IBM Edge 2016

Big Blue setzt ganz auf die zukunftssichere Hybrid Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer* / Dr. Stefan Riedl

OpenStack und OpenPower Foundation

Innovation findet mittlerweile zunehmend in Ökosystemen statt. Daher unterstrich Tom Rosamilia mehrfach die Rolle von OpenStack (siehe: oben) und der OpenPower Foundation. Diese Interessengemeinschaft hat nach nur fünf Jahre bereits über 250 Mitglieder in 26 Ländern. Sie erlaubt es IBM und anderen, Technologien etwa von Tyan, Nvidia oder RedHat ohne Konflikte zu nutzen.

Rosamilia konnte neue beziehungsweise vertiefte Partnerschaften mit dem Hadoop-Distributor HortonWorks, mit Red Hat sowie Mirantis und NGINX ankündigen. Besonders die Kooperation mit Scott Gnau, dem CTO von Hortonworks, dürfte für IBM-Kunden, die „Apache Spark“ und „Hadoop“ für Big Data Analytics nutzen wollen, von Vorteil sein.

Neues für System z

Die Hybrid Cloud soll nach Ansicht IBMs auch von den Vorteile des Mainframes profitieren, so etwa von der extrem hohen Datensicherheit. Den Großrechner-Kunden des System z, darunter Banken und Versicherungen, stellt IBM neu die SaaS-Lösung „Operational Insights“ als Service bereit. Sie sollen damit die Effizienz und Leistung ihrer Anwendungen messen und optimieren können. Die Messergebnisse sind über ein grafisches Dashboard einsehbar.

Als Schwesterprodukt stellt Big Blue die Software „Omegamon“ für das Application Management bereit, mit der sich Engpässe und andere Probleme von Problemen in einer Hybrid Cloud identifizieren lassen. Der neue „Common Data Provider“ soll die nötigen Betriebsdaten der Kunden-Cloud nahezu in Echtzeit einer Analytik-Lösung des Kunden bereitstellen.

Ein weiterer Firmenkauf besteht in dem Anbieter EZsource, dessen Software es Mainframe-Nutzern erlauben soll, Alt-Code - in Cobol zum Beispiel - zu modernisieren und wieder nutzbar zu machen. Das erscheint im Hinblick auf moderne Analytics-Mashups sinnvoll, die seit einem Jahr auch Apache Spark als Datenverarbeitungstechnologie auf z/OS nutzen können. Spark ist wesentlich schneller und flexibler zu handhaben als „Map Reduce“ und hat Hadoop/MapReduce in mancherlei Hinsicht abgelöst.

Speicherlösungen

All-Flash Arrays (AFAs) machen bei IBM Systems einen zunehmenden Anteil des Geschäfts aus, berichtet Michael Kuhn, Manager für IBM Storage. „Bis 2020 werden AFAs rund 70 Prozent der primären Workloads verarbeiten“, sagt er, auf Marktforscher gestützt, voraus. Mit „primären Workloads“ sind etwa Suchanfragen bei Google oder Amazon gemeint.

Zusammen mit solchen Großkunden haben demnach auch Managed Service Provider (MSPs) und Cloud Service Provider (CSPs) starkes Interesse daran, mit Hilfe von AFAs höhere Performance bereitstellen zu können. „Ein solches System ist das Hybrid Flash Array DS8880, die auf der DS8000-Software“, sagt Kuhn.

„Die neu angekündigten All-Flash Arrays „IBM Storwize V7000F“ und „V5030F“ sind überzeugende Ergänzungen für das umfangreiche IBM All-Flash-Portfolio“, meint Güven Zorba. „Großes Potenzial bietet vor allem das Modell „V5030F“ aufgrund des preislich interessanten Einstiegspunktes: Damit können IT-Häuser in Infrastrukturprojekten bereits heute All-Flash-Lösungen aufbauen und so drehende Disks im Datacenter komplett eliminieren.“ Die vielfältigen Funktionen der enthaltenen „IBM Spectrum Virtualize“ Software bieten seiner Ansicht nach Lösungsansätze für nahezu jede Kundenanforderung.

„IBM ist bei Gartner als Nummer 1 im Flash-Markt gerankt worden“, berichtet Petra Laißle. „Unser Flash- Portfolio hat inzwischen eine Produktbreite, die den Mittelstandskunden mit der neuen Storwize Flash-Linie genauso zufrieden stellt, wie den Cloud-Provider oder den klassischen Enterprise Kunden.“

Hinsichtlich des Anschaffungspreises könne es Flash inzwischen mit der Festplatte aufnehmen: „Preislich, so Laißle, „hat sich Flash-Technik inzwischen auch durchgesetzt: Die neue „IBM DF150“ Flash hat einen Preis von unter 1 Euro pro Gigabyte und eignet sich für Kombinationen mit Power im Big Data Umfeld.“ Im Cloud-Bereich wolle IBM ebenfalls noch dieses Jahr in Storage-Übergänge von On-Premise auf Off-Premise zeigen.

„Mit der Verfügbarkeit von Spectrum Virtualize als Software setzt IBM den Weg im Software-defined Storage (SDS) konsequent fort, alle SDS-Lösungen auch als Software-only-Lösung anzubieten“, urteilt Güven Zorba. Sie mache den Weg frei für interessante Hybridkonzepte, etwa für Desaster Recovery. „Erfahrungsgemäß ist jedoch für On-premise Lösungen nach wie vor die Spectrum Virtualize Appliance die beste Wahl.“ Hier sei mit den kürzlich angekündigten „SV1-Nodes“ die Performance und Ausstattung „noch einmal massiv verbessert“ worden.

„Mit Software Defined Storage (SDS), Flash, Object Storage (mit Cleversafe) und Power“, so Petra Laißle, „können wir Hand in Hand mit Partnern jedem Kunden eine Brücke von seiner „Ist-IT“ auf die „Zukunfts-IT“ bauen.“ Eine solche Brücke stellt etwa die neue Spectrum-Komponente „Copy Data Management“ (CDM) dar, die IBM auf der Edge-Konferenz für das vierte Quartal 2016 ankündigte.

Da in der Handhabung der Hybrid Cloud schnell der Überblick über all die Datei-Kopien verloren gehen kann, kann der Admin mit CDM Kopien automatisch erzeugen, verwalten und über mehrere Clouds, VMware-Umgebungen und IBM-Speichersysteme hinweg katalogisieren. Profitieren sollen dabei vor allem Funktionen wie Backup/Recovery und Archivierung, aber auch DevOps-Einsatzbereiche, Applikationstests und -verteilung.

Ein Schwachpunkt, der bislang vorsichtige Kunden von der Nutzung der Hybrid Cloud abgehalten hat, ist die Datensicherheit, insbesondere beim Datentransfer zu Backup/Recovery-Zwecken. Diese Schwachstelle soll spätestens die neue Version 7.1.7 von Spectrum Protect beseitigen, indem sie nun auch die Nutzung von Object Storage – gekauft mit der Firma Cleversafe – in die Hybrid Cloud integriert.

Blockchain

Ein Thema, das auf der Konferenz immer wieder thematisiert wurde, ist die Blockchain-Technologie. Die auf dem Bitcoin-Protokoll basierenden Technologie soll dazu beitragen, die 500 Milliarden Dollar an weltweiten Betrugsschäden und die 300 Milliarden Dollar an Aufwandskosten im weltweiten Handel zu beseitigen, die aus dem Missbrauch von Dokumenten aller Art resultieren.

Blockchain geht über Transaktionen hinaus

Zwei Projekte von IBM und eine Entwicklung von Accenture zeigen es:

Blockchain geht über Transaktionen hinaus

26.09.16 - Blockchain-Technik könnte mehr verändern als die Transaktionssysteme im Finanzwesen. Die haben ein gewisses Trägheitsmoment, weil sie bewährt sind. Aber Blockchain kann für viel mehr von Nutzen sein. lesen

Big Blue hat für Blockchain bereits 2015 die Software „Hyper Ledger“ entwickelt, die auf dem „IBM Blockchain High Security Network“ aufsetzt. Mit dem britischen Kunden Everledger, dessen Chefin einen Vortrag hielt, der US-amerikanischen Wells Fargo Bank und der kanadischen Firma Ethereum (seit 2014) gibt es mindestens drei Nutzer dieser Technologie.

Auf Blue Mix will IBM ab dem vierten Quartal 2016 Services für ein Starter-Set bereitstellen. „Blockchain wird die Welt verändern“, sagte Tom Rosamilia in der Überzeugung, das Internet 2.0 einläuten zu können.

* Michael Matzer ist freier Autor und lebt in der Nähe von Stuttgart.

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