Interview mit Steve Hassell, President Avocent Corporation

Avocent entwickelt komplett neue Management-Infrastruktur

08.09.2010 | Redakteur: Ulrich Roderer

„Wir haben beschlossen, eine komplett neue Management-Infrastruktur zu entwickeln“, Steve Hassell, President Avocent Corporation.
„Wir haben beschlossen, eine komplett neue Management-Infrastruktur zu entwickeln“, Steve Hassell, President Avocent Corporation.

Der Management-Spezialist Avocent wurde im Oktober letzten Jahres von Emerson übernommen. Jetzt spricht Steve Hassell, President Avocent Corporation bei Emerson Network Power, über die neue Systemarchitektur von Avocent, die bis nächstes Jahr fertiggestellt sein soll.

DataCenter-Insider: Wie steht es um die Zukunft und Weiterentwicklung der Avocent-Management-Produkte bei Emerson. Welche Integrationen sind zu erwarten?

Hassel: Unser Ziel ist es, eines der bisherigen Schwachpunkte in der Verwaltung von Rechenzentren aufzuheben, nämlich die Trennung von physikalischem und IT-Management. Sowohl Avocent als auch Emerson bringen da ja eine Menge an bestehenden Lösungen ein.

Aber wir haben festgestellt, dass es keinen Sinn macht, langwierige Produktintegrationen im Einzelnen durchzuführen. Wir haben daher beschlossen, eine komplett neue Infrastruktur aus Hard- und Software zu entwickeln, in die dann die besten Komponenten integriert werden.

Können Sie schon sagen, wie diese neue Plattform heißt und wann sie auf den Markt kommen wird?

Die Architektur ist schon entworfen. Wir hoffen bis Herbst einen Namen und eine vollständige Beschreibung der neuen Plattform fertig zu haben. Ich rechne mit einem Alpha-Release im Frühling und einem offiziellen Start der neuen Architektur im Herbst 2011. Ich kann soviel schon sagen, sie wird natürlich die traditionellen Bestandteile wie KVM oder Klimatisierung enthalten sowie Software zur Modellierung, Reduktion und Planung.

Was geschieht aus all den bisher vermarkteten Produkten? Werden Sie einfach verschwinden, gibt es einen Migrationspfad?

Natürlich können wir nicht einfach Produkte sterben lassen. Wir arbeiten derzeit an den Produkt-Roadmaps und werden in der Zwischenzeit noch einige Releases auf den Weg bringen.

Worin liegt der Vorteil dieser neuen Infrastruktur?

Ich war zuvor CIO bei Emerson. Beim Bau unseres neues Rechenzentrums in St. Louis haben wir zwar die Effizienz um 31 Prozent gesteigert, aber lagen damit unter dem, was wir eigentlich erreichen wollten. Wir hatten das Projekt als IT-Projekt aufgebaut, aber nicht von vorneherein eine Integration mit dem Facility-Management angestrebt.

Ein großes Problem der heutigen Rechenzentren ist, dass sowohl die IT als auch das Gebäude nach statischen Anforderungen designt ist. Effizienz wurde bisher immer nur in den einzelnen Schichten separat angestrebt. Wir wollen diese Barriere jetzt aufheben und ein Ökosystem schaffen, in der sowohl IT als auch physikalische Komponenten aufeinander bezogen skalierbar und flexibel zu managen sind.

Können Sie ein konkretes Beispiel geben?

Nehmen sie das verteilte Rechnen. Da gab es zwei bis drei Anwendungen auf einem Server. Mit jeder neuen Anwendung musste praktisch auch die gesamte physikalische Infrastruktur aus Server und Kühlung neu installiert werden, was zu langen Provisionszyklen führte. Virtualisierung hat zwar das Provisionieren beschleunigt, aber heute sitzt die virtuelle Infrastruktur immer noch im Rahmen einer statischen physikalischen Infrastruktur. Jetzt muss auch die physikalische Infrastruktur dynamisch werden. Bei der Lastverteilung reicht es nicht mehr, einzelne Server zu optimieren, sondern auch die Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur. Damit erst ist es möglich, beispielsweise Serverreihen in einem Gang runterzufahren und damit Strom und Kühlung zu sparen.

Und Ihre neue Infrastruktur ermöglicht dieses?

Wir haben durch Emerson ja Management-Lösungen für die physikalische Infrastruktur und von Avocent her für die IT. Durch die Verknüpfung der Daten aus beiden Welten wollen wir das gesamte Rechenzentrum optimieren. Die Analyse aller Daten ermöglicht es, Abhängigkeiten festzustellen und Trends zu errechnen. Damit hat man eine Grundlage für Analyse/Design der Infrastruktur. Bisher fehlt in unserem Portfolio noch der dritte Baustein, der der Automation und Empfehlung.

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