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Community Cloud für Banken und Versicherungen

| Autor / Redakteur: Dirk Emminger * / Elke Witmer-Goßner

Gemeinschaftliche, standardisierte Cloud-Lösungen, sogenannte Community Clouds, die die Vorteile der Private Cloud mit denen der Public Cloud verbinden, sind insbesondere für die Banken- und Versicherungsbranche eine Option.
Gemeinschaftliche, standardisierte Cloud-Lösungen, sogenannte Community Clouds, die die Vorteile der Private Cloud mit denen der Public Cloud verbinden, sind insbesondere für die Banken- und Versicherungsbranche eine Option. (Bild: FI-TS)

Banken und Versicherungen suchen aktuell Lösungen für zahlreiche Herausforderungen. Dazu zählen etwa die steigenden regulatorischen Vorgaben oder die Einbindung neuer digitaler Technologien. Gleichzeitig erfordert die derzeitige Niedrigzinsphase, dass Institute Kosten in größerem Umfang sparen.

Die IT spielt dabei eine wesentliche Rolle, um diese Herausforderungen an Banken effizient zu lösen. Die Prioritäten der IT-Verantwortlichen haben sich aber deutlich verändert. Vor Jahren lag der Fokus auf einer unternehmenseigenen IT in Eigenverantwortung auf Basis institutsspezifischer Vorgaben. Jetzt steht die Ausrichtung der Geschäftsstrategie in Richtung digitaler Technologien ganz oben auf der Agenda.

Kostenvorteile gemeinsam heben

Vor diesem Hintergrund verabschieden sich Banken und Versicherungen von dem Grundsatz einer individuellen IT-Landschaft. Diese Sicht ist zu teuer und hemmt Innovationen. Sie gehen neue Wege, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei greifen sie auf standardisierte Services für IT-Betrieb oder Sicherungsverfahren zurück und nutzen diese gemeinsam mit anderen Instituten. Gleichzeitig prüfen sie auch den Einsatz von Cloud-Technologien.

Allerdings kommen für Versicherungen und Banken nur der Einsatz einer Private Cloud infrage. Die Nutzung einer Public Cloud scheidet aufgrund der gravierenden Risiken in Bezug auf Datenschutz, Vertraulichkeit der Daten und Sicherheit aus. Diese Nachteile weist eine Private Cloud nicht auf.

Allerdings sind hier die Kostenvorteile durch Skaleneffekte begrenzt. Vor diesem Hintergrund bieten etwa Shared Services weitreichende Möglichkeiten. Solche standardisierten Dienste stehen in einer auf die Branchenbedürfnisse optimierten Community Cloud zur Verfügung. Diese gemeinschaftliche Cloud-Lösung verbindet die Vorteile der Private Cloud mit denen der Public Cloud. Insbesondere standardisierte Softwarekomponenten wie SAP Rechnungswesen oder Personalwesen eignen sich für den Einsatz aus einer mandantenfähigen Cloud-Umgebung heraus. Aber auch andere Anwendungsgebiete wie etwa CRM-Lösungen sind hier denkbar.

Vorgaben beachten

Wesentliches Kriterium dabei ist eine Compliance- und Regulierungs-konforme Infrastruktur als Basis für die gemeinsame Nutzung. Finanzinstitute und Versicherungen profitieren von der Einhaltung regulatorischer und sicherheitsspezifischer Vorgaben durch den Dienstleister. Dieser kümmert sich um die technischen Voraussetzungen für die Einhaltung der Richtlinien und führt den Dialog mit den Aufsichtsbehörden, um etwa Prüfungsverordnungen und -vorgaben frühzeitig umzusetzen. Je höher der Standardisierungsgrad an technischer Architektur, funktionalem Leistungsumfang sowie prozessualen Schnittstellen und Service Governance, desto höher fallen die Synergien in der Community Cloud aus.

An dieser Stelle ist der Dienstleister besonders gefordert, um weitreichende Standards zu etablieren und Prozesse sowie Leistungen auch unter fachlichen Aspekten zu harmonisieren. Gleichzeitig führt er mit den beteiligten Unternehmen den Dialog und klärt, wie weit deren Bereitschaft zu einer gemeinschaftlichen Nutzung geht und wo die Grenzen liegen. Es gilt, „alle möglichst unter einen Hut zu bringen“, damit die Hürde für die einzelnen Kunden etwa in der Transition/Transformation überschaubar bleibt.

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