„Ich bin fassungslos!“ Staffan Revemann über grünen Strom für Datacenter



  • Die freche Pippi Langstrumpf kann eine Sache, die wir nicht können: Sie baut ihre Welt nach eigenen Regeln. - Kommen ihr Polizisten in die Quere, dann hebt sie diese in die Luft. Will sie auf Reisen gehen, dann fliegt sie im Ballon davon. Und Geld muss sie nicht verdienen, sie besitzt eine Kiste voll Gold. In Deutschland versuchen Investoren große Rechenzentren nach eigenen Regeln zu errichten und zu betreiben.

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  • Hallo Herr Revemann,
    Ihr Artikel adressiert das Problem, allerdings hat er einen "Fehler": Windenergieanlagen produzieren nicht nur Strom, sondern können als Rechenzentren ausgebaut werden. Schauen Sie sich doch mal die Web-Seite www.windcores.de an.
    Mit diesem innovativen patentierten Konzept können Rechenzentren komplett mit echtem Grünstrom betrieben werden.
    Zu dem wird produzierte Energie direkt, ohne Leitungs- oder Übertragungsverluste, verbraucht und bereits vorhandene Infrastruktur, inkl. Glasfaseranbindung, genutzt. So weit ich weiß bietet windCORES die Colocation mit einem einem Strompreis von 19.49 Eurocent mit einem PUE von 1, was diese Standorte auch wirtschaftlich interessant macht. Mit mehr als 8.000 in Frage kommenden Windenergieanlagen und bis zu 50 Racks pro Turm ist ein successiver ökologischer Rechenzentrumsausbau deutschlandweit und georedundant möglich.
    Die Anlagen produzieren mehrere Megawatt Strom und die Leistungsaufnahme dieser Rechenzentren ist vielleicht nur durch die Kühlungsmöglichkeiten eine Grenze gesetzt, was sie auch für HPC - Anwendungen interessant macht.
    So weit ich gehört habe, denken Telekomunikationsanbieter in Deutschland darüber nach diese Option in die Planung ihres 5G - Netzausbaus mit einzubeziehen.
    Ein Lichtblick in der Branche, finde ich!
    mit besten Grüßen
    O.Kühl, (ok4business)



  • Hallo Frau/Herr Kühl,
    ich stimme Ihnen zu, Windcores ist mir schon längst bekannt und eine schöne Lösung für kleinere Infrastrukturen. Das Problem ist jedoch, dass wir trotz über 60 Gigawatt installierte Windleistung manchmal kein Wind haben. Siehe Grafik, Strom aus Wind in den letzten 31 Tage. Wir brauchen 100% fossilfreier Strom über 100% der Zeit.
    Ein Lichtblick ist es trotzdem und viele Lichtblicke brauchen wir.
    Viele Grüße
    Staffan Reveman
    Agora_Wind_bis7Juli_2021.png



  • von Victor Stark aus Linkedin:
    Hallo Frau Ostler, ich habe Ihren Artikel "Ich bin fassungslos" gelesen und machte auch die Erfahrung, dass konkrete Probleme ausgeblendet werden. Supraleiter lösen zwar nicht das Problem der Stromerzeugung - aber 30% höhere Leistung und 15% Stromeinsparung macht weniger Strom notwendig!



  • @staffan Das Problem wird sich noch verschärfen wenn Ende des Jahres weitere 3 Kernkraftwerke vom Netz gehen. Wir haben weder genügend konstante Erzeuger noch die nötigen Leitungen. Ich schlage vor, Rechenzentren in ländliche Gegenden zu bauen, mit eigenem Solarpark und dann mit Supraleitern vom Erzeuger direkt bis zum Rack mit 400V.



  • Von Dr. Rudolf Mauch (aus Linkedin): Lieber Herr Ravemann, ich kann Ihren Unmut über den genannten Sachverhalt gut verstehen. Allerdings wird vor der Wahl im September sich wenig an der Ausgangslage ändern und keiner der gewählt werden will das heisse Eisen anfassen. Die etwas abgebrühteren unter den Politikern werden sogar auf die Anerkennung des französischen Atomstroms als Klimaneutral durch die EU setzen und dann die fehlende Energielücke im MW Bereich ( deren Grubdbedarfe von Ihnen gut dargestellt wurden) aus Frankreich importieren. Und alle sind glücklich…



  • von: Dipl.-Ing. Uwe Joestel aus Linkedin:

    Ich bin mit Ihrer Kalkulation einverstanden und sehe ebenfalls einen Widerspruch zwischen Politik und Bedarf. Lösung? Wie ich aus Frankreich und Tschechien höre, werden dort bereits Ausbaukapazitäten für den deutschen Markt als Export bereitgestellt.



  • @admin Rechenzentren müssen nachhaltiger werden, das dürfte außer Frage stehen. Ob der Grünstrom vom Rechenzentrum selbst erzeugt wird, als Herkunftsnachweise auf dem Papier bezogen wird oder über PPA`s beschafft wird spielt keine Rolle. Rechenzentren in Skandinavien zu bauen, wie es Herr Revemann gebetsmühlenartig vorschlägt, um den physischen Grünstrom zu nutzen, anstatt die Rechenzentren dort zu bauen, wo es weitere Vorteile wie kurze Latenzzeiten und Abnehmer für die Abwärme gibt, hilft aber nicht weiter. Dadurch wird keine einzige zusätzliche Kilowattstunde Grünstrom zusätzlich erzeugt. Das einzige was hilft ist die erneuerbaren Energien in ganz Europa auszubauen und die Rechenzentren zum Problemlöser bei der Dekarbonisierung des Raumwärmebedarfs zu machen. Wichtiger als die Diskussion um den Grünstrom ist deshalb die Frage, wie wir die Abwärme sinnvoll einsetzen können.



  • von Peter Starziczny aus LinkedIn:

    Ich glaube, wenn alle Rechenzentren in Europa keine Energie mehr aus Skandinavien beziehen würden, könnten bestimmt 80% der Wasserkraftwerke in Skandinavien stillgelegt werden - ODER ?

    Ich finde es großartig, dass Skandinavien hier einen großen Beitrag für Europa leistet und die Energie in das europäische Verbundnetz einspeist.

    WER KANN, DER KANN.





  • von Achim Engler, Projektmanager bei Commerzbuilding and Management GmbH, aus Linkedin:

    das interessante an offenbach ist ja sogar, das in der region ein kohle und ein müllkraftwerk stehen.. und müllkraftwerke unterliegen doch ähnlichen auflagen wie betonwerke, wenn ich das noch richtig im sinn habe.. aber seis drum, es kommen ja eh nur die hälfte der last.. ansich keine schlechte sache für die stadt.. wenn frankfurt so weiter macht, wird der kreis of eh interessanter für unternehmen. das mit samson wird der stadt auch schon weh tun..

    aber schöner artikel.. ich mag den unterton.. tut der branche mal gut etwas selbstkritischer zu sein..😂🙈



  • von Mario David aus Linkedin:

    Eindrückliche Analyse, bitte öffentlich an die Regierungen übergeben.


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