Die Alternative zu OTRS geht über den Helpdesk hinaus

Cape IT gibt Service-System KIX frei

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Die neuen Gleise sind gelegt, die ist Weiche gestellt: Die Linie von Cape heißt KIX statt ORTS.
Die neuen Gleise sind gelegt, die ist Weiche gestellt: Die Linie von Cape heißt KIX statt ORTS. (Foto: Daniel Stricker, pixelio.de)

Ende letzten Jahres hatte Cape IT, enttäuscht von der bisherigen Produktbasis OTRS, einen Open-Source-Fork angekündigt. Die Vorabpräsentation der Alternative auf der CeBIT verlief wohl erfolgreich. Jetzt ist das neue Produkt da: KIX.

Das Chemnitzer Softwarehaus Cape IT hat eine eigene Servicedesk-Lösung „KIX“ als Open Source auf dem Markt gebracht. Bisher war das Unternehmen bekannt für eine Produktreihe namens „KIX4OTRS“. Der Titel verriet, dass es sich um eine Erweiterung handelte, deren Kern auf dem „Open Ticket Request System“ (OTRS) aufsetzte. Aber das ist nun Vergangenheit.

Ankündigung eines Forks wahr gemacht

Die Chemnitzer hatten Ende letzten Jahres ihren Unmut über die Produktpolitik des Herstellers OTRS AG kundgetan. Gleichzeitig kündigten sie auf einer Anwenderkonferenz an, mit verwendbaren Teilen des Sourcecodes der OTRS-Version 5 und eigenen Erweiterungen eine Alternative zu dem Ticketing-System auf die Beine stellen zu wollen. Mehr dazu hier:

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Das ist geschehen. Wie angekündigt heißt das Produkt KIX. Sein Kern besteht aus einem Mix aus OTRS 5 und Cape-eigenen Entwicklungen aus dem letzten Produkt KIX4OTRS. Die kostenlose Basisfunktion enthält bereits die früheren FAQ- und ITSM-Erweiterungen und darüber hinaus Einzelfunktionen aus mehr als 20 einzeln verfügbaren Modulen von Cape IT.

Ein Basisprodukt und eine Professional-Version

Darüber hinaus gibt es eine Variante KIX Professional. Sie umfasst neben KIX „out of the box“ grundlegende Service-Aufgaben wie Störungsmanagement, internes und externes Auftragsmanagement, die Bearbeitung von Flächenstörungen und ein Service-Vertragswesen. Ferner gehören dazu eine für den Enterprise-Einsatz optimierte CMDB, ein neuer CMDB-Explorer sowie Funktionen für einen Token-basierenden Dateiaustausch zwischen Service-Center und IT-Anwendern. Der funktionale Umfang lässt erkennen, dass Cape außer dem IT-Service-Management, zum Beispiel am Helpdesk, intensiver als bisher auch die Verwendung von KIX im technischen Service im Auge hat.

Zeitaufwand für Installationsprozesse reduziert

KIX ist darauf ausgelegt, die bisher zeitaufwändige Installation vieler einzelner OTRS-Module zu verkürzen. Dazu lässt es sich über das Paketmanagement des Betriebssystems installieren und aktualisieren. Gegenwärtig gibt es KIX für die Linux-Umgebungen Debian und die daraus abgeleiteten Distributionen Ubuntu und Univention Corporate Server (UCS). Weitere Distributionen sollen folgen, eine Windows-Variante dürfte aber unwahrscheinlich sein, weil sich schon KIX4OTRS in Microsoft-Umgebungen schlecht skalieren ließ. Besonders einfach ist die Installation von KIX aus dem UCS-Appstore von Univention.

Das neue KIX hatte Cape erstmals auf der CeBIT in wesentlichen Teilen Interessierten vorgestellt. Die Reaktionen waren „überwältigend“, wie Cape-Geschäftsführer Rico Barth erklärt: „Diese ersten Rückmeldungen lassen uns positiv in die Zukunft sehen.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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