Anwender und Hersteller favorisieren Cloud-neutrale Software-Entwicklung

Cloud Foundry erfährt schnelle Verbreitung

| Autor: Ludger Schmitz

Die Cloud Foundry Foundation konnte auf ihrem Frühjahrs-Summit in Boston einen weitere Höhepunkt ihrer Geschichte registrieren.
Die Cloud Foundry Foundation konnte auf ihrem Frühjahrs-Summit in Boston einen weitere Höhepunkt ihrer Geschichte registrieren. (Bild: Cloud Foundry)

Zu ihrem nordamerikanischen Frühjahrskongress in Boston konnte die Cloud Foundry Foundation eine Reihe positiver Meldungen verbreiten. Die Technologie zur schnellen Entwicklung von Anwendungen in der Cloud erlebt einen Boom.

Der Multi-Cloud-Trend trägt Cloud Foundry zu immer neuen Höhen. Denn die quelloffene Platform as a Service macht es möglich, für ganz unterschiedliche Private und Public Clouds einheitliche Anwendungen zu entwickeln. Das reduziert den Aufwand und schafft günstigere Rahmenbedingungen für einen eventuellen Wechsel des Cloud-Anbieters. Dass IT-Anwender mit diesen Vorteilen sympathisieren bewegt immer mehr Hersteller zu Engagement in der Cloud Foundry Foundation, gegründet zu Jahresbeginn 2014.

Eine Entwicklungsbasis für viele Clouds

Cloud Foundry ist ein Technologie-Set, mit dem sich Anwendungen in jeder beliebigen Programmiersprache mittels einer containerbasierten Architektur auf verschiedenen Clouds, auch nicht-öffentlichen, ausführen lassen. Die Container enthalten spezifische standardisierte Services, deren sich Anwendungen bedienen, was letztlich den Entwicklungsaufwand reduziert. Zugleich adressieren die Anwendungen ganz unterschiedliche Clouds, zum Beispiel Amazon Web Services, Google Cloud Platform, IBM Cloud, Microsoft Azure, OpenStack und VMware vSphere.

Die neueste Anwenderbefragung zeigt, dass dieses Konzept offenbar gut ankommt. Seit der letzten der halbjährlichen Umfragen hat der Einsatz von Cloud Foundry um zwölf Prozent zugenommen. Gleichwohl fällt auch auf, dass zuerst Großunternehmen Cloud Foundry entdeckt haben. Fast zwei Drittel der Nutzer kommen aus Firmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz. Geografischer Schwerpunkt ist die USA (40 %), aber in Europa nimmt der Einsatz zu.

Noch sind die meisten Nutzer IT-Anbieter

Fast die Hälfte der Anwender kommt aus der IT, 16 Prozent von Finanzdienstleistern. Ebenfalls fast die Hälfte der Anwenderorganisationen beschäftigt mehr als 50 Entwickler, ein Drittel sogar mehr als 100. Und sie verwenden die Basis immer häufiger. In den letzten sechs Monaten allein ist die Zahl der Unternehmen, die mehr als 50 Anwendungen auf Cloud Foundry betreiben von 24 auf 40 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzen die Umgebung seit weniger als zwei Jahren.

Die plattformübergreifende Flexibilität ist 90 Prozent der Anwender mindestens wichtig; zwei Drittel bewerten dieses Kriterium sogar als „sehr wichtig“. 42 Prozent der Befragten bezeichnen sich als Entwickler oder DevOps, 28 Prozent als Software-Architekten. Zwei Drittel der Nutzer gibt an, pro Entwicklungszyklus mindestens einige Monate Zeit gespart zu haben, jeder Zehnte erklärt sogar mehr als sechs Monate. Entsprechend ist auf der Kostenseite bei einem Viertel von 500.000 Dollar Einsparungen die Rede; 17 Prozent melden mehr als eine Million Dollar.

Die Sponsoren der Cloud Foundry Foundation (CFF), welche seit 2011 die Entwicklungsarbeiten koordiniert und kontrolliert, sind unter anderem Dell EMC, Google, IBM, Microsoft, Pivotal, SAP und Suse. Seit Januar 2015 arbeitet die Stiftung unter dem Dach der Linux Foundation. Damals zählte die CFF 40 Mitglieder, inzwischen sind es 63. Neuestes Gold-Mitglied ist die Alibaba Group, der größte Cloud-Infrastrukturanbieter Chinas und drittgrößter weltweit.

Suse macht sich einen Cloud-Foundry-Namen

Die Suse Cloud Application Platform ist seit dem Summit letzte Woche in Boston eine zertifizierte Cloud-Foundry-Distribution, die nach CFF-Angaben als einzige vollständig Open Source ist. Sie vereint das CF-Modell und Kubernetes. Suse bringt die Plattform mit erweiterten Funktionen auf den Markt. Mit Cloud.gov ist jetzt eine weitere, von 18F betriebene Plattform zertifiziert, die erste Behörden-Cloud-Umgebung. Weitere zertifizierte Anbieter sind Atos, Huawei, IBM, Pivotal, SAP und Swisscom. Big Blue bringt IBM Cloud Foundry Enterprise Environment als experimentelles Angebot auf den Markt, das per Kubernetes bereitgestellt wird. Eine Reihe weiterer Anbieter hat auf dem Summit in Boston neue Angebote im Cloud-Foundry-Spektrum angekündigt.

Der Web-Marktplatz „The Foundry“ der Cloud Foundry Foundation ist um fast 5000 Einträge gewachsen. Das sind zehn Mal mehr als noch vor einem halben Jahr. Gezählt sind dabei nicht nur um Software zur Erleichterung von Entwicklungsarbeiten, sondern auch Angebote von Herstellern und Schulungspartnern.

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