Interview mit Jürgen Stauber, Computacenter Cloud Computing: Outsourcing im Wandel

Redakteur: Ulrich Roderer

Der IT-Dienstleister Computacenter legt bei Outsourcing-Projekten besonders Wert auf eine intensive Kommunikation mit den Kunden, um so den Erfolg von Projekten sicherzustellen. DataCenter-Insider sprach mit Jürgen Stauber, Geschäftsführer IT Solutions & Outsourcing bei Computacenter.

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DataCenter-Insider: Neue Markstudien sagen, dass das Outsourcinggeschäft noch schwächelt. Wie verändert sich Ihrer Erfahrung nach der Markt?

Stauber: Es stimmt, dass es 2009 einen Rückgang gab, aber der Markt zieht wieder deutlich an. Allerdings handelt es sich weniger um die großen, 100 Millionen Euro Deals. Die Unternehmen gehen jetzt sehr themenzentriert einzelne Aufgaben an. Und sie evaluieren sehr gezielt die Angebote. Inzwischen ziehen Unternehmen bei großen Ausschreibungen meist professionelle Berater hinzu.

Derzeit wird viel Aufheben um Cloud Computing gemacht. Handelt es sich dabei um Neues, und wie verändert das Ihre Dienstleistungen?

Nein, dabei handelt es sich um keine Revolution. Themen wie standardisierte Infrastruktur, Virtualisierung oder Abrechnung nach Nutzung setzen wir schon seit 2005 ein. Die Frage ist eher, wie aggressiv setze ich Public Clouds ein, wie sie Google oder Microsoft bieten. Ich denke, Public und Private Clouds können nebeneinander bestehen, dabei kommt es aber auf die richtige Integration der Public-Cloud-Lösungen an.

Wie passen diese Public Clouds in Ihr Dienstleistungsportfolio und lassen Sie sich wirklich integrieren?

Sicherlich sind beispielsweise Mailanwendungen in Public Clouds bei Banken, die ganz bestimmte Regularien erfüllen müssen, kein Thema. Aber für kleinere Kunden oder in Summe einfachere Anforderungen bieten Public Clouds wertvolle Preisvorteile, die es zu integrieren gilt. Wir haben Private-Cloud-Angebote – für komplexe Anforderungen in Form von sogenannten Building Blocks, also flexibel kombinierbare Produkt- und Servicebausteine, mit entsprechender Governance – in unserem Portfolio etabliert. Zudem bilden Plattformen wie BPOS von Microsoft eine sinnvolle Ergänzung. Auch PaaS und SaaS werden mehr und mehr klassische Anwendungen ergänzen. So setzen viel Unternehmen heute schon ergänzend Salesforce.com ein.

Dienstleister gehen dazu über, vorpacketierte und damit preisgünstige Standardservices anzubieten. Sie haben ja gerade solche Building Blocks angesprochen. Modularisieren sie zunehmend ihre Dienstleistungen?

Ja, wir haben eine Art Setzkasten aus Building Blocks und nutzen Methoden aus Betriebsprozessen und Technologien, um solche Bausteine aufzubauen. Damit bilden die Building Blocks die Grundelemente unserer standardisierten Services, sie werden anschließend in Serviceprodukten gebündelt.

Wie stark können Sie damit die Anforderungen von Kunden abdecken?

Mit unseren Leistungspaketen decken wir meist 80 Prozent der Anforderungen einer Ausschreibung ab. Den Rest passen wir individuell für den Kunden an. Unser Ziel ist es, im Sinne des Kunden möglichst viel zu standardisieren und dabei gleichzeitig jedoch nicht die Individualität des Kunden aus den Augen zu verlieren. Aus Kundenanforderungen entstehen auch manchmal wieder neue Building Blocks.

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