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Vista-Deployment – automatisierte Verfahren IV Betriebssystem-Images erfolgreich vorbereiten mit Sysprep

Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Microsoft Vista bequem für Kunden vorbereiten oder ohne großen Aufwand in der Firma verteilen? IP-Insider stellt das überarbeitete Tool Sysprep vor, das vielen Administratoren dem Namen nach schon bekannt sein sollte, in der neuen Version allerdings mit einigen interessanten Funktionen für die Vorbereitung des Betriebssystem-Klonings aufwartet.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Sysprep ist in das Microsoft-Betriebssystem Windows Vista integriert und wartet mit einigen interessanten Funktionen auf. Sysprep hilft ein Referenz-System aufzunehmen, dass aus Betriebssystem und beliebigen Applikationen bestehen kann. Nach der Aufnahme kann mit ImageX ein Referenz-Image erzeugt werden.

Zur unbeaufsichtigten bzw. automatischen Installation hat Microsoft im Zuge der Vista-Veröffentlichung eine Reihe von Tools und Paketen wie das BDD (Business Desktop Deployment) und das WAIK (Windows Automation Installation Kit) herausgebracht. Zu den wichtigsten Tools, die ein Klonen von Betriebssystemen ermöglichen, gehören die Dienstprogramme ImageX, Windows System Image Manager (Windows SIM) und Sysprep.

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Obwohl Sysprep sich nicht auf der WAIK-DVD befindet, finden sich dort wertvolle Informationen zur Verwendung des Programms. Das Dienstprogramm findet sich stattdessen im Betriebssystem unter dem Programmordner %windir%\system32\sysprep (siehe Abbildung 1).

Das Tool Sysprep dient zur Vorbereitung von neuen Windows-Installationen, wie sie zum Beispiel für OEM-Versionen benötigt werden. Ein Upgrade auf Vista wird nicht unterstützt. Sysprep bereinigt ein bestehendes Betriebssystem und zeichnet Veränderungen auf, kann aber selbst kein Windows Image erzeugen.

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Die Funktionsweise von Sysprep

Sysprep kann mit seinem vollen Funktionsumfang nur über die Kommandozeile aus dem Verzeichnis .\sysprep angesprochen werden. Sysprep unterliegt dabei folgender Syntax:

sysprep.exe [/oobe | /audit] [/generalize] [/reboot | /shutdown | /quit] [/quiet] [/unattend:\Antwortdatei]

Sysprep erlaubt einen so genannten „Audit“-Modus (Parameter /audit) oder auch „Systemüberwachungsmodus“. Dieser ermöglicht ein Aufnehmen von beliebigen Applikationen und Gerätetreibern in das spätere Betriebssystemabbild. Damit das Abbild später auch als OEM an Kunden vertrieben werden kann, ermöglicht sysprep eine Installation mit dem Begrüßungscenter. Dies geschieht mit dem Parameter /oobe.

Werden Betriebssysteme geklont, stören systemspezifische Informationen, wie die SID (Security Identifier) und die Windows Aktivierung. Sysprep entfernt diese Informationen, mit der Einschränkung, dass die Windows Aktivierung nur dreimal zurückgesetzt werden kann. Dies geschieht mit dem Parameter /generalize. Beim Neustart des Computers bzw. des gleichen Betriebssystems wird anschließend eine neue SID und ein neuer Aktivierungszeitraum von 30 Tagen generiert.

Ein Vorteil des Kommandozeilenaufrufs ist die Verwendung einer Antwortdatei, die mit dem Parameter „/unattend:“ eingegeben wird. Die Antwortdatei ist im XML-Format und kann beispielsweise mit dem Windows System Image Manager (SIM) erstellt werden. Der SIM befindet sich auf der WAIK-DVD, die als Image von der Microsoft Homepage bezogen werden kann.

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Besonderheiten: Die Windows Aktivierung

Für (Geschäfts-)Kunden von Microsoft mit Vista Ultimate oder Vista Business gibt es die Möglichkeit, die Windows Aktivierung dreimal zu „verschieben“. Wird Vista nicht aktiviert, startet das Betriebssystem mit reduzierter Funktionalität (RFM, Reduced Functionality Mode).

Beim Klonen ist das Zurücksetzen des „Taktgebers für die Aktivierung“ sehr wichtig. Denn, wird später ein Betriebssystemabbild auf einem fabrikneuen Computer verkauft, muss die Aktivierungsuhr bei Null beginnen, d.h. volle 30 Tage laufen. Daher darf die Uhr erst beim ersten Anmelden an Vista gestartet werden.

Sysprep an sich, darf und kann beliebig oft verwendet werden. Nun könnten findiger Anwender die Aktivierung umgehen, indem sie sysprep /generalize angeben, um die eigene Aktivierung und SID zurückzusetzen. Dies funktioniert auch, aber – wie erwähnt – nur drei Mal.

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Besonderheiten für Volumen-Lizenzkunden

Für Industriekunden mit Volumenlizenzen gibt es von Microsoft den Key Management Service (KMS). Ist der Referenzcomputer ein KMS-Client, gilt die oben genannte Grenze von drei Reset-Zyklen nicht. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Registry-Wert „SipRearm“.

Verwendet man diese Information, kommt man zum Ergebnis, dass es auch ohne KMS geht: Vor der Testphase muss der Wert SipRearm größer „0“, also auf „1“ gesetzt werden. Anschließend muss mit administrativen Rechten das Skript slmgr (VB-Skript im .\system32-Verzeichnis) mit dem Parameter „-rearm“ gestartet werden. Alternativ funktioniert auch „rundll32 slc.dll,SLReArmWindows“.

Es sei an dieser Stelle betont, dass es sich hierbei „nur“ um die Aktivierung handelt und nicht um das Ausschalten des Vista-Produktschlüssels.

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Praktische Anwendung: Sysprep bei einer Vista-Installation

Mit Hilfe einer CD/DVD oder eines USB-Sticks kann das Windows PE gebootet werden. Um an dieser Stelle ein Windows Vista zu installieren, kann entweder manuell oder automatisiert vorgegangen werden. Das manuelle Installieren kann über „ImageX /apply“ durchgeführt werden. Da aber eine automatisierte Installation sinnvoll ist, müssen die Daten aus einer unattend.xml in das Image eingepflegt werden. Hierfür stellt Microsoft das Kommandozeilen-Programm pkgmgr.exe zur Verfügung, wo die unattend.xml-Datei als Parameter eingegeben wird.

Ein anderer Weg ist es, einen Klon über Sysprep zu erstellen. Sysprep erstellt einen Klon im Online-Modus und zeichnet dabei alle Aktivitäten auf. Sysprep ist aber auch ein Bestandteil einer normalen Vista-Installation, was Abbildung 3 noch einmal verdeutlicht.

Folgende Schritte sind für ein Imaging notwendig:

  • 1. Start der Produkt-DVD (mit oder ohne Antwortdatei auf einem USB-Stick).
  • 2. Windows startet, und windowsPE und OfflineServices laufen.
  • 3. Das Windows Image wird von der DVD auf die Festplatte kopiert, das System startet neu und Windows Setup geht in die Spezialisierungsphase.
  • 4. Nachdem das Setup beendet ist, startet das oobe-System.
  • 5. Vista ist fertig installiert.
  • 6. Nachdem Vista installiert ist, wird sysprep gestartet (siehe Abbildung 4). Die Besonderheit: Es wird ein Überwachungsmodus (sysprep /audit) eingestellt, der alle zusätzlichen Installationen mitschneidet.
  • 7. Nach Eingabe von Sysprep wird der Computer neu gestartet.
  • 8. Mit sysprep /oobe /generalize werden systemspezifische Eigenschaften wie SIDs (unique security IDs) und Windows Aktivierung entfernt. Das bereinigte Referenzsystem ist fertig zur Abbilderstellung. Jetzt sollte der Computer „nur“ heruntergefahren werden, d.h. der Parameter /reboot sollte zur Sicherheit vermieden werden, damit nicht aus Versehen das gleiche Vista ein zweites Mal gestartet wird.
  • 9. Der Computer wird unter Windows PE, Windows XP (Dualboot), Windows Vista (Dualboot) gebootet. In der Regel wird dies allerdings ein Windows PE auf einem USB-Stick oder einer CD sein.
  • 10. Mit dem Tool ImageX kann ein neues Image erzeugt werden.

Fazit

Sysprep ist ein wichtiges Werkzeug zum Bereinigen und Vorbereiten von Windows Images. Es entfernt alle systemspezifischen Informationen, wie Hostname, SIDs und die Windows-Aktivierung vom Referenzcomputer, dem zukünftigen Referenz-Image. Sysprep kann allerdings kein Image erzeugen. Dies kann nur über ein zweites Betriebssystem oder ein Windows PE erfolgen. Sysprep ist immer dann ein unverzichtbares Werkzeug, wenn angepasste Installationen verwendet werden.

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