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VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING Technology Solution Days 2012 Cloud Computing vor der Bewährungsprobe in der Praxis

| Redakteur: Michael Hase

Die Zeit theoretischer Definitionen ist beim Cloud Computing vorbei. Jetzt müssen sich die neuen Bereitstellungsmodelle in der Praxis bewähren. Das war durchgängiger Tenor der Keynotes und vieler Sessions bei den VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING Technology Solution Days 2012. Entscheidend bleibt die Ausrichtung der IT aufs Business.

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Michael Herkens, Geschäftsführer von Cloudpilots, identifizierte das klassische Systemhaus als wahren Feind der Cloud.
Michael Herkens, Geschäftsführer von Cloudpilots, identifizierte das klassische Systemhaus als wahren Feind der Cloud.

Cloud Computing ist über die Phase des Hypes hinaus. Mehr und mehr rücken die konkreten Business-Modelle in den Mittelpunkt. Das war die zentrale Erkenntnis der VIRTUALISIERUNG & CLOUD COMPUTING Technology Solution Days 2012, an denen in diesem Jahr 832 Fachhändler und Endkunden in vier Städten teilnahmen (Bilder der Veranstaltungsreihe finden Sie hier!). Vor allem die Keynotes gaben einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends. Unter dem Titel „Cloud Computing 2.0 – Cloud Computing im Zeichen des Übergangs“ wagte Berater Bernhard Dreibus einen Ausblick in die Zukunft.

Doch zunächst richtete der Experte sein Augenmerk auf aktuelle Widersprüche: Nirgends auf der Welt werde so fundiert über das Thema diskutiert wie hierzulande. „Aber auch niemand setzt Cloud Computing so wenig ein wie wir Deutschen“, verwies Dreibus auf eine PwC-Studie. Den Grund dafür nannte er auch: Bislang seien aus der Cloud vor allem Massenapplikation angeboten worden, die als „good enough“ gegolten hätten. Offene Fragen seien dabei in puncto Service Level Agreements (SLAs) geblieben. In Zukunft würden sich Cloud-Angebote jedoch stärker in die Richtung von Individualprodukten entwickeln, prognostizierte der studierte Philosoph: „Alles wird besser!“

Zweite Industrialisierung der IT

Von Cloud Computing erwartet Dreibus nichts weniger als eine zweite Industrialisierung der IT. Der Berater verbindet damit „eine hochgradige Automatisierung“, die auch in zehn Jahren die Branche noch bewegen werde, wenn das Schlagwort „Cloud“ vermutlich längst niemand mehr verwende. Mit der fortschreitenden Automatisierung wandle sich zugleich die Rolle der IT-Leute im Unternehmen, die immer mehr zu Service-Logistikern würden.

Entscheidend ist dabei aus Sicht des Consultants, dass die IT konsequent auf das Geschäft ausgerichtet werde und für den Anwender die Transparenz auf jeder Ebene gewahrt bleibe. „Die IT verliert ihren Sinn, wenn sie zum Selbstzweck wird.“

Mythen des Cloud Computings

Wie reif das Thema inzwischen ist, ließ sich in der zweiten Keynote schon allein daran ablesen, dass sich Referent Michael Herkens mit den „Mythen des Cloud Computings“ auseinandersetzte. Unter dem Titel „Wie sich SaaS und PaaS in Unternehmen durchsetzen werden“ formulierte der Geschäftsführer des Kölner Beratungshauses Cloudpilots einige provokante Thesen.

Besonders wichtig war dem Sales-Profi, dass es sich bei Cloud Computing für die IT-Branche um ein neues Phänomen handelt, und „nicht um alten Wein in neuen Schläuchen“. Es sei nicht mit Virtualisierung gleichzusetzen, schon gar nicht mit dem längst überholten Application Service Providing (ASP) oder einfachem Hosting. „Cloud Computing ist von Hosting so weit entfernt wie San Francisco von Bitterfeld.“

Für Herkens sind es im Wesentlichen fünf Kriterien, die eine Cloud auszeichnen:

  • Bereitstellung im Self-Service
  • Orts- und geräteunabhängiger Zugriff über IP-Netze
  • mandantenfähiger Zugriff auf gemeinsame Ressourcen
  • Skalierbarkarkeit bei Bedarf
  • Messbarkeit und Überwachung

Zwar müsse nicht alles in die Cloud. Aber einige Anwendungsfelder seien inzwischen soweit standardisiert, dass Unternehmen damit problemlos starten könnten. Mail, Collaboration oder CRM eigneten sich ideal für das Bereitstellungsmodell.

Warum Michael Herkens das Systemhaus als Feind der Cloud ansieht, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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