HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2015 wirft seine Schatten voraus

Beirat Blatz: „Ein verteiltes Rechenzentrum aus Gründen der Sicherheit“

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Haben Ihre Rechner-Räume auch unterschiedliche Verfügbarkeits-Level?

Matthias Blatz: Ja, da haben wir abgestuft – auch wegen der Preisgestaltung. Wir erfüllen die Sicherheitsstandards bis zum vorletzten Level – auch weil wir da eine etwas andere Sichtweise haben. In unserem Hauptrechenzentrum sind wir seit 2001 online ohne Totalausfall – das können in Deutschland nicht viele von sich behaupten.

Was ist Ihr Geheimnis? Die anderen Betreiber sind ja doch auch Profis, oder?

Matthias Blatz: Ich glaube daran, dass unser Vorteil darin liegt, dass wir alle Leistungen selbst erbringen können und alle Kernkompetenzen in der eigenen Hand haben. Wir haben das gesamte Kern-Know-how im Haus. Natürlich vergeben wir auch Aufträge nach außen, aber das Know-how muss bei uns im Haus bleiben.

Wie muss man sich das vorstellen?

Matthias Blatz: Wir haben eigene Verfahren entwickelt, um unsere Systeme, wie zum Beispiel unsere USV-Anlagen zu testen, ohne dass wir auf Grund zu hoher Spannungsdifferenzen den Ausfall einzelner Systeme befürchten müssen. Diesbezüglich haben wir auch eigene Mindeststandards definiert, die zusätzlich für eine erhöhte Verfügbarkeit sorgen.

Dann müssen Sie aber permanent alle Eingangsgrößen messen.

Matthias Blatz: Das machen wir auch. In Zukunft werden wir nicht nur bei den Anbindungen und am Server-Schrank sondern an jedem Server den Stromverbrauch messen, auch um die Kosten weiter berechnen zu können. Die Stromkosten sind ja in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Also, Sie prüfen im Rechenzentrum alle Details ab und optimieren danach.

Matthias Blatz: Ja, beispielsweise nutzen wir Luftbefeuchtung in den Server-Räumen – einfach weil dadurch die Brandgefahr sinkt und das Risiko der elektrostatische Aufladung minimiert wird. Ich glaube, alle Firmen, die ihre Wertschöpfung im Haus haben, sind langfristig am besten dran.

Dabei fordern doch alle derzeit, dass die Wertschöpfungsketten auf Zulieferer und Kunden ausgeweitet werden sollen.

Matthias Blatz: Ja, aber das Know-how für unsere Kernaufgaben muss im Haus bleiben. Zudem ist ja auch Spezialisierung gefragt. Bei uns bedeutet das, dass wir die Applikationen nicht anrühren, da müssen die Kunden beim Softwarehersteller Dienste buchen. Für unser Kerngeschäft ist es aber wichtig, dass wir selbst Internet-Service-Provider sind, damit wir unseren Kunden sofort helfen. Wenn ihre Server beispielsweise auf einer Black-List gelandet sind, können wir selbst nicht nur bei der Löschung der Einträge auf den entsprechenden Black-Lists unterstützen, sondern wir können den Server andere IP-Adressen vergeben, sodass diese schnellst möglichst wieder erreichbar sind.

Wie weit reicht Ihr Radius in der Region?

Matthias Blatz: Wir haben weltweite Kunden, inklusive das Militär in einzelnen Projekten. Der Fokus liegt aber auf Betrieben, die ihre Firmenzentrale unter einer Stunde Fahrzeit entfernt von uns haben und deren Anbindung via Glasfaser oder Funk wirtschaftlich darstellbar ist.

Spielt der Standort in puncto Sicherheit auch eine Rolle?

Matthias Blatz: Natürlich. Nehmen Sie zum Beispiel Frankfurt, wo die Einflugschneise direkt über so manchem Rechenzentrum liegt. Oder drohende Gefahrenquellen in den Innenstädten durch Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg, Hochwasser …

... da ist Heidelberg aber auch nicht gefeit vor…

Matthias Blatz: … doch, auf Heidelberg ist nachweislich nur eine Bombe gefallen – und die auch nur aus Versehen.

HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2015

Matthias Blatz gehört zu dem elitären Kreis an Partnern der Vogel IT-Akademie, die mit ihr und den Fachportalen DataCenter-Insider sowie CloudComputing-Insider, plus dem Channel-Magazin IT-Business die Veranstaltung Hosting & Service Provider Summit 2015 planen (siehe: Video). In diesem Jahr wird die Veranstaltung für und mit Hoster sowie Managed Service Provider am 21. und 22. Mai in Frankfurt am Main stattfinden, in der Villa Kenndy.

Sie können sich bereits anmelden, aber auch noch – bis zum 20. Februar 2015 – unter "Call for Speaker" an der Themenwahl beteiligen.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:43193534)