Risiken durch mangelnde Investitionsbereitschaft im Großrechner-Computing

CIO und Mainframe - zentral für digitale Innovationen, aber ohne Strategie

| Redakteur: Ulrike Ostler

Für viele CIOs hat die Bedeutung des Mainframe für die Unternehmens-It eher zu- als abgenommen. Eine Strategie, wie es weiter gehen soll, fehlt allerdings allzu häufig.
Für viele CIOs hat die Bedeutung des Mainframe für die Unternehmens-It eher zu- als abgenommen. Eine Strategie, wie es weiter gehen soll, fehlt allerdings allzu häufig. (Bild: Compuware)

In Deutschland glauben 92 Prozent der CIOs, dass der Mainframe auch in den kommenden zehn Jahren eine wichtige Rolle spielt. 84 Prozent sehen ihn als Schlüssel für Innovationen. Also: Alles gut in Sachen Großrechner? Nein.

Trotz der hohen Bedeutung besitzen 56 Prozent der deutschen CIOs keine konkreten Pläne gegen den kommenden Mainframe-Fachkräftemangel. Das gehört zu den Ergebnissen einer aktuellen, internationalen Umfrage der Compuware Corporation unter 350 CIOs.

Entsprechend sorgen sich 54 Prozent, dass die fehlende Dokumentation zu Mainframe-basierten Prozessen den Wissenstransfer auf die nächste Generation erschwert und Risiken erzeugt. Außerdem sind 54 Prozent davon überrascht, wie viel zusätzlicher Aufwand und Budget erforderlich sind, damit neue Anwendungen und Plattformen die Sicherheit bieten, die der Mainframe liefert.

Dabei erlebt der Mainframe geradezu eine Renaissance: 81 Prozent der CIOs weltweit – in Deutschland sogar 88 Prozent – sagen, heute liefen neuere und verschiedenartigere Arbeitsprozesse auf dem Mainframe als vor fünf Jahren. Verteilte Anwendungen haben im gleichen Zeitraum die Mainframe Workload um knapp 40 Prozent erhöht.

Erkenntnisse scheitern an der Praxis

Ihren Mainframe-Code sehen mehr als 80 Prozent der CIOs als schützenswertes geistiges Eigentum an. Auch für die Umsetzung von Big Data spielt der Mainframe nach Ansicht der Befragten eine wichtige Rolle. So geben mehr als acht von zehn CIOs an, dass der Mainframe hierfür einen größeren Durchsatz ermögliche als herkömmliche Hardware, doch nur 68 Prozent in Deutschland und 61 Prozent weltweit setzen ihn bereits dafür ein.

Weltweit ist eine deutliche Lücke zwischen dem Geschäftswert des Mainframes und der Investitionsbereitschaft der CIOs zu erkennen. Das birgt große Risiken für die Unternehmen (siehe: Abbildung 4).

Ergänzendes zum Thema
 
Über die Compuware Corporation und die Studie

Diese Diskrepanz zeigt sich in den Aktivitäten der CIOs. Bei der Priorisierung der Investitionen stehen Weiterentwicklungen des Mainframe-Codes als geistiges Eigentum an letzter Stelle. Die Untersuchung zeigt auch, dass der Mainframe als Silo getrennt von der restlichen IT bestehen bleibt, auch wenn die CIOs es zunehmend wichtig finden, den Mainframe gemeinsam mit anderen IT-Ressourcen zu nutzen.

Jason Bloomberg, President des Agile Digital Transformation Analyseunternehmens Intellyx, erläutert: „Die Verantwortlichen wissen, dass sie um in der heutigen, dynamischen, digitalen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, Silostrukturen abbauen müssen. Unternehmen, die vom Mainframe abhängen, müssen die richtigen Tools, Prozesse und Unternehmenskultur aufsetzen, um die Collaboration zwischen Mainframe und Nicht-Mainframe-Teams anzustoßen. Ihr digitaler Erfolg hängt von dieser Balance ab.“

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