Zukunft des Supply Chain Managements: kurze Transportwege und mehr Kooperation Britische Studie belegt Trend zu umweltbewusstem und nachhaltigem Supply Chain Management

Redakteur: Ulrich Roderer

Die Analysten des britischen ‚The Future Laboratory‘ haben im Auftrag von Oracle herausgefunden, welche Auswirkungen die ‚grüne Welle‘ in der Wirtschaft auf die Lieferketten hat: Steigende Energiekosten treiben die Veränderung des Supply Chain Managements hin zu mehr Nachhaltigkeit.

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Die Berater und Forscher fanden im Rahmen der Studie ‘The Shape of Tomorrow’s Supply Chains – The Science of Sustainability’ heraus, dass das Bestreben nach nachhaltiger Unternehmensführung weltweit zu enormen Veränderungen im Supply Chain Management führt.

Doch ein reines Lippenbekenntnis oder geschicktes Marketing reicht nicht aus: Kunden, Medien und Investoren prüfen immer genauer, ob das Engagement auch tatsächlich umgesetzt wird. Die steigenden Energiekosten zwingen Unternehmen, effizient mit Ressourcen zu wirtschaften, und sie können damit sogar echte Wettbewerbvorteile erzielen.

Neue Strategien

Die Studie hat im Bereich Supply Chain Management mehrere Strategien ermittelt, wie sich Unternehmen einen grünen Wettbewerbsvorteil verschaffen: Der Haupttrend geht dabei klar in Richtung Zusammenarbeit und Regionalisierung. Bei der Zusammenarbeit soll es künftig vermehrt gemeinsame Liefernetzwerke geben, um halb leere LKWs und mehrere Lieferfahrten zum selben Empfänger zu vermeiden.

Ein weiterer Trend findet online statt: In so genannten ‚Virtual Bazaars‘ treffen sich Anbieter von Nischenprodukten, um ihre Produkte gemeinsam zu verkaufen. Zudem entstehen bereits Firmen, deren Geschäftsmodell darin besteht, für ihre Kunden den gesamten Produktlebenszyklus zu überwachen und zu verwalten – von der Produktentwicklung bis zur Auslieferung.

Umweltverträglichkeit statt Geschwindigkeit

Immer häufiger wird bereits Umweltverträglichkeit der Vorzug vor Geschwindigkeit gegeben. Viele Güter werden wieder auf der Schiene oder per Schiff transportiert. Darüber hinaus werden in Zeiten sinkender Produktions- und steigender Transportkosten lange Transportwege mehr und mehr vermieden und es folgt eine Rückbesinnung auf lokale Produktionsstätten. Einen weiteren Trend sehen die Forscher darin, dass künftig praktisch rückwärts geplant wird – also vom Kunden her gesehen. Ein weiterer radikaler Ansatz ist die Idee, den Transport selbst zur Produkterzeugung zu nutzen – so ist es bereits gelungen, Champignons auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort zu züchten.

David Food, Supply Chain Director, Oracle UK: „Wenn ‚Dunkelgrün‘ das erklärte Ziel ist, dann müssen zuerst die Verantwortlichen für die Abläufe in der Supply Chain verstehen, dass sie ein integriertes Change Management brauchen. Dabei sollten sie sich auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: Zum Einen auf die Geschäftsprozesse selbst sowie darauf, das Verhalten der Mitarbeiter zu verändern und zum Anderen auf den Aufbau einer hoch entwickelten Technologieplattform. Für alle Firmen, die einen solchen Prozess durchlaufen, ist es unerlässlich über ein flexibles System zu verfügen, das sich immer wieder einfach anpassen lässt, während die Grundlagen für eine nachhaltige Unternehmensführung eingerichtet werden.“

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