Marktstudie von Parallels

Cloud-Anbieter müssen sich zu Full-Service-Providern entwickeln

| Redakteur: Michael Hase

Aktuell nutzen 21 Prozent der deutschen SMBs gehostete Server.
Aktuell nutzen 21 Prozent der deutschen SMBs gehostete Server.

Parallels schätzt das aktuelle Marktvolumen für Cloud-Services im deutschen Mittelstand auf mindestens 770 Millionen Euro. Das geht aus einer Studie des Software-Unternehmens hervor. Demnach bietet der Markt große Wachstumspotenziale, die vor allem diejenigen Anbieter erschließen werden, die sich erfolgreich zum Full-Service-Provider entwickeln.

Parallels schätzt das aktuelle Marktvolumen für Cloud-Services im deutschen Mittelstand auf mindestens 770 Millionen Euro. Das geht aus einer Studie hervor, die das Unternehmen heute vorgestellt hat. Demnach bietet der Markt große Wachstumspotenziale, die aber vor allem diejenigen Anbieter erschließen werden, die sich erfolgreich zum Full-Service-Provider entwickeln.

Kleine und mittelgroße Unternehmen (SMB) in Deutschland werden 2011 mindestens 770 Millionen Euro für Cloud-Services ausgeben. Das geht aus der Studie „Parallels SMB Cloud Insights Report für Deutschland“ des Virtualisierungsspezialisten Parallels hervor. Dem Software-Unternehmen zufolge bietet der Markt in allen Segmenten noch Wachstumsmöglichkeiten.

Parallels berücksichtigt bei der Schätzung des Marktvolumens nur Infrastrukur-Services (Infrastructure as a Service) und Web-Präsenzen. Dabei handelt es sich um die beiden Anwendungsbereiche, in denen SMBs bislang vor allem kostenpflichtige Dienste nutzen. Bei gehosteten Lösungen für Kommunikation und Zusammenarbeit sowie bei Online-Applikationen (Software as a Service) setzt der Mittelstand derzeit noch bevorzugt auf kostenfreie Angebote.

Marktpotenzial von 480.000 gehosteten Servern

Aktuell nutzen 21 Prozent der befragten Unternehmen gehostete Server. Das entspricht einer Zahl von 630.000 Maschinen und einem Marktvolumen von 460 Millionen Euro. Parallels unterscheidet zwischen Micro-SMBs (ein bis neun Mitarbeiter), kleinen SMB (zehn bis 49 Mitarbeiter) und mittleren SMB (50 bis 250 Mitarbeiter). Speziell bei Mikro- und kleinen SMBs sieht der Software-Anbieter erhebliches Wachstumspotenzial für Infrastruktur-Services. Denn 34 Prozent dieser Unternehmen verwenden nach wie vor nur lokale Server. Fast die Hälfte von ihnen plant, innerhalb der kommenden drei Jahre gehostete Server hinzuzunehmen. Daraus ergibt sich ein Potenzial von 480.000 Maschinen.

Rund 90 Prozent der deutschen SMBs unterhalten eine Web-Site. 45 Prozent davon nutzen Service-Provider für ihre Webpräsenz. Parallels schätzt die aktuelle Marktgröße für gehostete Webpräsenz in Deutschland auf 310 Millionen Euro. Derzeit planen elf Prozent der SMBs, die heute bereits ein Web-Hosting-Paket haben, ihre Investitionen in den kommenden drei Jahren zu erhöhen.

Chancen für Business-Class-Mail

Noch vergleichsweise klein sind die Märkte für gehostete Kommunikations- und Collaboration-Lösungen sowie für Software as a Service. So sind nur fünf Prozent der SMBs bereit, für Business-Class-Mail-Angebote zu bezahlen. Insbesondere bei den kleinen Unternehmen mit zehn bis 49 Mitarbeitern sieht Parallels dennoch einen Markt.

In diesem Segment betreiben 36 Prozent der Unternehmen interne Mail-Server. Gehostete Business-Class-Mail mit integrierter Sicherheits-, Archivierungs- und Mobilitätsfunktion ist für diese SMBs ein attraktives Angebot, für das nicht zuletzt die transparente Abrechnung per Seat spricht. Laut der Parallels-Studie planen 53 Prozent der kleinen SMBs, in den kommenden drei Jahren von internen Mail-Servern auf kostenpflichtige gehostete Mail umzusteigen: ein Potenzial von bis zu einer Million Mailboxen.

Großes Interesse an Telefon-Conferencing

Ebenso wie Mail kann auch ein großer Teil der aktuell verfügbaren Online-Applikationen immer noch kostenfrei genutzt werden. Dennoch wächst auch hier die Bereitschaft, auf kostenpflichtige Angebote umzusteigen. Telefon-Conferencing, File-Sharing und Online-Backup sind mit einer Marktdurchdringung von 30, 16 beziehungsweise 13 Prozent bei SMBs die am häufigsten genutzten Applikationen. Nahezu zehn Prozent der SMBs wollen in den kommenden drei Jahren Telefon-Conferencing, E-Mail-Archivierung, Web-Conferencing sowie Online-Backup und -Speicherung hinzufügen.

Um an den vielfältigen Wachstumspotenzialen zu partizipieren, empfiehlt Parallels den Providern, ihr Portfolio um zusätzliche Services wie Online-Applikationen oder oder gehostete E-Mail zu erweitern. Diese Angebote ermöglichten es, Bestandskunden mit neuen Angeboten zu bedienen und Neukunden zu gewinnen.

Parallels rechnet damit, dass sich auf dem deutschen SMB-Markt „mittel- bis langfristig alle Arten von Cloud-Services als Standardangebot durchsetzen“ werden. Eine führende Rolle in diesem Markt werden allerdings nur diejenigen Anbieter spielen, „die den Schritt zum Full-Service-Provider für SMBs erfolgreich vollziehen“. □

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 29228660 / Server)