Die Hyper-V- und Windows-Integration in OpenStack

Cloudbase.it - die OpenStack-Implementierung für Microsoft

| Redakteur: Ulrike Ostler

Ist die italienische Firma Cloudbase.it eine von Microsoft kontrollierte Strohfirma?
Ist die italienische Firma Cloudbase.it eine von Microsoft kontrollierte Strohfirma? (Bild: Cloudbase Solutions)

OpenStack entwickelt sich zur ganz großen Nummer im Cloud-Business und bestätigt nicht nur, dass das IaaS-Segment von Open-Source-Software dominiert wird, sondern bringt auch Microsoft unter Zugzwang. Da die Redmonder die Open-Source-Standards nicht offenkundig unterstützen können oder wollen, muss ein OpenStack-Engagement indirekt erfolgen, durch Cloudbase.it.

Dass das italienische Unternehmen Cloudbase.it eine von Microsoft kontrollierte Strohfirma ist, wie es entsprechende Gerüchte innerhalb der OpenStack-Community verlauten, lässt sich momentan nicht klären. Klar ist aber, dass Cloudbase.it nahezu im Alleingang das OpenStack-Projekt um Technolgien und Software bereichert, die ohne massive Unterstüztung vom Microsoft kaum realisierbar gewesen wären. So könnte Microsoft sein Gesicht wahren und würde keine der alteingesessenen Open-Source-Firmen der OpenStack-Gemeinschaft gegen sich aufbringen.

Dabei betreiben die Redmonder schon seit einigen Jahren mit Nachdruck einen Image-Umbau in Bezug auf die eigene Position zu Open Source und trachten danach, langfristig als Company wahrgenommen zu werden, der Interoperabilität besonders am Herzen liegt. Dass der Sinneswandel hauptsächlich aus strategischen Erwägungen resultiert wird niemand ernsthaft in Frage stellen wollen, auch wenn man bei genauerem Hinsehen konstatieren muss, dass Microsoft in den vergangenen Jahren tatsächlich einen bemerkenswerten Öffnungsprozess vollzogen hat.

Dass Microsofts Strategiewechsel nicht ganz freiwillig erfolgt, lässt sich am besten beim Cloud-Computing festmachen, nicht irgendeinem Marktsegment, in dem auch Microsoft ein Wörtchen mitreden möchte, sondern möglicherweise dem Schlüsselmarkt im IT-Sektor für die nächsten Jahrzehnte. Hier kann und muss Microsoft ein Interesse daran haben, dass nicht nur Windows-Gäste möglichst reibungslos in einer Cloud- oder Virtualisierungs-Infrastruktur laufen, sondern nach Möglichkeit auch „Hyper-V“ einer der von OpenStack unterstützen Hypervisoren bleibt oder wird.

Eigentlich ist Linux fast schon ein Windows, oder?

Wenn man bedenkt, dass die Redmonder noch vor wenigen Jahren alles mit Vehemenz, sowie mit lauteren und unlauteren Mitteln, wie etwa fragwürdigen Studien, bekämpft hat, was nur entfernt nach Linux roch, ist es durchaus etwas Besonderes, dass der etwa der Microsoft-Entwickler K. Y. Srinivasan satte 343 Änderungen zum Linux-Kernel 3.0 beisteuerte und sich damit sogar vorübergehend an die Spitzen der Kernel-Commiter gesetzt hatte. Die von Microsoft beigesteuerten Treiber dienten allerdings dazu, den Linux-Kernel für den Einsatz als Gastsystem in Microsofts Virtualisierungsplattform Hyper-V zu optimieren.

Was OpenStack selbst angeht, gerät gerne Mal in Vergessenheit, dass die OpenStack-Entwickler die Unterstützung für Hyper-V Anfang letzten Jahres aus Ihrem Framework entfernten, weil der betreffende Code zu diesem Zeitpunkt zu lange nicht mehr gepflegt worden war. Un das geschah trotz der Ankündigung vom Dezember 2010, dass das Unternehmen Cloud.com gemeinsam mit Microsoft daran arbeiten würde, Openstack so anzupassen, dass der Windows Server 2008 R2 RS samt Hyper-V-Technologie auf dem Cloud-Framework liefe.

Zudem waren sich die Maintainer seinerzeit gar nicht sicher, ob der bis dato existierende Code mit der seinerzeit aktuellen OpenStack-Version „Essex“ überhaupt noch funktioniert hätte. Selbst wenn, hätten dem Hyper-V-Treiber im Vergleich zu den anderen von OpenStack unterstützten Hypervisoren „KVM“ und „Xen“ damals wichtige Funktionen gefehlt. Trotzdem äußerte sich der Rackspace Marketingchef Mark Collier im gleichen Monat in einem Interview zuversichtlich in puncto einer künftigen Vereinbarkeit von Hyper-V in Openstack.

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