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Der Cloud-Anbieter voller Energie Cloud&Heat nutzt Datacenter-Abwärme zum Heizen

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Eine Cloud mit Rechen- und Heizleistung hat das junge Dresdner Unternehmen Cloud & Heat entwickelt. Patentierte Technik nutzt effektiv die Abwärme des Datacenter. Damit erzielen die Sachsen nicht nur einen einmaligen PUE-Wert sondern sparen auch Kosten.

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Die Prozessorabwärme von 20 Server-Schränken liefert in Dresden ganzjährig rund die Hälfte der benötigten Heizwärme für Heizung und Trinkwasser für 56 Wohneinheiten.
Die Prozessorabwärme von 20 Server-Schränken liefert in Dresden ganzjährig rund die Hälfte der benötigten Heizwärme für Heizung und Trinkwasser für 56 Wohneinheiten.
(Bild: Cloud & Heat)

„Wir nehmen die Wärme genau da ab, wo sie entsteht“, beschreibt Nicolas Röhrs (siehe: Abbildung 1) , Managing Director der Company Cloud & Heat, das Grundprinzip. Die Server – meistens mit den Intel-Chips „E5“ („Skylake“) bestückt, werden mit der „Hochtemperatur Direkt-Wasserkühlung“, integriert auf dem Mainboard, gekühlt. Alle Server-Knoten sind in einem Wasserkreislauf verbunden, der an die Heizanlage angeschlossen ist. Ist die Temperatur von 55 Grad Celsius erreicht, wird das Warmwasser in den Heizkreislauf eingespeist.

Wie praktisch nutzbar das Verfahren ist, zeigt das Referenzblatt einer Implementierung des Data Center in einem Mehrfamilienhaus in Dresden: „Das moderne Mehrfamilienhaus in Dresden Johannstadt erfüllt die Neubauanforderung „KfW70“ (Förderstufe der KfW-Förderbank) um mehr als 30 Prozent. Die Immobilie mit 56 großzügigen Wohneinheiten für Senioren und Familien auf 5.340 Quadratmetern Wohnfläche wird durch einen Fernwärme-Anschluss versorgt. Die Grundlast und damit zirka 50 Prozent der benötigten Heizwärme für Heizung und Trinkwasser wird jedoch ganzjährig von Prozessorabwärme aus 20 Server-Schränken erbracht. Dadurch werden jährlich ca. 5,8 Tonnen CO2 eingespart. Die Server nutzen dabei die vorklimatisierte Abluft der Tiefgarage für die Kühlung.“

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