CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference

„Cloud-Services müssen die Wertschöpfung erhöhen“

| Redakteur: Michael Hase

Manfred Kessler, Geschäftsführer von Global Access, hält eine Keynote auf der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013.
Manfred Kessler, Geschäftsführer von Global Access, hält eine Keynote auf der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013. (Michael Hase / IT-BUSINESS)

Bei der Entscheidung für Public-Cloud-Angebote sollten Unternehmen nicht nur auf Kostenersparnisse abzielen. Darauf weist Manfred Kessler, Geschäftsführer des Münchner Service-Providers Global Access, hin. Der Experte ist Keynote-Speaker der CLOUD COMPUTING & VIRTUALISIERUNG Technology Conference 2013.

Woran sollten sich Unternehmen orientieren, wenn sie planen, eine Anwendung oder einen Dienst in die Public Cloud zu verlagern?

Kessler: Es gibt viele Parameter, die zu betrachten sind. Zunächst muss man unterscheiden, um welche Art von Cloud-Service es sich handelt, ob um Infrastructure, Platform oder Software as a Service (IaaS, PaaS oder SaaS). Je nach Art des Angebots sind andere Punkte zu beachten. Entscheidend ist aber, ob Unternehmen ihre Prozesse durch externe Dienste so verbessern, dass sich die Wertschöpfung erhöht. Die Vorteile müssen klar ableitbar sein und sich mit stichhaltigen Argumenten untermauern lassen. Kostenersparnis sollte nicht alleiniges Motiv sein. Vielmehr müssen Cloud-Services die Unternehmensstrategie sinnvoll unterstützen, und zwar auf lange Sicht.

Gibt es auch konkrete Kriterien?

Kessler: Es gibt einige Schlüsselfragen, die Kunden für sich beantworten sollten. Reichen Performance und Verfügbarkeit der eigenen Netzwerkanbindung und der des Providers für den gewählten Dienst aus? Für unterschiedliche Angebote sind unterschiedliche Kennzahlen relevant: IaaS erfordert hohe Bandbreiten, SaaS meist geringe Latenzzeiten. Ist ein Weg aus der Cloud heraus vorgesehen? Hinein in die Cloud bietet jeder Provider an, oft mithilfe von Migrations-Tools. Aber wie sieht es aus, wenn der Kunde die Cloud wieder verlassen möchte? Bietet der Provider Schnittstellen an? Insellösungen haben keine Chance, weil erst die Verzahnung mit der internen IT-Umgebung des Kunden oder mit weiteren externen Services die Cloud-Nutzung sinnvoll macht. Die Marktführer im Cloud-Business haben das verstanden und bieten viele, meist kostenloser APIs als Verbindungsglied zu anderen Services an.

Welche Rolle spielen Überlegungen zum Datenschutz?

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Kessler: In Zeiten von Prism ist das Thema natürlich umso wichtiger. Verfügt der Anbieter über ein Datenschutzkonzept mit technischen und organisatorischen Maßnahmen? Lässt sich der Anbieter dahingehend überprüfen? Ob der Datenschutz gewährleistet ist, davon müssen sich die Kunden selbst überzeugen. In Deutschland sind sie dazu sogar gesetzlich verpflichtet.

Inwiefern sind heute schon Hybrid-Cloud-Szenarien praktikabel, bei denen Workloads in der Private Cloud betrieben und bei Bedarf, beispielsweise bei Lastspitzen, in die Public Cloud verschoben werden?

Kessler: Bei SaaS-Angeboten lassen sich hybride Modelle schon recht gut realisieren. Bei IaaS aber noch nicht. Dort mangelt es vor allem an geeigneten Tools. Selbst der Marktführer VMware ist sich dessen bewusst und überarbeitet momentan seinen vCloud Connector komplett. Denn die bisherige Lösung ist viel zu langsam und kommt deshalb am Markt nicht gut an. Häufig macht aber schon die zu geringe Bandbreite, mit der die Umgebung des Kunden an die des Providers angebunden ist, einen Strich durch die Rechnung. Die Übertragung eines einzelnen Servers dauert unter Umständen mehrere Stunden. Workloads schnell in die Cloud und wieder zurück zu verschieben ist so faktisch unmöglich. Um wirklich dynamisch agieren zu können, benötigt man mindestens Gigabit-Ethernet.

Warum Managed Services eine Alternative zu Cloud-Diensten sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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