Cisco Live 2019

Cisco widmet sich dem Rechenzentrum aus der Cloud und einer IoT-Plattform

| Autor: Sarah Gandorfer

Das Rechenzentrum aus der Cloud kündigte Cisco auf der Veranstaltung an.
Das Rechenzentrum aus der Cloud kündigte Cisco auf der Veranstaltung an. (Bild: © Maksim Pasko - stock.adobe.com)

„Data Center Anywhere“ und das Internet of Things (IoT) sind die beherrschenden Themen des ersten Konferenztages der „Cisco Live 2019“. Der Hersteller hat seine Partner dazu in die katalanische Hauptstadt Barcelona eingeladen.

Noch bis zum 1. Februar findet derzeit in Barcelona die Konferenz Cisco Live 2019 statt. In der Eröffnungsrede ist David Goeckeler, Executive Vice President und General Manager, Networking and Security Business bei Cisco, gleich auf das heutige Highlight zu sprechen gekommen: eine neue Architektur, die ein ortsunabhängiges Rechenzentrum erlaubt.

Um diese Domain-übergreifende Multicloud-Architektur zu erschaffen, hat der Hersteller eine Reihe von Innovationen in den Bereichen Netzwerk, Hyperkonvergenz, Sicherheit und Automatisierung realisiert. Dazu gehören:

  • die Anbindung von „Application Centric Infrastructure“ (ACI) in die Public Cloud. Somit können AWS und Microsoft Azure an eine bestehende ACI Umgebung gekoppelt werden. Die anwendungsorientierte Netzwerktechnik für das Rechenzentrum biete einfachen Betrieb, Agilität und Sicherheit – mit einem offenen Ansatz, der sich in alle Hypervisor- und Container-Frameworks integriere.
    Laut Cisco gilt das für jeden Workload, jeden Standort und jede Cloud. „VirtualACI“ unterstützt bereits Bare-Metal-Clouds und „remote locations“. Mit den neuen „Cloud-ACI“-Funktionen erweitert Cisco die Automatisierung, Verwaltung und Sicherheit auf „AWS“ und „Microsoft Azure“. Die neuen Funktionen integrieren sich vollständig in die Infrastructures as a Service (IaaS)-Umgebungen von AWS und Azure. Virtual ACI und Cloud ACI werden im zweiten Quartal 2019 verfügbar sein.
  • die Erweiterung von „Hyperflex“ für verteilte Standorte. Die Technik bietet sich für Unternehmen an, die viele Niederlassungen haben und Daten lokal benötigen. Dabei ließenen sich mit dem „Cisco Intersight Server“ und Speicher nahtlos die zentralen Rechenzentren bis an die Grenzen des Netzwerks erweitern, so Cisco.
    Dies geschieht mit der flexiblen Skalierbarkeit und einfachen Nutzung des Cloud-basierten System-Managements. Hyperflex ermöglicht somit auch in Niederlassungen und entfernten Standorten eine Anwendungsleistung auf Rechenzentrumsniveau. Hyperflex 4.0 mit Cisco Intersight soll im zweiten Quartal 2019 verfügbar sein.
  • Neue „Cloudcenter“-Funktionen vereinfachen die Verwaltung des Lebenszyklus von Anwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen. Hierfür stelle die neue „Cloudcenter Suite“ nun ein vollständiges Application Lifecycle Management, stärkere Workflow-Automatisierung, verbesserte Kostenoptimierung und Governance zu Verfügung.
    Sie lässt sich laut Herstellerangaben einfacher nutzen und schnell installieren. Zusätzlich wurden die Preise gestaffelt und das SaaS-Angebot überarbeitet. Das Cloudcenter-Suite-Abo für On-Premises wird im ersten Quartal 2019 verfügbar sein, die SaaS-Version voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres in Nordamerika und im zweiten Quartal in Europa.

Außerdem können Kunden mit dem „Cisco Enterprise Agreement“ (EA) einfacher Rechenzentrumstechnik kaufen und verwalten. Sie profitieren laut Anbieter dabei von einem standardisierten drei- oder fünfjährigen Lizenzvertrag für sieben Suiten, darunter ACI, Hyperflex, Intersight und „Tetration“.

Die angebotenen Bereitstellungsmodelle und Lizenzportabilitäten sind vielfältig: Sie gehen über physische, virtuelle oder Cloud-basierte Installationen hinweg. Dabei greifen die Interessenten über ihren bevorzugten Vertriebspartner auf alles zu, was sie benötigen. Neuen Enterprise Agreements lassen sich ab Mitte März bestellen.

Zudem integriert sich AppDynamics jetzt in Cisco ACI und „DNA Center“ und die Applikations-Performance wird in Echtzeit laufend mit dem Netzwerkstatus abgestimmt.Die Integration mit dem Cisco DNA Center und der Identity Services Engine ermögliche nun eine durchgängige identitätsbasierte Richtlinien- und Zugriffskontrolle zwischen Nutzern oder Geräten auf dem Campus sowie ortsunabhängigen Anwendungen oder Daten, so der Anbieter. Diese Integrationen unterstütze eine Multi-Domain-Architektur, die Unternehmensinfrastrukturen vereinheitliche und Komplexität reduziere. Entwickler-Materialien für ACI sind ab sofort auf „Cisco Devnet“ erhältlich.

Neues Tools für IoT

Ein weiteres Thema des ersten Tages ist das Internet of Things (IoT) gewesen. „Beim IoT geht es um Geschäftsergebnisse“, erklärt Liz Centoni, Senior Vice President und General Manager, IoT bei Cisco. „Eine sichere Konnektivität bildet die Grundlage jeder IoT-Installation. Und mit einem neuen „Devnet IoT Developer Center“ ermöglichen wir es Tausenden Partnern und Entwicklern weltweit, Lösungen auf unserer IoT-Plattform aufzubauen.“

Dabei soll das so genannte Intent-based Networking einen grundlegenden Wandel offerieren, wie Netzwerke aufgebaut und verwaltet werden. Statt zeitraubender manueller Prozesse erfassen diese Netzwerke die Geschäftsabsichten und übersetzen sie in Netzwerkrichtlinien. Genutzt wird diese Vernetzungsvariante zwar bereits seit einigen Jahren meist zwischen Zentralen und Niederlassungen, doch nun können auch IT-Abteilung darüber mit dem Betrieb zusammenarbeiten, um auch IoT-Umgebungen zu verwalten.

Für Unternehmenskunden hält Intent-based Networking drei Vorteile parat:

  • Zum einen, die Skalierbarkeit. Auf diese Weise können IT-Teams ihre Erfahrung mit bekannten Tools wie Cisco DNA Center nutzen, um automatisch IoT-Installationen zu skalieren. Komplexe Projekte, die bislang Monate gedauert haben, sind laut Hersteller, nun in Stunden oder gar Minuten abgeschlossen.
  • An zweiter Stelle steht die Flexibilität. Oft ist die Aktualisierung von IoT-Infrastrukturen zeit- und kostenaufwändig. Durch ein modulares Design sind die Plattformen flexibel. Kunden können damit neue Technologien wie 5G nutzen, ohne bestehende Netzwerke zu ersetzen. Die „Cisco Industrial Router“ seien derzeit die einzigen verfügbaren 5G-fähigen IPv6-Industrie-Router, so der Hersteller.
  • Der dritte Punkt betrifft die Sicherheit. So nutzt Cisco einen Sicherheitsansatz, bei dem Schutzmaßnahmen in jeder Ebene des IoT-Stack eingebaut sind – von der Netzwerk-Hardware über das Betriebssystem bis zu den Edge-Computing-Apps.

Um all das zu bewerkstelligen, gehören zu den vorgestellten Neuentwicklungen IoT-Netzwerk-Plattformen. Die neuen „Catalyst Industrial Switches“ und „Industrial Integrated Services Router“, sind speziell für IoT-Umgebungen ausgelegt. Sie nutzen „IOS XE“ – das aktuelle Betriebssystem für Intent-based Networking in einer Zentrale, der Niederlassung und dem WAN.

Die Plattformen lassen sich über das Cisco DNA Center verwalten, welches eine Übersicht über alle Umgebungen ermöglicht. Die Switches der Cisco „Catalyst IE3x00 Rugged Series“ und „Cisco IR1101 Integrated Services Router Rugged“ können ab sofort bestellt werden.

Die Tools und Design-Richtlinien

Weiterhin wurden in Barcelona neue Entwicklungswerkzeuge vorgestellt. Das Entwicklerprogramm Devnet, stellt neue Tools bereit, um Innovationen für die erweiterte IoT-Infrastruktur zu erstellen. Ökosystem-Partner können damit Anwendungen flexibel und konsistent entwickeln und verwalten. Zudem bietet das neue IoT Developer Center Lernmaterialien, Tools für Entwickler und Support, damit Partner sofort Lösungen erstellen können.

Um das Angebot abzurunden, hat Cisco drei neue validierte Design-Richtlinien entworfen. Sie sollen als Vorlagen für IoT-Architekturen dienen, die sich in Tests bewährt haben. Sie sollen Kunden und Partner ein Proof-of-Concept an die Hand geben, um möglichst schnell ein erfolgreiches IoT-Projekt umzusetzen.

Da der Vertrieb der Produkte hauptsächlich über Partner läuft, möchte Cisco ein weltweites Ökosystem von IoT-Partnern mit Hilfe entsprechender Weiterbildungen und Spezialisierungsprogrammen aufbauen. Dazu entwickelt der Hersteller entsprechende IoT-Partnerschulungen.

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