Keine Halluzination: Xen Foundation launcht Cloud Operation System

Cloud-Betriebssystem Mirage OS 1.0 vorgestellt

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Mirage OS 1.0

Das auf der Webseite der Xen Foundation vorgestellte Mirage OS 1.0 läuft auf x86- und ARM-Plattformen und ist in der Programmiersprache Ocaml geschrieben. Auch Mirage OS verzichtet zugunsten eines Unikernels auf einen herkömmlichen Kernel, was das System enorm kompakt macht, weil der Unikernel neben der Applikation selbst nur die essentiell notwendigen Teile des Betriebssystems enthält.

So lassen sich mit Mirage OS dank geringerem Overhead schlanke und kostengünstige Systeme bauen, die zudem deutlich weniger RAM und Speicherplatz benötigen als Cloud-Anwendungen, die auf ein normales Betriebssystem aufsetzen.

Als ein exemplarisches Anwendungsbeispiel verweist die Produktankündigung auf der Webseite von OpenMirage. Diese sei auf Amazon EC2 gehostet, einschließlich sämtlicher Inhalte etwa ein Megabyte groß und boote in knapp einer Sekunde. Als weiteres Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Mirage OS führt die Ankündigung von Mirage OS 1.0 einen Nameserver an, der angeblich wesentlich mehr Anfragen pro Sekunde bedient, als der klassische Unix-Nameserver BIND. Zu Testzwecken können Mirage-Systeme als Benutzerprozesse unter Linux und OS X ausgeführt werden.

Im Gegensatz zu OSv setzt Mirage OS auf Xen auf und stellt essentielle Funktionalitäten, wie zum Beispiel die eines Netzwerk-Stacks in Form von Bibliotheken zur Verfügung. Es gibt bereits Implementationen von TCP/IP, OpenFlow, DNS, HTTP, XMPP, SSH und einer Reihe weiterer Protokolle, einschließlich eines Kommunikationsprotokolls für virtuelle Maschinen, die allesamt in Form von knapp 50 Bibliotheken, ebenfalls in der Sprache Ocaml realisiert sind.

Diese erleichtern es Entwicklern, Applikationen mit den erforderlichen Betriebssystemfunktionen auszustatten und zu einem Standalone-Unikernel zu kompilieren, der dann direkt auf dem Xen-Hypervisor läuft. Auch Mirage OS ist auf Github zuhause und verwendet die von der Open Source Initiative anerkannte ISC-Lizenz. Weitere Einzelheiten finden sich in den Release-Notes. Mit Hilfe eines eigenen Tutorial-Images für VirtualBox und einem SSH-Client lässt sich Mirage OS hier geführt ausprobieren.

Präsentation von OSv von der Konferenz CloudOpen

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