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Beirat Blatz: „Ein verteiltes Rechenzentrum aus Gründen der Sicherheit“

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Wie haben Sie das für Ihre Kunden gelöst, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und reibungslosen Betrieb unter einen Hut zu bekommen?

Das Konzept für "verteilte Rechenzentren", wie es Heidelberg iT Management für kleine und mitteständische Unternehmen anbietet und umsetzt.
Das Konzept für "verteilte Rechenzentren", wie es Heidelberg iT Management für kleine und mitteständische Unternehmen anbietet und umsetzt.
(Bild: Heidelberg iT Management)

Matthias Blatz: Unser Konzept ist ganz neu und gerade im Aufbau. Im Prinzip besteht unser verteiltes Rechenzentrum aus einem Cloud-Rechenzentrum, das aber in Wirklichkeit aus verschiedenen Rechenzentren und Server-Räumen besteht, die auf verschiedene Lokalitäten in Heidelberg verteilt sind. Die Standorte sind mit Glasfaser verbunden, so dass unterschiedliche Dienste – nicht nur über das Internet - angeboten werden können.

Wie ist die Idee dazu entstanden, einfach aus der Erweiterung der Standorte?

Matthias Blatz: Nein, abgesehen von dem Redundanzgedanken ging es eigentlich darum eine Möglichkeit zu finden, wie die Abwärme eines Rechenzentrums sinnvoll genutzt werden kann. Wir haben verschiedene Tests gemacht und viele Lösungen untersucht und eigentlich nur ein Konzept gefunden, das wirklich funktioniert.

Welches?

Matthias Blatz: Die Abwärme ohne jegliche Wandlung, sozusagen verlustfrei, zu nutzen.

Wie sieht Ihre virtuelle RZ-Architektur aus?

Matthias Blatz: Wir haben derzeit in Heidelberg vier Standorte, wovon zwei kleinere Lokalitäten sind, die aber in den kommenden zwei Jahren erweitert werden sollen. Die nächsten Server-Räume werden da entstehen, wo in der Nachbarschaft Wärme gebraucht wird.

Also der Klassiker, das Schwimmbad, das von der RZ-Abwärme beheizt wird?

Matthias Blatz: Bei uns ist wird es eine neue Sporthalle sein.

Da wird aber dann die Abwärme nicht umgewandelt sondern einfach in die Halle geblasen.

Matthias Blatz: Genau, eine Umwandlung rentiert sich wegen der Verluste beim Wandel kaum, wenn die Abwärme eines Server-Raumes so um die 30 bis 35 Grad Celsius hat. So planen wir derzeit auch unser neues Rechenzentrum, welches dadurch ohne eigenständige Heizung gebaut werden kann und nur durch die Abwärme der Bürobereiche beheizt wird.

Die Nutzung der Abwärme ist das Eine, die Sicherheit der andere Grund für das neue Konzept des verteilten Rechenzentrums.

Matthias Blatz: Durch die Virtualisierung hat man mehr Möglichkeiten, die Sicherheit zu vereinfachen und zu steigern. Dadurch, dass wir Glasfaserkabel verwenden, können wir für unsere Kunden auch dedizierte Netze aufbauen, bei denen in einem Raum die Haupt-Anwendungsserver stehen und im nächsten Raum beispielsweise die Mail-Server. Im dritten Raum kann dann das Backup für beide Räume stehen, inklusive einer kompletten Spiegelung der virtuellen Server.

Es ist also nicht nur ein gespiegeltes Rechenzentrum sondern ein kaskadiertes Rechenzentrum?

Matthias Blatz: Genau, wir bieten alle Varianten an, die der Kunde sich wünscht und bezahlt. Mit unseren Disaster Recovery Lösungen auf Veeam Basis können wir selbst im Disaster-Fall die Systeme innerhalb von weniger als zehn Minuten wieder zu Verfügung stellen, obwohl die Systeme räumlich getrennt sind. Dies funktioniert natürlich nur auf Grund unserer eigenen und direkten Datenautobahn zwischen den Standorten.

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