Hundert Mal mehr Daten auf gleichem Raum

Bis zum Jahr 2020 löst Nanotechnologie die Flashspeicher ab

| Redakteur: Ulrike Ostler

Racetrack-Speicher katapultiern die IT über die Vorstellungen über das Raumschiff-Enterprise-Zeitalters hinaus.
Racetrack-Speicher katapultiern die IT über die Vorstellungen über das Raumschiff-Enterprise-Zeitalters hinaus. (Bild: Maier Gernot/ Fotolia.com)

Nach Angaben des Eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. kündigen Racetrack-Speicher auf Basis von Nanotechnologie bereits ihren Siegeszug an. Sie seien der Schlüssel zur Bewältigung der globalen Datenflut.

Big Data und kein Ende: Der weltweit rapide wachsende Speicherbedarf stellt Festplattenhersteller, Unternehmen und Rechenzentren vor immer größere Herausforderungen.

Prinzip des Racetrack-Speichers (Wikipedia)
Prinzip des Racetrack-Speichers (Wikipedia) (Bild: W.Rebel - drawing - US Patent/ Wikipedia)

Laut Dr. Béla Waldhauser, Leiter der Datacenter Expert Group beim Eco Verband, spielen dabei vor allem Nano-Technologien eine zentrale Rolle: „Verglichen mit heutigen Flashspeichern ermöglichen moderne Nanotechnologien das Hundertfache der aktuell möglichen Speicherdichte und extrem kurze Zugriffszeiten. Die ersten nanobasierten ‘Racetrack-Speicher‘ werden schon 2020 serienreif sein und bisherige Speicherarchitekturen kontinuierlich ablösen.“

Stark wachsende Ansprüche an Speichermedien

Aktuellen Prognosen des Netztechnik-Provider Cisco zufolge wird das Datenvolumen im Internet schon 2016 die Grenze von jährlich 1,3 Zettabyte durchstoßen. Mit rund 110 Exabyte wird die monatlich übermittelte Datenmenge gegenüber 2013 um 66 Exabyte steigen.

Die Speichermedien wachsen dabei mit den Ansprüchen: Als Gründe für den in den nächsten Jahren massiv ansteigenden Speicherhunger sehen die Eco-Experten verschiedene Faktoren. Durch die stark wachsende Nutzung von cloud-basierten Diensten müssen etwa Rechenzentren weltweit immer größere Datenmengen speichern und verarbeiten.

Auch der zunehmende M2M-Trend (Machine to Machine) und das „Internet der Dinge“ werden die globale Datenflut verstärken: Aktuelle Einschätzungen erwarten bis 2020 weltweit mehr als 50 Milliarden mit dem Internet verknüpfte Geräte – inklusive dem kontinuierlichen Sammeln und Austauschen von Daten.

Waldhauser sagt: „Aktuelle Speichertechnologien stoßen in Sachen Datendichte bereits heute an ihre Grenzen. Um langfristig mit den enormen Datenmengen zurechtzukommen, sind neue Technologien und konstante Innovationen ein absolutes Muss.“

Die Speicher von Raumschiffes Enterprise werden locker abgehängt

Welche enormen Fortschritte die Speichertechnologie allein in den vergangenen Jahrzehnten gemacht hat, stellte zuletzt der bekannte Physiker und Star Trek-Experte Professor Metin Tolan im Rahmen eines Vortrages auf dem Eco-Kongress 2014 vor: So sind die damals utopisch anmutenden Speichermedien der 60er-Jahre-Enterprise aus dem fiktiven Jahr 2200 bereits heute bei weitem überholt.

„Festplatten fassen heute rund 100 Millionen Mal (10 hoch 8) mehr Daten pro Fläche als noch vor 50 Jahren. Hochgerechnet bis zum realen Jahr 2200 erreichen zukünftige Datenträger verglichen mit jenen der 60er und 70er Jahre eine Speicherdichte mit dem Faktor 10 hoch 20 – kein Vergleich zu den Speicherkapazitäten, die Mr. Spock zur Verfügung standen“, so Tolan.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43121011 / Hardware)