Der Cloud-Anbieter voller Energie

Cloud&Heat nutzt Datacenter-Abwärme zum Heizen

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Mit dezentralen Rechenzentren zur Edge-Cloud

Derzeit sprießen dank Cloud-Computing überall auf der Welt Rechenzentren aus dem Boden – bevorzugt in kühlen Gegenden. Skandinavien oder Island scheinen geeignete Standorte für Großanlagen zu sein. Leider sind das aber meist keine Ballungsräume, sprich, die Kundschaft ist weit weg.

„Diese Standorte genügen, was Bandbreite und Latenzzeiten angeht, den heutigen und besonders den zukünftigen Anforderungen eigentlich überhaupt nicht“, beschreibt Röhrs die Nachteile. Cloud & Heat setzt deshalb für sein Cloud-Angebot auf kleine Einheiten, die nahe am Kunden angesiedelt sind. „Im Moment liefern wir unser Angebot aus rund 20 eigenen Standorten mit rund 100 Server-Racks in Deutschland“, berichtet Röhrs.

Die Firma bietet seit Kurzem auch nur die Server-Schränke an und der Abnehmer entscheidet selbst, ob er die Heizleistung nutzen will oder nicht. Bislang wurden bereits an den Hochschulen Universität Greifswald und Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Rechenzentren mit den wassergekühlten „Heiz“-Servern ausgestattet.

Attraktiv für Hochschulen und Enterprises

Aber Röhrs freut sich auch über „die enorme Akzeptanz bei Unternehmenskunden, die unsere Technik bei sich im Keller haben wollen“. Im vergangenen Jahr hatten wir so viele Anfragen, wir konnten gar nicht alle bedienen.“ Interessiert war beispielsweise eine Hotelkette, die in jedem ihrer 500 Häuser eine Lösung von Cloud & Heat installieren will. Derzeit suchen die Sachsen Partner um die Nachfrage zu bedienen.

„Zudem haben wir ein neues Produkt entwickelt, das beide Welten vereint“, erklärt der Manager. Das „Datacenter in a box“ erlaubt Unternehmen, die eigene Server betreiben, auf die aufwendige und teure Luftkühlung zu verzichten und zusätzlich die Abwärme zu nutzen. „Das spart doppelt und ist somit ökonomisch und ökologisch absolut sinnvoll“, freut sich Röhrs.

Wie profitabel für Anwenderunternehmen die innovative Technik sein kann, zeigt folgende Rechnung: Installiert ein Unternehmen mit einem derzeitigen PUE-Wert von 2,0 zehn Server-Schränke von Cloud & Heat, spart es bis zu 75.000 Euro im Jahr. Das überzeugt viele Unternehmer, denn über 10.000 Euro entfallen auf niedrigere Heizkosten und 65.000 Euro werden an Stromkosten gespart. Und die Umwelt freut sich über die eingesparten 180 Tonnen Kohlendioxid.

Belohnung mit Preisen

Das junge Unternehmen, das erst seit drei Jahren am Markt agiert, konnte für seine Innovation bereits Preise einheimsen. In diesem Jahr nahm Cloud & Heat erneut am Wettbewerb um den Deutschen Rechenzentrumspreis teil und bewarb sich in drei Kategorien.

Laut Röhrs verfolgt seine Company das ehrgeizige Ziel, die erste deutsche Edge-Cloud aufzubauen. Dazu muss alle 80 bis 100 Kilometer ein Standort zur Verfügung stehen. Im Bewerbungsbogen für den Rechenzentrumspreis in der Kategorie 1 „Ideen und Forschung rund um das Rechenzentrum“ dieses Jahres liest sich das so: „Wir begreifen Rechenzentren nicht als monolithische Einheiten. Vielmehr ist unser Rechenzentrum großräumig verteilt, ohne Usability-Nachteile. Durch einen innovativen Ansatz unter Ausnutzung mehrerer analysierter Faktoren sind wir in der Lage, eine Nutzeranfrage zu einem aus Latenzperspektive optimalen Standort weiterzuleiten und Cloud-Ressourcen aus diesem Standort bedarfsgerecht bereitzustellen.“

In der Kategorie 6: „Neu gebaute Energie- und Ressourcen-effiziente Rechenzentren“ gelangte Heat & Cloud mit dem Projekt: „Das energie- und kosteneffizienteste verteilte Rechenzentrum der Welt“ auf Platz 2.

Cloud & Heat gewinnt in der Kategorie 8 Kategorie 8 „Gesamtheitliche Energie-Effizienz im Rechenzentrum“ mit dem Projekt „The Future of Green IT“ den Deutschen Rechenzentrumspreis.
Cloud & Heat gewinnt in der Kategorie 8 Kategorie 8 „Gesamtheitliche Energie-Effizienz im Rechenzentrum“ mit dem Projekt „The Future of Green IT“ den Deutschen Rechenzentrumspreis. (Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Und schließlich bewarben sich die Sachsen in der Kategorie 8 „Gesamtheitliche Energie-Effizienz im Rechenzentrum“ mit dem Projekt „The Future of Green IT“. Das Konzept überzeugte die Jury komplett und sie setzte die Lösung hier auf den ersten Platz - noch vor der renommierten Max-Planck-Gesellschaft.

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* Kriemhilde Klippstätter ist Coach und freie Autorin in München.

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Kriemhilde Klippstätter
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