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Studie von Interxion und Vanson Bourne Big Data? Ja. – Ressourcen? Nein.

Redakteur: Ulrike Ostler

Für 78 Prozent der deutschen Unternehmen ist Big Data ein wichtiges Thema oder wir es in den kommenden drei Jahren sein. Doch ein Drittel der europäischen IT-Entscheider bestätigt, dass ihre Abteilung für eine langfristige und proaktive Strategie kämpfen muss.

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Bereits 25 Prozent der Unternehmen haben ein auf Big Data basierendes Geschäftsmodell erfolgreich entwickelt und umgesetzt.
Bereits 25 Prozent der Unternehmen haben ein auf Big Data basierendes Geschäftsmodell erfolgreich entwickelt und umgesetzt.
(Quelle: Interxion)

Die Interxion Holding NV., ein europäischer Anbieter von Carrier-neutralen Rechenzentrumsdienstleistungen für Colocation, und das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne haben nach den Chancen von Big Data in deutschen und europäischen Firmen gefragt. Die Untersuchung zeigt unter anderem deutliche Unterschiede zwischen den europäischen IT-Märkten und der Bewertung von Chancen und Risiken.

Die Unternehmen, deren IT-Strategie Teil der Unternehmensplanung ist, tendieren eher dazu, Big Data-Optionen zu analysieren. Bei Unternehmen, die ihre IT-Strategie nicht in die Unternehmensplanung einbinden, entweder, weil es keine langfristige IT-Strategie gibt oder sie andere Ziele verfolgt, sind es weniger als 60 Prozent, die Big Data mit auf der Agenda haben. Die Zahl sinkt sogar auf 40 Prozent bei Unternehmen, deren langfristige Strategieziele die eigene IT überhaupt nicht berücksichtigen.

„Obwohl Big Data sich noch immer im Stadium des Hypes befindet, ist es offensichtlich, dass die Herausforderungen durch Menge, Geschwindigkeit und Vielfalt der Daten in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Wenn Organisationen heute schon wissen, dass dies der Fall ist, müssen sie bereits jetzt Big Data in ihre Planungen einbeziehen. Für welcheSysteme, Netzwerke und Anwendungen sie sich entscheiden, wird großen Einfluss darauf haben, wie gut sie in der Lage sein werden, Big-Data-Lösungen bereitzustellen, sobald ihre Organisationen danach verlangen.”
„Obwohl Big Data sich noch immer im Stadium des Hypes befindet, ist es offensichtlich, dass die Herausforderungen durch Menge, Geschwindigkeit und Vielfalt der Daten in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Wenn Organisationen heute schon wissen, dass dies der Fall ist, müssen sie bereits jetzt Big Data in ihre Planungen einbeziehen. Für welcheSysteme, Netzwerke und Anwendungen sie sich entscheiden, wird großen Einfluss darauf haben, wie gut sie in der Lage sein werden, Big-Data-Lösungen bereitzustellen, sobald ihre Organisationen danach verlangen.”
(Quelle: Interxion)
98 Prozent der deutschen Unternehmen hingegen verfolgen oder entwickeln gerade eine langfristige Strategie, die mit allen Stufen des Business-Plans im Einklang steht (84 Prozent). Diese Zahl ist umso beeindruckender, weil dieselben 98 Prozent die Vorteile von Big Data für ihr Unternehmen bereits untersucht haben oder derzeit analysieren. 41 Prozent der deutschen Unternehmen verfügen schon über ein Geschäftsmodell, das auf Big Data basiert, währenddessen dies nur auf durchschnittlich 25 Prozent der europäischen Unternehmen zutrifft.

Big Data ist willkommen

Obwohl Big Data europaweit von vielen Unternehmen und IT-Abteilungen zugleich als Herausforderung und als Chance wahrgenommen wird, überwiegen bei deutschen Unternehmen die Vorteile: 99 Prozent gaben an, Big Data als neue Möglichkeit zu sehen. Als wichtig bewertet wurden schnellere Entscheidungsprozesse (57 Prozent), höhere Kundenzufriedenheit (54 Prozent), mehr Cross-Selling (47 Prozent), schnellere Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen (46 Prozent) und Innovation (46 Prozent).

Auf die gezielte Frage nach den Herausforderungen antwortete fast die Hälfte aller Befragten (45 Prozent), dass die IT-Abteilung wichtigere Anfragen zu erledigen habe, ein Drittel war aufgrund der notwendigen Investitionen zurückhaltend, ein weiteres Drittel nannte mangelnde Speicherkapazitäten und weitere 32 Prozent fehlendes internes Know-how als Probleme.

Zu wenig Investition in langfristige Strategien

Im Zusammenhang mit der für Big-Data-Lösungen nötigen Technik ist es nicht überraschend, dass Analyse und Speicher (53 Prozent) die größten Herausforderungen darstellen.
Im Zusammenhang mit der für Big-Data-Lösungen nötigen Technik ist es nicht überraschend, dass Analyse und Speicher (53 Prozent) die größten Herausforderungen darstellen.
(Quelle: Interxion)
Allerdings bestätigt ein Drittel (33 Prozent) der europäischen IT-Entscheider, dass ihre Abteilung insgesamt für eine langfristige und proaktive Strategie kämpfen muss. In dem Zusammenhang werden auch die immer knapper werdenden Budgets (69 Prozent) sowie die Tatsache angegeben, dass etwas mehr als die Hälfte der IT-Abteilungen (53 Prozent) keinen Einblick in die langfristige Geschäftsausrichtung hat. Etwa ein Viertel der Befragten (24 Prozent) gab sogar an, dass ihre Abteilung über keinerlei Pläne verfügt, wie sie zum Erreichen der Geschäftsziele beitragen kann.

Tatsächlich ist der Zeitdruck, unter dem europäische IT-Abteilungen stehen, enorm. Das liegt zum Teil daran, dass die Zeit, die für eine Neuausrichtung benötigt würde, in operativen Tätigkeiten steckt. 99 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mindestens einen Teil ihrer Zeit damit verbringen.

Mit strategisch wichtigeren Aufgaben, von denen das Kerngeschäft des Unternehmens mehr profitieren würde, beschäftigen sich sich im Durchschnitt nur bis zu 37 Prozent ihrer Zeit. In diesem Kontext ist es nicht verwunderlich, dass die häufigste Antwort auf die Frage, warum die Umsetzung langfristiger Ziele problematisch ist, lautete, dass sie vorrangig kurzfristige, reaktive Geschäftsanforderungen abarbeiten (80 Prozent).

Wunschliste

Für die Entwicklung der nächsten 18 Monate äußerten die Befragten deutlich den Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen den IT-Abteilungen und der strategischen Geschäftsentwicklung. An erster Stelle steht dabei die Reduzierung von operativen Aufgaben (48 Prozent). An zweiter Stelle steht eine stärkere Einbindung in den Informationsfluss rund um die Organisation (45 Prozent) und mehr als ein Drittel (38 Prozent) der IT-Entscheider sprach sich für eine Verbesserung der Business Performance und Entscheidungsfindung der IT-Abteilung aus.

Deutschland allerdings schneidet im europäischen Vergleich bezogen auf die langfristige strategische IT-Planung sehr gut ab. Lediglich 15 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass sie in ihrem Unternehmen für eine solche Planung kämpfen müssen.

Auf die Frage nach den Herausforderungen beim Entwickeln einer Big-Data-Lösung gab beinahe die Hälfte (45 Prozent) derBefragten an, dass ihre IT-Abteilung dringendere Aufgaben zu erledigen habe, ein Drittel war zurückhaltend wegen der notwendigen CAPEX-Investitionen (33 Prozent), wegen einem Mangel an Speicherkapazität (32 Prozent) oder fehlender eigenerExpertise (32 Prozent).
Auf die Frage nach den Herausforderungen beim Entwickeln einer Big-Data-Lösung gab beinahe die Hälfte (45 Prozent) derBefragten an, dass ihre IT-Abteilung dringendere Aufgaben zu erledigen habe, ein Drittel war zurückhaltend wegen der notwendigen CAPEX-Investitionen (33 Prozent), wegen einem Mangel an Speicherkapazität (32 Prozent) oder fehlender eigenerExpertise (32 Prozent).
(Quelle: Interxion)
Peter Knapp, Geschäftsführer von Interxion Deutschland, zu dem Spannungsverhältnis: „Es ist verständlich, dass in dem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Klima, in dem Ressourcen und Teams reduziert werden, oft der Schwerpunkt auf kurzfristigen anstatt auf strategisch wichtigen Investitionen liegt. Die Frage ist, was eine zukunftsweisende Entscheidung langfristig kostet?“

Die Migration in die Cloud beispielsweise könne die langfristige Strategieplanung massiv unterstützen. Auch Vorteile wie Kosteneinsparung, Flexibilität und Anbindung an Communities, die sich bei der Auslagerung der eigenen IT in die digitale Infrastruktur eines Carrier-neutralen Rechenzentrums erzielen ließen, steigern essenziell den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens.

Kampf um die Ressourcen

„Diejenigen Entscheider, die ihren CIOs und IT-Abteilungen dies ermöglichen, werden dauerhaft davon profitieren. Die, die es nicht machen, werden hinterherhinken“, sagt Knapp. Ein Punkt, der seine These stützt, war, dass die Netzwerkinfrastruktur als drittgrößtes technisches Problem für Big Data-Lösungen genannt wurde – für die Studienmacher überraschend.

Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten vermutet große Beeinträchtigungen, die sich auf die Geschwindigkeit, Verarbeitung und Bereitstellung von Informationen auswirken. Doch ist diese Antwort vor dem Hintergrund, dass 58 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, ihren Endkunden ihre Daten innerhalb von 100 Millisekunden zur Verfügung stellen zu müssen, verständlich.

Beim Entwickeln eines Geschäftsmodells gehen 42 Prozent der Befragten davon aus, dass dieses auf neu entstehendenDatensätzen und den dazu passenden neuen Analyseverfahren basieren wird. 28 Prozent glauben hingegen, dass die Verknüpfung bestehender und neuer Datensätze neue Einblicke und mehr Verständnis bringt. 27 Prozent gehen davon aus, dass die bessere Analyse bestehender Datensätze der Schlüssel ist.
Beim Entwickeln eines Geschäftsmodells gehen 42 Prozent der Befragten davon aus, dass dieses auf neu entstehendenDatensätzen und den dazu passenden neuen Analyseverfahren basieren wird. 28 Prozent glauben hingegen, dass die Verknüpfung bestehender und neuer Datensätze neue Einblicke und mehr Verständnis bringt. 27 Prozent gehen davon aus, dass die bessere Analyse bestehender Datensätze der Schlüssel ist.
(Quelle: Interxion)
So scheinen 70 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die Einschätzung Knapps zu stützen. Die Auslagerung von Big Data-Lösungen beispielsweise in Co-Location-Facilities erachten 46 Prozent als wichtig, 24 Prozent sogar als sehr wichtig. 50 Prozent der befragten Unternehmen bevorzugen eine Big Data-Lösung as a Service, um Netzwerkkapazitäten zu sparen, 44 Prozent sprechen sich für ein Pay-as-you-go-Modell aus.

(ID:39425320)