Ein kostenloses Produkt der Open Source Business Alliance

Browser Iridium schützt die Privatsphäre

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Open Source Business Alliance)

Der neue Browser „Iridium“ verhindert die Weitergabe von Daten an die Hersteller und schützt die betrieblichen Informationen sowie die Privatsphäre der Nutzer.

Die üblichen Browser geben eine Menge Daten über die Anwender und ihr Surfverhalten an die jeweiligen Hersteller weiter. Die meisten davon sind vor allem für Werbung interessant. Und sie verraten mehr über die Anwender, als denen genehm sein dürften; denn sie erlauben Rückschlüsse auf Krankheiten, sexuelle Vorlieben etc.

Dem unerwünschten Informationshunger der Browser will die deutsche Initiative Open Source Business Alliance (OSBA) entgegen wirken. Eine Arbeitsgruppe in ihr hat sich zusammengetan, um einen Browser zu entwickeln der nur solche Daten weitergibt, die zum Beispiel beim mobilen und Cloud Computing tatsächlich unverzichtbar sind. Dieser Browser mit dem Namen Iridium ist nun kostenlos – und natürlich auch als Open Source – zum Download erhältlich.

Chromium von Google die Neugier genommen

Iridium ist eine Gemeinschaftsentwicklung diverser Firmen, unter anderem Kopano, Nextcloud, Spreed.me und Zarafa, Mitglieder der OSBA. Seine technische Grundlage ist der Chromium-Browser von Google. „Generell bietet der Chromium-Browser alle notwendigen und modernen Schnittstellen, wie WebRTC oder einen sehr leistungsfähigen JavaScript-Parser“, erklärt Michael Kromer, Vice President Technology & Architecture bei Kopano. „Wir wissen aber auch, dass der Chromium-Browser ein Projekt von Google ist und viele Eingaben zur Analyse an die Google-Cloud schickt, was uns natürlich besorgt.“

Aber Chromium ist auch Open Source. Die OSBA-Firmen haben sich den quelloffenen Code des Google-Browsers vorgenommen und von allem befreit, was die Privatsphäre der Anwender beeinträchtigen könnte. Außerdem hat das OSBA-Projekt einige Sicherheitsfunktionen verstärkt, um eine noch höhere Sicherheit für den Nutzer zu gewährleisten.Den Browser gibt es wahlweise mit oder ohne proprietäre Codecs für Windows ab Version 7 (32 und 64 Bit), Mac OS X, OpenSuse 13.1 und 13.2 sowie für Ubuntu. Die beteiligten Firmen wollen den Iridium-Browser ständig weiterentwickeln.

Funktionalitäten wie üblich

Der Autor hat als Vielsurfer den Browser mehr als zwei Wochen getestet. Gegenüber dem aktuellen Firefox sind die Änderungen der Benutzeroberfläche marginal. Das Auffälligste: Page Refresh oben links statt rechts. Ansonsten sind die Funktionalitäten anscheinend gleich und ähnlich zugänglich. Anonymisierung (bei Firefox: Privates Fenster) ist möglich. Drucken funktioniert mit Vorschau und Einstellmöglichkeiten. Lesezeichen erscheinen oben in einer Leiste, Downloads unten (ausschaltbar).

Schon die Grundeinstellung von Iridium zeigt, dass bei diesem Browser mehr Gewicht auf Sicherheit gelegt wurde: Der Iridium-Browser merkt sich keine Zugangsnamen und Passwörter.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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