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Künstliche Intelligenz fördert Kreativität der IT-Mitarbeiter Automatisierung ist die Zukunft der IT

| Autor / Redakteur: Rudolf Kergaßner / Ulrike Ostler

Noch bis vor kurzem mussten IT-Verantwortliche einen Großteil ihrer Zeit für das Management von Applikationen, Systemen und Tools aufwenden. Das hat sich entscheidend geändert. Mit den jüngsten Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz können nun auch verstärkt Automatisierungstechniken und selbstlernende Systeme in der IT und insbesondere im IT-Betrieb genutzt werden.

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Hinter jedem IT-Admin steckt in Zukunft Künstliche Intelligenz, sagt Rudopf Kergaßner, der Autor dieses Kommentars.
Hinter jedem IT-Admin steckt in Zukunft Künstliche Intelligenz, sagt Rudopf Kergaßner, der Autor dieses Kommentars.
(Bild: IPSoft)

Automatisierungstechniken bieten viele Aspekte künstlicher Intelligenz – wie die Beobachtung und Replikation von Prozessen oder die eigenständige Bearbeitung von Problemen. Ein entscheidender Vorteil von Automatisierungsverfahren und selbstlernenden Systemen ist, dass sie bei Fehlermeldungen Zusammenhänge erkennen und Lösungsvorschläge aus ähnlichen Konstellationen ableiten können.

Auf dieser Basis werden auch Probleme schneller behoben und IT-Verantwortliche entlastet. Denn sie werden erst dann informiert und alarmiert, wenn alle Optionen zur Problembehebung erfolglos ausgeschöpft sind. Unsere Erfahrung auf Basis realer Kundensituationen zeigt, dass durch Automatisierung bis zu 90 Prozent der Level-1-Fehler im IT-Betrieb gelöst werden können.

Die zunehmende Automatisierung wird auch die Rolle von IT-Abteilungen verändern und die Verwendung des IT-Budgets maßgeblich beeinflussen. Zunächst wird dadurch die Notwendigkeit zum Outsourcing und/oder Offshoring von IT-Services reduziert. Der Erfolg des Outsourcing liegt ja gerade auch darin begründet, dass es die Möglichkeit bietet, einfache Aufgaben an externe Unternehmen auszulagern. Diese können durch die Nutzung von Skaleneffekten kostengünstige Services anbieten.

Entlastung von Routinen

Heute lassen sich diese Aufgaben aber auch intern durch den Einsatz von hochgradig automatisierten Systemen durchführen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass das Lohnniveau in denjenigen Ländern gestiegen ist, die bisher preisattraktive Outsourcing-Services angeboten habe.

Verbunden ist dies auch mit generellen Kostensteigerungen bei der Nutzung solcher Dienstleistungen. Wenn Routinetätigkeiten nicht manuell von Menschen, sondern weitgehend automatisiert durchgeführt werden, bietet sich zudem die Chance, das IT-Budget verstärkt in Bereichen mit hoher Relevanz für die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen.

Der zunehmende Trend zur Automatisierung wird allerdings nicht nur Auswirkungen auf die IT haben. Ein Beispiel für die Möglichkeiten, die die künstliche Intelligenz bietet, ist Apples Applikation Siri für die Spracherkennung und -verarbeitung.

Siri legt vor

Es ist durchaus vorstellbar, dass in naher Zukunft eine adaptierte Version der Siri-Technologie zum Beispiel in einem Bereich wie dem Kundenservice zum Einsatz kommt – und hier zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit beiträgt. Auch in Segmenten wie Finanzen und Accounting verspricht die Nutzung von Automatisierungstechnologien – unter anderem zur Verwaltung von Debitoren- und Kreditorenkonten – signifikante Vorteile, da sie Freiräume für strategische Themen schafft.

Das kurz Skizzierte wirft die Frage auf: Welche Rolle spielt der Mensch im Büro vom morgen? Wenn Systeme und Applikationen ihre Fehler selber beheben können und produktiver sind als Menschen, ändert sich auch die Rolle der einzelnen Mitarbeiter.

Ihre Aufgabe wird verstärkt in Bereichen wie Kreativität und Innovation liegen. Produktivität und Effizienz sind zwar die Basis für den Unternehmenserfolg, aber es wird künftig auch entscheidend auf diejenigen ankommen, die Ideen vorantreiben, Ideen, die dann wiederum von selbstlernenden und -verwaltenden Systemen umgesetzt werden.

Keine Alternative zum automatisierten IT-Betrieb

Das Büro der Zukunft ist nicht revolutionär. Es ist vielmehr eine Evolution des Ansatzes, dass technische Innovationen sowohl zu einer Umsatzsteigerung als auch Reduzierung manueller Tätigkeiten beitragen können. Durch die Nutzung von Automatisierungssysteme im IT-Betrieb ist es heute möglich, eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen, bei denen es bisher ausschließlich oder maßgeblich auf den Faktor Mensch ankam.

Für Unternehmen und insbesondere den IT-Bereich ergibt das eine klare Schlussfolgerung: Es ist heute an der Zeit, neue Wege zu suchen und Lösungen zu implementieren, mit denen die IT-Aufgaben schneller und effizienter zu erledigen sind. Dabei führt kein Weg an Automatisierungstechnologien vorbei. Sie werden die Zukunft der IT prägen und Freiräume für Mitarbeiter schaffen, Ideen weiterzuentwickeln, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen entscheidend steigern können.

Der Autor:

Rudolf Kergaßner ist Managing Director von IPsoft Deutschland in Frankfurt am Main.

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