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Messe-Highlights von Univention, Zarafa, ownCloud & Co.

CeBIT beflügelt das Open-Source-Business

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Applikationsintegration mit Zarafa WebApp

Einen anderen Ansatz zur Applikationsintegration mit Cloud-Perspektive bietet Zarafa. Erstmals macht das Unternehmen, nach eigener Darstellung „the nr 1 MS Exchange replacement“, einen Schritt über die Microsoft-Welt hinaus. Denn es hat zur CeBIT das neue Produkt „WebApp“ auf den Markt gebracht. Mit ihm ist es möglich, an den Zarafa-Groupware-Server über eine offene API andere Applikationen anzuflanschen, die sich dann direkt aus dem MS-Groupware-Client Outlook oder aus einem Browser starten lassen. Dazu gehören zum Start nicht nur Social-Media-Systeme wie Facebook oder Google+, sondern auch das DMS Agorum und die Zarafa-Lösung "Webmeeting" auf der Basis von „Spreed“.

Der erweiterte Fokus sei „keine neue Business-Orienterung“, erklärte Helmuth Neuberger, DACH-Chef beim niederländischen Groupware-Anbieter Zarafa, auf der CeBIT. Aber es sei eine Reaktion drauf, dass seit dem Siegeszug der Smartphones die IT-Welt heterogener wird. Das hatte zwei Folgen, so Neuberger: „Erstens haben die Leute gelernt, dass man auch ohne Windows arbeiten kann; und zweitens geht der Trend zu Applikationen im Browser.“ Womit auch schon die in der Cloud übliche Startumgebung für Anwendungen angesprochen wäre.

Mit Zarafa WebApp in einer Cloud auf Basis von Univention ließe sich eine Applikation wie Agorum theoretisch aus dem UCS-App-Center oder über Zarafa aus Outlook starten – und zwar in beiden Fällen von den jeweiligen unternehmenseigenen Servern (on premise) oder im ersten Fall als Cloud-Service. Anwenderunternehmen könnten bei Outlook als ihrem favorisierten Groupware-Client bleiben, obwohl sie sich in einer Cloud auf Open-Source-Basis bewegen. Auch diese Freiheit möchte die Open-Source-Welt den IT-Nutzern erhalten, obwohl Univention natürlich jeder anderen Open-Source-Groupware den Vorzug geben würde. Im Übrigen wird dadurch das Cloud-Angebot breiter; Spreed zum Beispiel gibt es noch nicht für UCS.

Fazit

Auf der CeBIT 2012 haben Open-Source-Anbieter gezeigt, dass sie nicht nur eine Alternative zu den dominanten proprietären Cloud-Angeboten sein möchten. Sie haben vielmehr etwas vorzuweisen, das völlig neue Perspektiven eröffnet, die Visionen und Ziele von Open Cloud Initiative und Deutsche Wolke real macht. Kein anderer Cloud-Anbieter schiebt dermaßen die Applikationen in den Vordergrund, schon gar nicht in dieser Breite.

Dabei gehen die Open-Source-Anbieter davon aus, dass zunächst eine Mischform von On-premise- und Private Cloud bei einzelnen Experimenten mit Public Cloud vorherrschen wird. Das Geschäft in dieser Richtung dürfte diese CeBIT vorangebracht haben.

Die Messe in Hannover wird damit auch en passant zu einem immer größeren Konkurrenten des LinuxTags, der am 23. bis 26. Mai in Berlin stattfindet. Business = CeBIT, Community = LinuxTag.

Der Autor

Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.

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