Heimvorteil für City Cloud Database Service gegenüber Amazon S3

Cloud versus Patriot Act – Die Daten bleiben hier!

| Redakteur: Ulrike Ostler

Datenbank als europäischer Service

Mittlerweile befasst sich das EU-Parlament mit der Frage, ob der Patriot Act tatsächlich EU-Recht außer Kraft setzt. Während die Politik diskutiert und laviert, sehen Severalnines und City Network, in dieser Unsicherheit eine Marktchance. Der schwedische Anbieter von Automatisierungs-und Management-Software und das Hosting-Unternehmen stellen das Beta-Release eines 100prozentigen europäischen Database as a Service-Angebots (DBaaS) vor.

Das Hauptprodukt „Cluster Control“ von Severalnines zielt auf den gesamten Zyklus der Implementierung-Management-Monitoring-Skalierung im Datenbank-Umfeld ab. Das Management des schwedischen Unternehmens war vorher bei MySQL AB beschäftigt, so dass es die meisten Installationen mit dem Online-Konfigurator im Umfeld der Open-Source-Datenbank gibt. Vinay Joosery, CEO von Severalnines, spricht von 7.000 geclusterten MySQL-Datenbanken.

Dabei handelt es sich um On-premise-Installationen, wobei rund 16.000 Euro pro Knoten und Jahr an Lizenzgebühren anfallen. Da alle Mitarbeiter von Severalnines aus der Open-Source-Welt kommen, wo nach Einschätzung des Unternehmens eine gegenseitige Unterstützung Gang und Gebe ist, bietet der Hersteller Start-ups mit weniger als 10 Mitarbeitern und weniger als einer Million Euro Finanzierung kostenlose Nutzung ihrer Enterprise Software für zwölf Monate an (Mail an: startup@severalnines.com)

Per Tool zu größeren Wolken

Doch nun will Joosey das Tool insbesondere europäischen Providern anbieten. Er hat insbesondere T-Systems im Visier. Denn mit Hilfe der Severalnines-Tools lassen sich Datenbank-Systeme vergleichsweise einfach verteilen und redundant auslegen, was die Sicherheit der Daten erhöht.

Das aber sind laut Joosey die Hauptprobleme europäischer Cloud-Provider: die Angebote zum Speichern der Daten können nur unzureichend skalieren und in zu geringem Maße Ausfallsicherheit bieten. „Stellen Sie sich vor“, sagt er, „T-Systems könnte wie Amazon mit S3 einen Dienst anbieten, in dem es möglich ist, Datenbank-Instanzen per Klick zu erstellen, per weiterem Klick redundant auszulegen und das beispielsweise nur für eine Stunde mieten! Das Provisioning geschieht quasi automatisch“.

Die Anwender bekommen Performance-Metriken bereitgestellt, legen in Service Level Agreements (SLAs) fest, wie die Systeme skalieren sollen und werden per E-Mail benachrichtigt, wenn Probleme auftreten, etwa wenn die Auslastung der georderten Kapazität einen Schwellenwert von 80 oder 90 Prozent erreicht.

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