Im Test: Parallels Virtuozzo Containers 4.0 Betriebssystemvirtualsierung für Provider mit besserer Leistung

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Ulrich Roderer

Parallels Virtuozzo Containers liegt seit wenigen Wochen in der Version 4.0 vor. Zu den Neuerungen und Verbesserungen zählen die Ressourcenverteilung, das Clustern von Diensten und ein verbessertes Dateisystem. Wir haben uns das Produkt im Test angesehen.

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Der Parallels Infrastructure Manager ermöglicht eine webbasierte Verwaltung einer Parallels Infrastruktur.
Der Parallels Infrastructure Manager ermöglicht eine webbasierte Verwaltung einer Parallels Infrastruktur.
( Archiv: Vogel Business Media )

Virtuozzo ist ein Werkzeug zur Servervirtualisierung und ist damit in die Gruppe der Tools von Vmware (ESX-Server, Vmware Server), Microsoft (Virtual Server, Hyper-V) und Citrix (XenServer) einzuordnen.

Doch damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Die Umsetzung der Servervirtualisierung hat jeder Hersteller anders vorgenommen. Parallels Virtuozzo Containers, im Folgenden kurz als Virtuozzo bezeichnet, stellt Laufzeitumgebungen für Applikationen bereit. Ursprünglich handelte es sich dabei um Webdienste oder den Internetauftritt von Unternehmen. Um nicht selbst einen Webserver zu betreiben, werden diese meist durch externe Partner, einem Hoster, bereitgestellt. Der Nutzer erhält hierbei seinen virtuellen Webserver mit allen Tools. Die Verwaltung geschieht aus der Ferne. Um den Betrieb des Servers, den Zugang zum Internet, Backups und ähnliche Dinge kümmert sich der Hoster. Dies war und ist auch heute noch das vorrangige Einsatzszenario von Virtuozzo.

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Virtuozzo emuliert eine Betriebssystemumgebung und stellt für die Applikationsdienste Container bereit. Dieser Container dient als Runtime-Umgebung für die Applikationen. Ferner hinterlegt Virtuozzo alle spezifischen Besonderheiten des jeweiligen Gastes in diesen Containern. Dies umfasst beispielsweise die Prozesslisten, Benutzerdefinitionen und Rechte, IP-Adressen, Portdefinitionen, eine eigene Registry und alle Applikationen.

Virtuozzo virtualisiert durch Container-Technologie

Da sich der Container wie ein eigener Rechner mit Betriebssystem verhält, können die Containermaschinen auch Mitglieder einer Windows-Domäne sein. Eingebettet in den Container sind auch die Daten der Gäste. Hierzu verwendet Virtuozzo ein eigenes Dateisystem, das VZFS. Es gruppiert die Daten der Container in einer Verzeichnisstruktur unter dem Host. Dies ermöglicht auch die gemeinsame Nutzung von Daten durch die Container. Für den Gast stellen sich die Container wie eine reale Betriebssystemumgebung dar. Folglich kann im Container all das installiert werden, was unter dem Betriebssystem möglich wäre. Das eigentliche Betriebssystem liegt darunter und wird allen Container gleichzeitig zur Verfügung gestellt. Dies hat zur Folge, dass der Container nur das Betriebssystem emulieren kann, das auch der Host aufweist.

Andere Gäste sind nicht möglich und auch kein Mischbetrieb. Derzeit unterstützt Parallels die Betriebssystem Windows Server 2003 und Linux. Wer also sowohl Linux-Applikationen, als auch Windows Server-Applikationen mit Virtuozzo virtualisieren will, muss beide Versionen von Virtuozzo verwenden und auch zwei physische Server bereitstellen. Das unterscheidet Virtuozzo vom ESX-Server, Virtual Server oder Xenserver. Diese Bindung an das Hostbetriebssystem hat aber auch Vorteile. Dadurch, dass nur die gastspezifischen Besonderheiten im Container hinterlegt sind, wird dieser sehr schlank und benötigt auch nur wenig Platz auf der Platte und im Arbeitsspeicher. Für einen Standardrechner mit Windows Server 2003 liegt der Umfang des benötigten Arbeitsspeichers bei circa 50 MByte. Verglichen mit einem vollständigen Serverbetriebssystem ist diese extrem wenig. Zu diesen 50 MByte kommen dann aber die spezifischen Erweiterungen und Applikationen hinzu.

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