Technologietrends 2016

AWS beschwört die Einfachheit

| Autor / Redakteur: Dr. Werner Vogels* / Elke Witmer-Goßner

Einfacheres Rechnen in serverlosen Architekturen

Eine der größten Revolutionen, die wir in der Technologiewelt in den letzten Jahren gesehen haben, ist das Aufkommen von sogenanntem „Serverless Computing“. Der Launch des Dienstes AWS Lambda, bei dem weder ein physischer noch ein virtueller Server erforderlich ist, um Anwendungscode auszuführen, war hierfür ein wesentlicher Faktor. Dies vereinfacht die Entwicklung von Anwendungen enorm, denn Softwarearchitekten können sich nun ausschließlich auf die Business-Logik konzentrieren und müssen keine Heerscharen von Servern mehr verwalten, um ihre Software auszuführen. Dadurch lässt sich ein höheres Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit erreichen, denn letztlich ist es am Einfachsten, überhaupt keinen Server verwalten zu müssen.

Wir verfolgen im Markt, dass komplette Unternehmen entstehen, die nicht einen einzigen Server benutzen. Ein gutes Beispiel ist Teletext.io. Das niederländische Start-Up entwickelte eine innovative CMS-Technologie (Content Management System), mit der der Text einer Webseite durch den Verfasser des Textes verwaltet und bereitgestellt wird und nicht durch den Programmierer. Dank dieses serverlosen Ansatzes kann Teletext einen Dienst schnell und einfach einführen und Unternehmen weltweit so eine skalierbare Lösung mit einer fast unendlichen Spitzenleistung zur Verfügung stellen. Teletext.io ist nur eines von vielen Unternehmen, deren Anwendungen und deren Geschäft ohne Server auskommen. Ich denke, dieser Trend wird 2016 geradezu explodieren.

Integration vereinfachen: APIs für alles

Die Zeiten, in denen Systeme auf Basis von Software konstruiert wurden, die unter der kompletten Kontrolle einzelner Entwickler standen, sind lange vorbei: Modernes Entwickeln heißt, viele verschiedene Services miteinander zu verbinden. Dazu zählen Dienste von Cloud-Anbietern, wie zum Beispiel Managed Databases oder Analytics Services, aber auch Services aus den Cloud-Ökosystemen von Drittanbietern wie Stripe für Mobile Payment oder Twillio für Telefoniedienste. Ein Application Programming Interface (API) ist die Basis, um sich mit diesen Services zu verbinden und sie zu nutzen.

Amazon Web Services unter Sicherheitsaspekten

Cloud-Sicherheit mit AWS

Amazon Web Services unter Sicherheitsaspekten

04.02.16 - „Nur die Paranoiden überleben“ meinte Andy Grove, Intels legendärer CEO. Im Cloud-Zeitalter gewinnt diese Aussage angesichts massiver Cyberattacken praxisnahe Bedeutung. Anwender von AWS können (und sollten) sich mit geeigneten Mitteln zur Wehr setzen. Der vorliegende Bericht wirft Licht auf die Cloud-Sicherheit von AWS. lesen

Ein großer Vorteil von APIs ist, dass sie sowohl intern als auch extern genutzt werden können. Wir sehen, dass nicht nur neue, sondern auch ältere Softwarekomponenten wie Registrierungssysteme von APIs ummantelt werden, damit Produktinnovationen mit den Legacy-Systemen verbunden werden können. Einzigartige Funktionalität kann auf diese Art und Weise Partnern oder Kunden zur Verfügung gestellt werden, damit diese jene Services nutzen können. Ebenso lassen sich dadurch vollständig neue Konzepte der Zusammenarbeit sowie Erlösmodelle kreieren.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Zeitung „The Guardian“ in Großbritannien. „The Guardian“ hat mit einer API, die über AWS bereitgestellt wird, eine Plattform entwickelt, um Anwendungen zu erstellen. Diese Anwendungen bieten Zugang zu den preisgekrönten journalistischen Inhalten des Unternehmens – mehr als 1,7 Millionen Artikel, die bis ins Jahr 1999 zurückreichen. Die Cloud ist die ideale Plattform, um APIs zu entwickeln: API Traffic lässt sich kostengünstig skalieren, während Partner ihre Anwendungen wahrscheinlich überwiegend in der gleichen Cloud laufen lassen und so mit sehr niedrigen Latenzzeiten auf Funktionen und Daten des Partner-Unternehmens zugreifen können.

Mit Hilfe von APIs können Unternehmen jeder Größe ganze Entwicklungs-Ökosysteme bereitstellen, und ihr Kerngeschäft damit in ungeahnten Bereichen ausbauen. Über diese Ökosysteme erreichen sie mit ihren Daten und Funktionalitäten eine deutlich höhere Anzahl an Nutzern und bringen zudem Partner hervor, die mithelfen einen Service weiter zu verbessern. 2016 und darüber hinaus ist zu erwarten, dass jeder Kunde, der mit einem Service eines Unternehmens Berührungspunkte hat, über eine eigene API verfügt. Ich bin schon gespannt auf die Innovationen, die daraus hervorgehen werden.

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