AWS Enterprise Summit 2015

„Cloud ist in Deutschland angekommen“

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Über 700 Applikationen im AWS Marketplace

Das zeigen diverse Neuigkeiten, die in Frankfurt verkündet wurden. So steht der Cloud-Softwaremarktplatz AWS Marketplace mit derzeit etwas über 700 Applikationen nun auch Kunden aus der Rechenzentrums-Region Frankfurt zur Verfügung. Die im Frankfurter Raum befindlichen Rechenzentren befindliche Infrastruktur wurde mittlerweile vom TÜV Austria entsprechend dem IT-Grundschutz des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. „Unsere Kunden haben uns gegenüber in den letzten Monaten betont, dass sie das wichtig finden“, sagt der deutsche Geschäftsführer Martin Geier. Damit sind sie auch für sogenannte kritische Infrastrukturen entsprechend dem in der Beratung befindlichen IT-Sicherheitsgesetz geeignet. Die Betreiber solcher Infrastrukturen müssen zukünftig aller Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass ihre IT-Infrastruktur ausreichend sicher ist – auch die beim Dienstleister. Besitzt der das IT-Grundschutzzertifikat, gilt im Zweifel die Vermutung, dass die Sicherheit ausreichend war.

Die Software AG gab bekannt, man werde nun alle Applikationen außer die für Großrechner über AWS bereitstellen. SAP und Storage-Spezialist Netapp haben eine spezielle Lösung für hybride Clouds entwickelt, mit der Anwender SAP-Daten zwar im eigenen Hoheitsbereich auf einem Filer halten, sie aber trotzdem innerhalb der AWS-Cloud analytisch mit SAP HANA bearbeiten können. Dazu wird eine redundante Filer-Konfiguration aufgebaut: Eines der Speichersysteme steht direkt beim Kunden, eine beim Provider in unmittelbarer Nähe der AWS-Cloud. Die SAP-Software Landscape Management Service (LMS) sorgt dafür, dass nur veränderte Datenblöcke zwischen den Filern transportiert werden, so dass es nicht zu Zeitverzögerungen kommt.

Das Rezept für funktionierende Sicherheitsmaßnahmen

AWS-Security-Chef Bill Murray rät zur Komplettverschlüsselung.
AWS-Security-Chef Bill Murray rät zur Komplettverschlüsselung.
(Bild: Rüdiger)
Um Anwender davon zu überzeugen, dass Sicherheit für AWS ganz oben steht, erhielt in der Eröffnungsveranstaltung Bill Murray, bei AWS Director of Security Programs und ein ehemaliger FBI-Mann, breiten Raum. Er hat folgendes Rezept für funktionierende Sicherheitsmaßnahmen: „Sie müssen einfach sein, funktionieren und sich wiederholen lassen.“ So werden kaputte Festplatten bei AWS grundsätzlich in millimetergroße Schnipsel geshreddert und dann zum Sondermüll-Entsorger gegeben.

Zugang zu Rechenzentren erhalten nur Mitarbeiter, die absolut dort hinein müssen, alle drei Monate wird die Zugangsliste geprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Jeder einzelne AWS-Mitarbeiter wird vor der Einstellung sicherheitsüberprüft. „Wenn wir bei der Sicherheit Fehler machen und das Vertrauen der Anwender verlieren, sind wir weg vom Fenster, deshalb machen wir lieber keine“, sagt Murray. Seinen Kunden empfiehlt er zu verschlüsseln – dann könne niemand Unbefugtes an die Daten.

Zur Präsentation von Bill Murray (Director of AWS Security Programs).

„CloudFront ist unseres Wissens derzeit eines der wenigen CDN, das auch dynamische Inhalte unterstützt“, erklärt Timo-Klaus Barthelmes, Head of Digital Innovation bei Aesculap, einem Tochterunternehmen des Medizintechnikherstellers B. Braun Melsungen.
„CloudFront ist unseres Wissens derzeit eines der wenigen CDN, das auch dynamische Inhalte unterstützt“, erklärt Timo-Klaus Barthelmes, Head of Digital Innovation bei Aesculap, einem Tochterunternehmen des Medizintechnikherstellers B. Braun Melsungen.
(Bild: Rüdiger)
Um AWS hat sich mittlerweile ein ganzes Ökosystem von Dienstleistern gebildet, die Kunden beim Weg in die AWS-Cloud helfen. In Frankfurt präsentierten viele von ihnen: Firmen wie der Glasfaser-Provider Level 3, das AWS-zertifizierte Schulungsunternehmens TecRacer und diverse Integratoren. Ob AWS Geld verdient und wie viel, wissen auch sie nicht zuverlässig.

Darüber gibt es Ende April zum ersten Mal Aufschluss. Dann veröffentlicht die Mutterfirma Amazon die Quartalszahlen zum ersten Quartal 2015. Sie sollen zum ersten Mal separate Angaben zu AWS enthalten.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger