-Sicherheit. IT-Verantwortliche stehen vor der Herausforderung, jedes neue Mobilgerät ausnahmslos in das IT-Sicherheitskonzept der Firma einzubinden.

Compliance ist kein lokal begrenztes Thema

Der Versuch, eine restriktive Zwangs-Policy unter Ausschluss privater Endgeräte durchzusetzen, ist dabei von vorneherein ein aussichtsloser Kampf gegen moderne Windmühlen. IT-Administratoren sollten vielmehr ermitteln, wie sie für ein sinnvolles Nebeneinander von geschäftlichen und privaten Rechnern sorgen können.

Alle Unternehmens- und Compliance-Richtlinien müssen nicht nur auf den firmeneigenen Rechnern wirksam sein, sondern auch bei den für den Verbrauchermarkt entwickelten Smartphones greifen. Dafür muss genau festgelegt werden, welcher Mitarbeiter in welcher Situation mit welchem Gerät auf welche Firmendaten zugreifen darf.

Die gerätezentrierte Sichtweise ist ein Auslaufmodell

Das bedeutet, dass unberechtigte Applikationszugriffe von Remote-Computern unterbunden werden, um die Netzwerksicherheit zu erhöhen. Lese- und Schreibrechte für Wechseldatenträger sind ebenfalls zu kontrollieren, damit Unternehmensdaten nicht heimlich auf USB-Laufwerke, DVDs oder CDs kopiert werden.

Der Trend geht daher weg von einer gerätezentrierten Sichtweise, hin zu einer kontrollierten Verwaltung der jeweiligen Arbeitsumgebung. Eine flexiblere Technologie, die Benutzereinstellungen von den zugrundeliegenden Bereitstellungsmechanismen entkoppelt, stellt Anwendern zu jeder Zeit und auf jedem Endgerät die gerade von ihnen benötigten Ressourcen zur Verfügung – unter Einhaltung vorgegebener Geschäftsregeln.

Mittels eines solchen Workspace Managements haben Benutzer eine viel größere Auswahl, über welche Endgeräte sie ihre Arbeiten erledigen. Berufliche Aufgaben bearbeiten sie beispielsweise zunächst auf einem Firmen-Laptop, um sie dann später über Tablet-PC oder Smartphone per Applikationszugriff fertigzustellen. Diese deutlich flexiblere Arbeitsweise wirkt sich nicht nur auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern auch auf die Produktivität aus – unter Einhaltung höchster Sicherheits- und Compliance-Vorgaben.

Personalisierte IT-Services

Gleichzeitig vollzieht sich unter dem Schlagwort „IT as a Service“ eine Veränderung, wie Applikationen und Services bereitgestellt werden. User könnten heutzutage bereits flexible Bezugsmodelle für benötigte Applikationen nutzen, also beispielsweise Anwendungen und Dienste ganz nach Bedarf aus einem personalisierten IT-Service-Katalog auswählen.

Lösungen wie „RES Automation Manager“ fassen mehrere vordefinierte Aufgaben in Listen (Run Books) zusammen und automatisieren die Bereitstellung von IT-Services oder Updates auf dem Desktop. Im Rahmen von IT-as-a-Service-Modellen können Endanwender also benötigte Applikationen und IT-Dienste abrufen, die von der IT im Vorfeld zu deren Verwendung freigeschaltet wurden. Starten Benutzer die Anfrage für einen bestimmten Dienst, wird ein komplett automatisierter Bereitstellungsprozess ausgelöst.

Fokus auf Produktivität

Gartner-Analysten sehen in der Konsumerisierung der IT-Landschaft einen der wichtigsten Techniktrends des aktuellen Jahrzehnts. Im Sinne größtmöglicher Produktivität der Mitarbeiter stellen Unternehmen ihre IT-Management-Strategie zur Einbindung mobiler Privatgeräte in firmeneigene Netze neu auf.

Die Konsumerisierung der IT führt dazu, dass die Rechnerinfrastruktur an die veränderten Anforderungen der Nutzer angepasst werden muss. Statt Administrationsprozesse primär an den Hardware-Anforderungen auszurichten, stehen jetzt die Endanwender im Mittelpunkt einer Infrastruktur, die flexiblen Zugriff auf Basis von IT-as-a-Service-Technologien ermöglicht – und damit auch den Administratoren eine effizientere Arbeitsweise und mehr Zeit für strategische Projekte ermöglicht.

Der Autor:

Von Karl Busl, Director Central Europe bei RES Software

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