Detaillreiche, vergleichende Studie über das Datacenter-Geschäft in Deutschland

Beste Aussichten für den deutschen Rechenzentrumsmarkt

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Co-Location in Deutschland

Co-Lokation ist inzwischen ein wesentlicher Faktor beim Neu- und Ausbau von Rechenzentren (siehe: Abbildung 4). Allein für 2015 erwartet DCDi ein Wachstum der RZ-Investition in Frankfurt um 9,5 Prozent. Das ist deutlich mehr als in Amsterdam (7,6 Prozent), London (6,4 Prozent) und Paris (6,1 Prozent). Ein Viertel der Neuinvestitionen tragen Co-Location-Anbieter. Ein Fünftel sind Aufträge aus dem Finanzwesen und 14,5 Prozent entfallen auf IT-Service-Anbieter.

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Insgesamt sollen die Investitionen für Co-Location und Outsourcing in Deutschland von jetzt 2,25 Milliarden auf 4,6 Milliarden Dollar im Jahre 2020 steigen, ein durchschnittliches Jahreswachstum von fast 15 Prozent. Dagegen machen sich plus vier Prozent per anno für IT-Equipment und Lösungen (von 3,7 auf 4,5 Milliarden Dollar) bescheiden aus. Die Ausgabe für RZ-Ausstattung mit sekundärem Equipment (Strom, USV, Klima und mehr) wachsen gleichzeitig um jährlich acht Prozent von 3,5 auf 5,2 Milliarden Dollar.

Was verursacht die Kosten?

Die Kosten beim Betrieb von Rechenzentren verteilen sich ziemlich gleichgewichtig auf die Faktoren Energie, Arbeit und Maintenance/Upgrades/Lizenzen. Es sind die hohen Energiekosten, die Frankfurter RZ-Betreiber deutlich öfter als Problem benennen als Betreiber in anderen europäischen oder außereuropäischen Standorten. Weitere, wesentlich weniger genannte negative Aspekte sind Mangel an erfahrenem Personal, an Stromversorgung und an Outsourcing-Alternativen.

Besonders gut steht Frankfurt in Sachen Netzwerk-Verfügbarkeit da (siehe: Abbildung 7). Und die Firmen in diesem Raum haben das Geld für Opex wie Capex.

Gegenüber der Erstbefragung von 2013/14 haben sich die Ziele bei RZ-Investitionen zwölf Monate später deutlich verschoben. Deutlich weniger häufig sind die Nennungen bei Schaffung von Redundanzen, Stilllegung sowie Verbesserung der Sicherheit, Raumnutzung und Netzwerk-Performance. An der Spitze stehen jetzt Reduzierung operativer Kosten, Anforderungen nach höherer IT-Kapazität, Entsprechung gesetzlicher Vorgaben, Green IT, Virtualisierung/Cloud sowie neue Firmen- oder Kunden-Anforderungen.

Die Aussichten für Datacenter-Betreiber und -Erbauer

DCDi geht von einem stetigen Wachstum des deutschen RZ-Markts mit einer soliden, aber unspektakulären Erscheinung im der weltweiten Entwicklung dieses Sektors aus. Das Wachstum werde sogar noch an Fahrt gewinnen. Denn deutsche Rechenzentren seien gut positioniert, aus der zunehmenden Nachfrage nach Nicht-US-Services in Folge der PRISM-Spionage Vorteile zu ziehen.

Außerdem bestehe für Rechenzentren bereits eine effiziente Infrastruktur. Die Stärke der deutschen Industrie und des Finanzwesens sei ebenfalls eine verlässliche, Nachfrage schaffende Größe. Die einzigen Gegeneffekte kämen von osteuropäischen Ländern, die einen Teil des Kuchens zu gewinnen suchen, und vor allem, Griechenland ist das Beispiel, von den Unsicherheiten um die Stabilität Europäischen Union.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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