Unternehmenssteuerung braucht ein strategisches Informationsmanagement

Business Intelligence, Datenintegration und Datenintegrität eng verzahnt

| Autor / Redakteur: Nathan Jagoda * / Florian Karlstetter

Intelligence bereitet entscheidungsrelevante Daten auf

Einen zentralen Ansatzpunkt für das strategische Informationsmanagement bilden die unterschiedlichen Anwendungsgebiete von Business Intelligence (BI), wobei BI weit mehr ist als nur ein weitgehend automatisiertes Berichtswesen (Reporting). Information Builders beispielsweise sieht BI als iterativen, einem Closed-Loop-Verfahren folgenden Prozess, um aus den unterschiedlichsten internen und externen Datenquellen entscheidungsrelevantes Wissen zu erzeugen. BI ist damit ein Instrument, das die Reporting-Daten zur Unternehmenssteuerung liefert.

Als Erweiterung von BI nutzt Business Analytics eine Reihe von Verfahren, um analytische Auswertungen durchzuführen. Hier kommen beispielsweise auch Methoden wie die prognostische Analyse zum Einsatz, die sich in einem Fertigungsunternehmen mit Aufgaben wie Produktions- und Absatzplanung, Lagerbestandsprognosen, Umsatzprognosen oder Vorhersagen von Marktpotenzialen und Produktlebenszyklen neuer Produkte befasst.

Eine wichtige Eigenschaft von Business Analytics besteht darin, dass damit Ursache-Wirkungs-Beziehungen oder Abhängigkeiten zwischen betriebswirtschaftlichen Kennziffern ins Blickfeld geraten. Business Analytics nutzt Methoden der Datenveredelung und der -visualisierung und wird so zu einer der Stellschrauben der Unternehmenssteuerung. Mit Business Analytics können sich Unternehmen, gestützt auf quantitative, statistische und Prognosemodelle, die den Material- und Informationsfluss abbilden, deutlich agiler in ihren Märkten bewegen.

Für Information Builders umfasst Intelligence in einer ganzheitlichen Sicht und in einer logischen und zeitlichen Abfolge die Aufbereitung (BI-Reporting) sowie Analyse von Daten für die Unternehmenssteuerung und wird damit zu einem von insgesamt drei Kernbestandteilen des strategischen Informationsmanagements.

Integration führt Daten aus den unterschiedlichsten Quellen zusammen

Oft gehen Unternehmen davon aus, dass Applikationen zur Unternehmenssteuerung automatisch mit einem Data-Warehouse verbunden sind. Sie sammeln Informationen aus mehreren Quellen, um damit einen einheitlichen Datenbestand für Reporting- und Analysezwecke bereitzustellen. Daten und Informationen werden während ihrer Entstehung oder in regelmäßigen Abständen, beispielsweise einmal am Tag, mit Hilfe von Datenbank-Adaptern aus den unterschiedlichsten Systemen importiert.

Analytische Systeme liefern Entscheidern zwar umfassende Einblicke in vergangene Geschäftsperioden, nicht aber in aktuelle Abläufe. Mit Systemen für ein operatives Business Intelligence erhalten Anwender eine Echtzeitsicht auf Geschäftsereignisse noch während sie stattfinden.

Beispiele hierfür sind die Verfolgung einzelner Teile in der Fertigungsstraße oder die Übertragung von Trouble Tickets an Mitarbeiter im Kundenservice. Operative BI-Anwendungen erhalten ihre Informationen oft über einen automatischen Workflow-Prozess oder direkt aus einem einzelnen Produktionssystem. Typisch dafür ist auch hier das Kreislaufmodell des permanenten Soll-Ist-Vergleichs. Dabei verstreicht im Idealfall nur eine kurze Zeit zwischen dem Eintritt eines Ereignisses und dem Zeitpunkt, zu dem eine BI-Applikationen die betreffenden Informationen erhält.

In diesem Umfeld werden Lösungen und Integrationstechnologien benötigt, um das Auftreten von Ereignissen zu überwachen, zu erkennen, weiterzuleiten und die notwendigen Maßnahmen zu ermitteln, wobei vorab festgelegte Bedingungen und Regeln zugrunde gelegt werden. Durch die Definition von Schwellwerten und Warnmeldungen lässt sich eine Verbindung zwischen einem BI-Prozess und Transaktionsprozessen herstellen, sodass eine Aktion ausgelöst wird, wenn entsprechende Ereignisse in diesen Systemen auftreten. Geht etwa bei der Auftragserfassung eine Bestellung ein oder ein Fertigungsprozess aktualisiert eine Stückliste können diese Ereignisse andere Applikationen benachrichtigen. In manchen Fällen werden die Anwender dann zur Eingabe von Daten aufgefordert, beispielsweise um die Ereignisse mit Daten aus anderen Abschnitten eines Geschäftsprozesses zu korrelieren. Dabei kann zum Beispiel definiert werden, dass eine Meldung ausgegeben wird, wenn ein vorgegebener Schwellwert erreicht wird, etwa dann, wenn der Lagerbestand unter ein bestimmtes Niveau absinkt oder wenn neue Verkaufszahlen vorliegen.

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