Eco Datacenter Expert Summit – von echten zu virtuellen Rechenzentren

Big Data und EEG bestimmen die Diskussion der Co-Locator

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die so genannte Elefantenrunde des Eco Datacenter Expert Summit, der kürzlich auf der Messe it-sa in Nürnberg stattfand: (von links nach rechts:) Béla Waldhauser, Geschäftsführer TeleHouse Deutschland GmbH, Frank Zachmann, Managing Director von der Ancotel GmbH, seit Kurzem Bestandteil der Equinix-Gruppe, Sebastian Brandis, COO der E-Shelter Facility Services GmbH, Flemming Moos, Partner, Norton Rose Germany LLP, Monika Graß, Inhaber, Grass Consulting, Peter Knapp, Managing Director, Interxion Deutschland GmbH, Oliver Menzel, CEO der Wusys GmbH, Erhard Raible, Geschäftsführer, Global Switch FM GmbH, und Holger Riedel, Sales Director Germany/Switzerland/Austria/Benelux bei TeliaSonera International Carrier Germany GmbH
Die so genannte Elefantenrunde des Eco Datacenter Expert Summit, der kürzlich auf der Messe it-sa in Nürnberg stattfand: (von links nach rechts:) Béla Waldhauser, Geschäftsführer TeleHouse Deutschland GmbH, Frank Zachmann, Managing Director von der Ancotel GmbH, seit Kurzem Bestandteil der Equinix-Gruppe, Sebastian Brandis, COO der E-Shelter Facility Services GmbH, Flemming Moos, Partner, Norton Rose Germany LLP, Monika Graß, Inhaber, Grass Consulting, Peter Knapp, Managing Director, Interxion Deutschland GmbH, Oliver Menzel, CEO der Wusys GmbH, Erhard Raible, Geschäftsführer, Global Switch FM GmbH, und Holger Riedel, Sales Director Germany/Switzerland/Austria/Benelux bei TeliaSonera International Carrier Germany GmbH (Bild: Ostler)

35 Zettabytes (10 hoch 21 Bytes) neue Daten täglich erwarten Rechenzentren im Jahr 2020. Das wird für Co-Locator und Hoster ein dickes Geschäft. Über mangelnden Zulauf können sich die Vertreter jedenfalls nicht beklagen. Sie lässt die EEG, die Umlage für erneuerbare Energien erschauern.

„Der Anstieg des Strompreises ist ein massives Problem“, sagt Peter Knapp, Managing Director der Interxion Deutschland GmbH, „was mich massiv aufregt“. Denn dieser sei ein erheblicher Nachteil für den Standort Deutschland. Er hätte gerne wie rund 2000 andere Unternehmen in Deutschland auch, eine Befreiung von der Umlage.

Doch eine solche sei zum einen an einen Abhängigkeitsgrad vom Strom geknüpft – diese Eigenschaft zeichne wohl insbesondere Rechenzentrumsbetreiber aus – und zum anderen aber seien EEG-Ausnahmen ausschließlich für das produzierende Gewerbe möglich, „und das in einer Dienstleistungsgesellschaft“, so Knapp entrüstet. Co-Locator und Hoster gehören aber zu den Service-Anbietern und nicht zu den Fabrikanten.

Die Schuldigen hat Knapp bereits gefunden: „Die meisten Politiker verstehen unser Geschäft einfach nicht.“

Die Politik ist ahnungslos

Insbesondere bezieht er Stellung zu einer Aussage des Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin. Den zitiert er damit, dass Rechenzentrumsbetreiber wie Hähnchenmastbetriebe und Golfplätze von der Subventionierung durch das EEG profitieren würden.

Knapp: „Im Gegenteil leidet Interxion, wie viele ungeförderte Unternehmen mit Energie-intensiven Wertschöpfungsmodellen auch, unter dem Standortnachteil der in Deutschland durch die hohen Stromkosten besteht.“ Da Interxion über mehr als elf Landesgesellschaften in Europa verfüge, sei ein direkter Vergleich möglich, unterstützt er seine Argumentation. Diese operierten unter „höchst unterschiedlichen Voraussetzungen“.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Bürger sagen "Ja" zur zur EEG-Umlage

Er liefert ferner ein, auch für das Cloud-Computing oft beanspruchtes, Argument für Co-Location: „Auch trägt vor allem das Co-Location-Modell, also die von verschiedenen Unternehmen gemeinsam genutzte Infrastrukturumgebung, die immer höchsten Ansprüchen an Energie-Effizienz genügt, dazu bei, deutliche Stromeinsparungen zu realisieren.“ Der Energieverbrauch wäre deutlich größer, würden alle Unternehmen mit hohen Ansprüchen an IT-Performance ihre eigenen, oft veralteten, Rechenzentren weiter nutzen“, so Knapp.

EEG als Standortnachteil

Mit Energieverschwendung aber schnitten sich die Co-Location-Anbieter ins eigene Fleisch: „„Es liegt im Eigeninteresse aller Rechenzentrumsbetreiber die Stromkosten niedrig zu halten, um dem Wettbewerb voraus zu sein.“

Die so genannte „Elephantenrunde“ auf dem Podium, die sich unter anderem aus Vertretern der fünf größten RZ-Betreibern weltweit zusammensetzte, machten gemessen in Co-Location-Fläche rund 200.000 Quadratmeter aus, und zwar für den Standort Frankfurt, rechnet die Moderatorin Monika Graß aus. Tatsächlich präsentiert sich „das Rhein-Main-Gebiet mit dem Banken- und Handelsplatz Frankfurt ist einer der weltweit bedeutendsten Datenumschlagsplätze und Frankfurt der größte Rechenzentrumsmarkt Kontinentaleuropas“, sagt Knapp.

Sie befürchten, weitaus niedrigeren Energiekosten insbesondere in Paris und Amsterdam könnten die Kunden dazu bewegen, ihre Server und Storage-Geräte dort aufzustellen. Erhard Raible, Geschäftsführer der Global Switch FM GmbH, spricht gar von einem Risiko: „Auch Deutschland ist als Standort nicht risikolos. Wer weiß auf welche Höhen der Strompreis noch klettert?“

Inhalt des Artikels:

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 36272660 / Co-Location)