Einfache Skalierung versus ausgereifte Funktionalität Citrix VDI-in-a-Box im Vergleich zu Xen Desktop

Autor / Redakteur: Eugene Alfaro / Ulrich Roderer

Citrix VDI-Software für kleine Mittelständler, "VDI-in-a-Box", unterscheidet sich in den Punkten Kosten, Komplexität sowie Hochverfügbarkeit vom großen Bruder "Xen Desktop": Einfache Anwendbarkeit und Support sind die Designmerkmale von VDI-in-a-box; Xen Desktop stellt sich als ausgereifte Desktop-Virtualisierungs-Software dar.

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Vergleich zwischen Citrix VDI-in-a-Box und Xendesktop.
Vergleich zwischen Citrix VDI-in-a-Box und Xendesktop.

Offiziell gibt es keine Obergrenze der Skalierung für Citrix VDI-in-a-Box. Es gibt Installationen mit Tausenden Anwendern und einem Server-Grid, die einzige Grenze sind die erworbenen Lizenzen. Der Unterschied zu Xen Desktop liegt nur darin, wie die Umgebung zu skalieren ist, um neue Anwender hinzuzufügen.

Bei VDI-in-a-Box wiederholt man einfach den immer gleichen Schritt des ursprünglichen Setups: Importieren und anschalten der VDI Manager-Appliance, dann wählt man ein bestehendes Grid aus. Der gesamte Vorgang wird vom "Setup Wizard" schrittweise unterstützt. Die VDI-Software repliziert die Konfigurationsdateien zwischen den Hosts, um sie zu synchronisieren. Danach kopiert und synchronisiert die Software die Images zwischen den Hosts im Grid.

Um Xen Desktop zu erweitern, muss ein neuer Host angelegt werden. Damit endet aber auch die Einfachheit. Der nächste Schritt hängt davon ab, mit welcher Methode der Desktop provisioniert wird: pooled und/oder dedicated über die Machine Creation Services (MCS), physisch zugewiesen oder gestreamt.

Grafische Performance

Sowohl Citrix VDI-in-a-Box als auch Xen Desktop nutzen das gleiche Zugriffsprotokoll für virtuelle Desktops: ICA/HDX. Aber nur die "Enterprise und Platinum Editionen" von Xen Desktop ermöglichen es, HDX 3D zu nutzen.

Bislang benötigen nur grafikintensive Anwendungen wie CAD oder Geografieinformationssysteme (GIS) diese Technologie. Doch in Zukunft kann es durchaus sein, das 3-D-Grafik auch in normalen Büro-Anwendungen zum Standard werden könnte. Das sollten Unternehmen, die in VDI einsteigen wollen, mitbedenken.

HDX 3D ermöglicht darüber hinaus, die Funktion "Multi-GPU Pass-through" zu verwenden, die der Xen Server anbietet und von Xen Desktop genutzt wird. Diese Technologie erlaubt es, VMs exklusiven Zugriff auf die Grafikhardware eines Servers zu geben. Dies ist eine äußerst nützliche Funktion auch für allgemeine Anwendungen wie Photoshop von Adobe.

Die Verwaltung von Images

Hier bestehen die größten Unterschiede zwischen den beiden VDI-Paketen von Citrix. Xen Desktop verwaltet Images über Versionierung, dies gilt sowohl für MCS als auch den Provisioning Server (PVS). Das vereinfacht die Verwaltung und Organisation, weil das Interface die unterschiedlichen Versionen zusammen gruppiert. Der Einsatz von PVS macht zusätzliche Schritte notwendig, weil die VDI-Software jedes Image für das Provisionieren vorbereiten muss.

Citrix VDI-in-a-Box hingegen erzeugt ein Image durch das Importieren einer VM, die außerhalb der Lösung erzeugt wird. Ein Wizard führt durch die Installation des Agenten, testet die Verbindung, bereitet vor und testet das endgültige Image.

Diese vorbereiteten Images lassen sich kopieren und editieren um neue Iterationen zu erzeugen. Das System selber allerdings bietet dazu keine Versionskontrolle.

Persistente Desktops

Citrix VDI-in-a-Box und Xen Desktop ermöglichen es, persistente Desktops anzulegen. Unternehmen sollten die Anzahl dieser persistenten Desktops möglichst gering halten. Aber ganz vermeiden lassen sie sich nicht.

In einem VDI-in-a-Box-Environment lässt sich ein persistenter Desktop einfach dadurch erzeugen, dass Refresh auf "manual" gesetzt wird anstelle von "on logout". Damit bleibt der Desktop bestehen und jeder berechtigte Anwender kann sich einloggen. Der Nachteil: das dedizierte Image muss separat verwaltet und gepflegt werden.

In großen Umgebungen mit Hunderten oder Tausenden von persistenten Desktops bietet sich der Gebrauch des "vDisk"-Feature von Xen Desktop an. Xen Desktop bietet damit eine granularere Kontrolle über die Änderungen der Anwender und eine bessere Sichtbarkeit durch eine Konsole.

Damit lassen sich die Änderungen durch Anwender verwalten während die Profildaten der Anwender einer dedizierten VM erhalten bleiben. In Citrix VDI-in-a-Box würde dies zum Verlust aller Änderungen führen.

VDI-in-a-Box besitzt einige Funktionen nicht, die in großen Unternehmen benötigt werden, ist dafür aber einfacher und bietet eine einfache Skalierung. In der Zwischenzeit bietet Citrix auch ein Upgrade auf Xen Desktop an, so dass ein Wachstumspfad gegeben ist.

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