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Dienstleister setzt Reifegradmodell ein Cloud à la Computacenter: In drei Etappen zum Ziel

| Redakteur: Michael Hase

Computacenter hat ein Cloud-Reifegradmodell entwickelt. Damit ermittelt der Dienstleister, wo seine Kunden auf dem Weg in die Cloud stehen und mit welchen Schritten sie zum Ziel kommen. Als Haupthindernis dabei sieht Computacenter die oft fehlende Bereitschaft von Unternehmen, notwendige organisatorische Veränderungen vorzunehmen.

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Mit dem Reifegradmodell weist Computacenter seinen Kunden den Weg in die Cloud.
Mit dem Reifegradmodell weist Computacenter seinen Kunden den Weg in die Cloud.

Cloud ist nicht die Lösung, sondern der Endzustand. Diese Aussage wiederholt Oliver Tuszik, CEO des IT-Dienstleisters Computacenter, gern wie ein Mantra. Doch bis Unternehmen mit ihrer IT diesen Endzustand erreichen, haben sie in der Regel einen längeren Weg vor sich. Zu komplex ist meist die Ausgangslage, als dass sich das Ziel mit einem 08-15-Projekt umsetzen ließe.

Pragmatisches Vorgehen

Tusziks Leute empfehlen Unternehmen daher, schrittweise und pragmatisch vorzugehen. Zugleich zeigen sie ihren Kunden auf, was sie konkret tun können. Dafür hat Computacenter ein Reifegradmodell entwickelt, auf dessen Basis sich der Ist-Zustand von IT-Infrastrukturen bewerten lässt. Anhand der Ergebnisse können Unternehmen absehen, welche einzelnen Schritte erforderlich sind, um ihre Infrastruktur in eine Private Cloud umzugestalten.

„Wir wollen unseren Kunden einen Fahrplan an die Hand geben, wie sie in die Cloud kommen“, fasst René Stolte, Solution Manager Dynamic Datacenter bei Computacenter, Sinn und Zweck des Reifegradmodells zusammen. Mit dem Tool strebt der Dienstleister ein standardisiertes Vorgehen an, das sich gleichwohl an individuellen Anforderungen orientiert. Schließlich muss jedes Unternehmen seinen eigenen Weg in die Cloud definieren. Im Kern beruht das Modell auf drei grundlegenden Fragen:

  • Wo steht das Unternehmen – technologisch und organisatorisch – auf dem Weg in die Cloud?
  • Wo will das Unternehmen hin, und welche Cloud-Lösung passt am besten zu dessen Geschäftsanforderungen?
  • Was muss getan werden, um den nächsten Schritt hin zur gewünschten Cloud-Lösung zu realisieren?

Drei Schritte in die Cloud

Den Weg in die Cloud unterteilt Computacenter in drei Etappen, auf denen die Analyse der Cloud-Reife basiert: Kapseln, Automatisieren, Cloud Computing. Im ersten Schritt werden IT-Komponenten wie Server und Storage in funktionalen Blöcken gekapselt. Ziel ist, den Virtualisierungsgrad zu erhöhen und Betriebsabläufe zu vereinheitlichen. Der zweite Schritt ist die Automatisierung von Prozessen zur Bereitstellung von IT-Services. Der dritte Schritt leitet zum Cloud Computing über: IT-Dienste werden in einem Service-Katalog zusammengefasst und mit einem Preis versehen, um sie verbrauchsabhängig abzurechnen.

Zur Analyse dient ein standardisierter Katalog mit rund 250 Fragestellungen und Antwortszenarien. Damit wird beispielsweise ermittelt, wie leistungsfähig die IT in puncto Betriebseffizienz, Service-Management oder Sicherheit ist. So kann sich etwa die Server-Installation abgestuft zwischen einem rein manuellen und einem komplett automatisierten Prozess bewegen. Aus den Ergebnissen der Cloud-Reife leitet Computacenter konkrete Handlungsempfehlungen ab, die auf einem standardisierten Maßnahmenkatalog beruhen.

In Teilbereichen beginnen

Der Dienstleister empfiehlt seinen Kunden, sich zunächst Teilbereiche vorzunehmen, etwa die SAP-Umgebung. Oft müssen dort Testsysteme schnell bereitgestellt werden. Benötigt ein Unternehmen sie häufiger als 100-mal im Jahr, sollte der Bereitstellungsprozess vollständig automatisiert sein. Werden die SAP-Systeme dagegen viel seltener benötigt, lohnt es sich eher, auf eine teilweise manuelle Bereitstellung zu setzen.

In jedem Fall bleibt der Aufbau einer Private Cloud komplex. Die Haupthindernisse liegen aber nicht auf der technischen, sondern der organisatorischen Ebene, wie Dirk Schiller, Leader Cloud Solutions bei Computacenter, berichtet. „Das Cloud-Modell erfordert die Akzeptanz der Mitarbeiter.“ In vielen IT-Abteilungen orientierten sich die Verantwortlichkeiten nach wie vor an Infrastrukturbereichen wie Server, Storage und Netzwerk, erläutert Schiller. „Häufig fehlt eine übergreifende Service-Orientierung, um diese organisatorischen Barrieren zu durchbrechen.“ □

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