Ungerechtfertigt: Kasse machen für fix verlegte Rechenzentrumskabel

Co-Location-Anbieter Interoute kommt ohne Kabelnutzungsgebühr aus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Auch wenn die Kabel nach der Erstinstallation unangetastet bleiben, kostet die Nutzung. Bei Interoute nicht mehr.
Auch wenn die Kabel nach der Erstinstallation unangetastet bleiben, kostet die Nutzung. Bei Interoute nicht mehr. (Bild: xiaoliangge / Fotolia.com)

Offenbar ist das Kassieren von monatlichen „Colocation Patch“-Gebühren millionenschwer. Eine Abzocke? Jedenfalls wil Interoute, Besitzer und Betreiber einer der größten Cloud-Services-Plattformen, nun darauf verzichten.

Ab sofort werden Kunden, die eines der elf Interoute-Rechenzentren oder der 40 zusätzlichen Co-Location-Einrichtungen nutzen, nur eine einmalige Einrichtungsgebühr für jede Kabelverbindung zahlen, unabhängig von der vereinbarten Vertragsdauer. Das gab das Unternehmen jetzt, anlässlich der Eröffnung seines jüngsten Rechenzentrums im London bekannt. Interoutes elftes Rechenzentrum in London bildet ein Glied einer Kette von verteilten Rechenzentren in Europa, die über das paneuropäische Glasfasernetz von Interoute verbunden sind.

Der Anbieter von Co-Location und Web-Services schätzt, dass Unternehmen allein in Großbritannien zwischen 70 und 100 Millionen Pfund Sterling (89,68 bis 128.1 Millionen Euro) jährlich an Kabelnutzungsgebühren zahlen müssen. Jens Tamm, Country Manager von Interoute in Deutschland und Österreich, erläutert: „Die Nachfrage nach Rechenzentrumsdiensten war nie größer als heute. Fast jedes Unternehmen hat heutzutage einen digitalen Geschäftsbereich, wofür Carrier sowie Unternehmen gute Vernetzung bieten müssen.“

Tatsächlich nutzen rund 76,5 Prozent aller Deutschen das Internet (2013). Diese hohe Zahl an Nutzern, verbunden mit den verschärften gesetzlichen Bestimmungen für Datensicherheit, treibt die Nachfrage nach lokalem Managed Hosting.

Kabelgebühren sind illegitim

Darüber hinaus stellt Tamm klar: „Viele Aufwandsentschädigungen, die für das Management eines hochwertigen Rechenzentrums erhoben werden, sind legitim. Eine monatliche Gebühr für ein Stück Kabel, das keiner in die Hand nimmt oder bewegt, jedoch nicht.“ Die Konsequenz: „Wir nehmen die Eröffnung des Interoute-Rechenzentrums in London zum Anlass, diesen Posten zu beseitigen und geben den Preisvorteil an unsere Kunden weiter.“

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